Der Martini Cocktail mit weissem suessem Vermouth

Alchemyst

aktives Mitglied
Ich habe mir Carpano Bianco gekauft.
Der Verkaeufer hat mir versichert, er waere suess wie Martini Bianco.
Da ich persoenlich Martini Bianco als Vermouth betrachtet fuer minderwertig halte, hoffe ich mit Carpano Bianco eine bessere Alternative zu haben.

Den suessen weissen Wermut nehme ich fuer meinen Martini
Versuch ala Tumbler:
www.cocktaildreams.de/forum/index.php?board=3;action=display;threadid=1638;start=msg95748#msg95748

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Die Kernausagen Tumblers lauten:

"Für einen trockenen klassischen Martini hingegen -- also den mit Gin -- nimmt man weißen Vermouth. Also z. B. Martini Bianco. Oder von mir aus auch Cinzano Bianco, wenn man einen Hauch von Zitrone mag. "Trocken" wird der Martini nicht, weil man trockenen Vermouth nimmt, sondern weil man wenig Vermouth nimmt (Gin : Vermouth = 6:1 bis 9:1)."

"Der Vermouth soll im Martini die Schärfe des puren Gin nur ein wenig brechen, ohne dessen Aroma niederzuringen. Und das geht mit weißem (also italienischem) Vermouth am besten, weil man wegen seiner Süße nur ganz wenig davon braucht, um den gewünschten Effekt zu erzielen."

"Entscheidend ist nicht, ob der Vermouth trocken oder süß ist, sondern wieviel davon im Martini steckt. ... Und eins ist mal glasklar: trockener Vermouth ist auch süß ... nur eben nicht ganz so süß wie weißer (süßer) Vermouth. Also ist die Unterscheidung zwischen trockenem und süßem Martini anhand der Vermouth-Sorte eigentlich nur albern. Noch einmal: das Mischungsverhältnis zählt, nicht der Vermouth-Typ."
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Obwohl ich mich ablehnend geaeussert habe, einen solchen Cocktail als "Dry Martini" zu bezeichnen (dabei bleibe ich), hat mich diese Martini Mixschule von Tumbler nicht losgelassen.

Eine identische Diskussion gab es auch auf Cocktailscout:
www.cocktailscout.de/forum_showthread.php?id=1519&page=1#52066

Der Ansatz ist sehr eigen, aber einen Versuch und eine Diskussion allemal wert!

Ich schaetze unorthodoxe Ansaetze und Querdenkerei.
Ich schaetze es auch, wenn sich mal jemand gegen die Geschmacksdiktate auflehnt.
Nur so etwas bringt uns hier letztlich weiter...
 
Moinmoin,

bei extrem trockenen Martinis à la

Der trockenste Martini ist eine Flasche guter Gin,
die mal neben einer Vermouthflasche gestanden hat.

sind Experimente mit "Martini bianco", etc. wohl durchaus zulässig.. ;D ;D

Vielleicht probiere ich heute Abend mal was mit dem o.g. italiensichen Verouth. Kann es mir geschmacklich aber nicht wirklich gut vorstellen.

Grüße vom Cardenal.
 
Was ist eigentlich aus dem Martini Test geworden?
 
ich glaube beim Martini ist ein Test sehr sehr schwer. Da gibt es so viele Möglichkeiten wie jemand selbigen trinkt, ich denke das wichtigste ist dabei, dass er einem ganz persönlich schmeckt.

Ich denke bei einem Test wäre das sehr auf den persönlichen Geschmack beschränkt, was bei so einheits-Cocktails eher nicht der Fall ist (Cuba Libre oder sowas ähnliches).

Mir persönlich schmeckt er z.B. noch nicht. Ich traue mich schon geraume Zeit an hochprozentige Drinks heran (z.B. jegliche Sours oder einen Gimlet), doch ein Martini will mir doch noch nicht so recht schmecken.

Liebe, sonnige Grüße

Jimmi
 
Na, ich meinte jetzt ja auch nur, weil die beiden den Martini mit süßem Vermouth testen wollten.
 
sone Übersicht über den Vermouth wäre mal cool. Ich komme mit dem Kram immer durcheinander ... grml
 
Ich dachte immeer das man den Martini Cocktail eigentlich mit NollyPrat macht?
 
Ja schon, aber lies mal den ersten Beitrag genauer, dann wird klar, was gemeint ist. Ein anderer, unkonventioneller Ansatz, den zu erproben Gegenstand dieser Diskussion ist.
 
Was auch grundsätzlich richtig ist. Zumindest ist Noilly Prat der beste weiße Wermut, der freiverkäuflich zu erwerben ist.
Es gab durch jemanden hier im Forum allerdings den Vorstoß, süßen und somit italienischen Vermouth zu benutzen.
Die Produkte von Cinzano und Martini kann man vergessen. Daher der Versuch mit Carpano Bianco. Der hier in Deutschland allerdings nicht zu bekommen ist.
Da Carpano Antica Forumla allerdings der beste süße, rote Vermouth ist, lohnt sich dieser Versuch evtl.
 
@Tiefenrausch: Sorry hab den das beim nach unten lesen vergessen.
Bin da aber naqaster Meinung. Die Mixology hat doch auch einen Gimlet vergleich/Test gemacht also würde doch nichts gegen einen Martini Vergleich7Test sprechen.
 
@JimBeam:
Das gleiche Problem hab ich bei Wermut auch immer, kann mir nie merken welcher jetzt süß, trocken oder sonst was is. Was ich gefunden hab ist folgendes:

Quelle: http://www.maruhn.de/weinlexikon.htm

Wermut
Gespriteter und mit Kräutern gewürzter Wein, dessen wichtigster Bestandteil eine südeuropäische Beifußart (Artemissa absinthium) ist. Französischer Wermut ist meist hell und trocken. Italienischer Wermut gliedert sich in Vermouth Bianco (hell und süß), Vermouth Rosso (rot und halbsüß), Vermouth Dry oder Secco (trocken) und Vermouth Amaro (halbbitter).

Allerdings weiß ich nicht ob die Angaben stimmen. Wenn nicht bitte schreiben dann korrigiere ich es.

Gruß

Maruu
 
Für die, die mit Englisch gut klar kommen,
habe ich einen guten Artikel über Vermouth von
Robert Hess:
http://thespiritworld.net/2007/06/04/vermouth
 
Zum Schluss ein kleiner Test:
Ich habe Carpano Bianco geöffnet und verkostet.
Ein Vermouth, der weniger süß ist als Martini Bianco und einen deutlich weinigen Charakter aufweisst.
Die erwartete sehr leichte Wermut-Note war vorhanden.
Seine Herkunft kann er nicht verleugnen:
Er ist es und schmeckt, wie der weiße Bruder von Carpano Antica Formula.
Empfehlenswert, wiewohl mir nur wenige Anwendungen einfallen.
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Ich habe mir nun Martini Bianco besorgt und 3 Martini Ansätze im Verhältnis 1:7 mit Hendricks Gin gerührt.
Einmal mit Martini Bianco,
einmal mit Carpano Bianco
und ein dritter mit Noilly Prat (altes Flaschendesign)

Das Ergebnis macht mich etwas ratlos.
In der Tat nivellieren sich Unterschiede zwischen den Vermouths durch die starke Gin Verdünnung (oder Verstärkung - ganz nach Sichtweise :D)
Nichtsdestotrotz konnte ich in der Blindverkostung die einzelnen Vermouths identifizieren. Insbesondere die eindimensionale Süße des Martini Bianco kam deutlich hervor.

Und doch: 3 verschiedene Zutaten , 3 verschiedene Drinks
Ein Dry Martini entstand nur mit Noilly Prat. Gut.
Mit Carpano Bianco entstand ein anderer Drink, der mit dem Hendricks nicht gut zusammenarbeitete. Hier müsste man mal einen anderen Gin ausprobieren. Unbefriedigend.
Mit Martini Bianco entstand ein gewöhnungsbedürftige Version, die aber in der Tat mit dem Hendricks harmonierte, ihn ergänzte, mir aber langweilig erschien. Anders.

Ein Schlüssel, die verschiedenen Mixschulen zu unterscheiden, scheint mir zu sein:
Liebe ich die Spannung, die inneren Polaritäten eines Drinks oder suche ich die Harmonie, die Ergänzung der Aromen. Beide Sichtweisen, Philosophien können einem Drink gerecht werden, führen aber u.U. zu anderen Vorlieben bei der Zutatenwahl.

Die Wahrheit liegt allein auf der Zunge des Verkosters...



 
Aus meinem Test wurde nichts, weil ich überraschend feststellen musste, dass ich doch keinen Martini besitze.. ;)

der Cardenal.
 

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