"Schwierige" Cocktails

Kuglblitz

Neues Mitglied
Ich denke, fast jede/r hier kennt das Problem: da hat man ordentliche Zutaten, ein gutes Rezept, und dennoch will der Cocktail am Ende nicht rundum gelungen schmecken.

Oder man bestellt einen Klassiker in einer guten Bar und ist eigentlich nie wirklich zufrieden, etwa, weil man es selber besser kann oder schlicht, weil das gÀngige Rezept falsch ist.


Zu ersteren zĂ€hle ich fĂŒr mich ganz vorne den Mai Tai, an dem ich mir schon lange die ZĂ€hne ausbeiße und der in seiner Forderung nach perfekter Balance von Rum-Aromen, SĂ€ure, SĂŒĂŸe, AnklĂ€ngen von Mandel und Orange fĂŒr mich zu den schwersten Cocktails ĂŒberhaupt zĂ€hlt.

Im Mai Tai offenbart sich aber zugleich mein grundsĂ€tzliches Problem mit Sours, denn wirklich die optimale Balance zwischen sĂŒĂŸen und sauren Komponenten zu finden ist fĂŒr mich Ă€hnlich schwer wie eine Sauce Hollandaise frisch zuzubereiten.
Wahrscheinlich macht auch bei den Sours erst die Übung den Meister. ;)


Was die in Bars gemixten Cocktails betrifft, so ist mein "schwieriger" Drink der Manhattan. Ich kenne kaum eine Bar, welche diesen Standard wirklich gut zubereiten kann, sei es aus Mangel an ordentlichen Zutaten, sei es an mangelnder Kenntnis der Zubereitung.
Da lobe ich immerhin meinen eigenen glasklaren Manhatten mit Wild Turkey 101, Punt e Mes und ein bisschen Bitter. Vielleicht nicht das Optimum, aber doch besser als die Pantsche mir CC und MR. :-X

Was sind eure "schwierigen" Drinks?
Und wie kann ich mein Sour-Problem lösen?
 

hannibal-007

Neues Mitglied
Im Mai Tai offenbart sich aber zugleich mein grundsĂ€tzliches Problem mit Sours, denn wirklich die optimale Balance zwischen sĂŒĂŸen und sauren Komponenten zu finden ist fĂŒr mich Ă€hnlich schwer wie eine Sauce Hollandaise frisch zuzubereiten.
Wahrscheinlich macht auch bei den Sours erst die Übung den Meister. ;)

Probier doch mal nen einfachen Sour (vil nen Rum Sour mit Old Monk o.Ă€.), dann versuchst du dich mal heranzutasten.
Beim Herantasten sollte man immer nur eine Zutat verĂ€ndern, sonst weiß man nicht woran man ist bei einer VerĂ€nderung.
Ich wĂŒrde erstmal vorschlagen, die sĂŒĂŸe erstmal festzulegen und dann die SĂ€ure anzupassen.
Wenns dir zu sĂŒĂŸ oder zu trocken war, dann versuchst du folgendes mit etwas mehr oder weniger Zucker:
Zuerst Rum ins Mixglas, vil so 5 cl, dazu sagen wir mal 1cl Limette und 1,5cl Zuckersirup als Minimalmenge.
Ich nehm meist bei 5cl Spirituose 1,5 cl von beidem.
Jetzt nimmst du den Barlöffel in die Hand und rĂŒhrst kurz um und probierst.

Passt die SĂ€ure?
Wenn ja, auf Eis schĂŒtteln und in ein Cocktailspitz abseihen.
Wenn nein, in 0,25 cl Schritten Limette hinzufĂŒgen und wieder SĂ€ure prĂŒfen.

Das dauert ein bisschen, bis man es heraus hat.
Man kann auch ohne Spirituose diese versuchen, das funktioniert auch, aber dann hat man kein GefĂŒhl, wie das dann zu der Spirituose passt und der Geschmack ist auch sehr einseitig.
Hat alles Vor- und Nachteile.
 

Century

Neues Mitglied
Beim abschmecken kommt es auch sehr auf die Tagesform an. Wenn du vor dem probieren des Drinks z.B. schon Alkohol getrunken hast, ist der Geschmack gerade in der Balance sĂŒĂŸ-sauer evtl. schon ganz anders als wenn du gerade etwas scharfes oder salziges oder vielleicht auch den ganzen Tag fast nichts gegessen hast.

Ansonsten wĂŒrde ich auch sagen, mach es wie Hannibal schon beschrieben hat, viel probieren, ist halt eben sehr Zeitaufwendig fĂŒr "mal eben", aber das Ergebnis sollte dann am besten sein.
 

Mixael

aktives Mitglied
Beim abschmecken kommt es auch sehr auf die Tagesform an. Wenn du vor dem probieren des Drinks z.B. schon Alkohol getrunken hast, ist der Geschmack gerade in der Balance sĂŒĂŸ-sauer evtl. schon ganz anders als wenn du gerade etwas scharfes oder salziges oder vielleicht auch den ganzen Tag fast nichts gegessen hast.

dazu kommt noch das Zitronen und Limetten nicht immer den selben SĂ€uregehalt haben, je lĂ€nger Sie liegen desto mehr sĂŒĂŸe setzt sich auch frei etc., deswegen kann man sich da auch nicht festlegen mit einem bestimmten VerhĂ€ltnis, da bleibt nur das ungefĂ€hre VerhĂ€ltnis und abschmecken.
 

crackone

Neues Mitglied
Ich schmecke die sĂŒĂŸ-sauer-Basis eines Drinks auch immer ab. Danach kann man auch nach Belieben die Spirituose dazugeben - der Drink wird zwar krĂ€ftiger oder milder, aber immer balanciert bleiben (Ausnahmen bilden natĂŒrlich Spirituosen, die eine gewisse SĂŒĂŸe mitbringen wie zB im PX-Fass gereifte Brandys oder Rums).

Ein fĂŒr mich wirklich schwieriger Drink ist der Aviation. Gin muss mE klar im Vordergrund stehen, die gesamte Basis in die sĂ€uerliche Richtung schlagen, dabei aber nicht richtig sauer sein und Maraschino und Violette sind beides so intensiv-aromatische Zutaten, dass ein Schuss zu viel den Drink zerstört.
 

hannibal-007

Neues Mitglied
Abschmecken ist Vorraussetzung, allerdings mit der Erfahrung ist man auch schneller und intuitiver in der Lage die Balance herzustellen.
 

Century

Neues Mitglied
Da hast du recht, je öfter man das macht, je schneller bekommt man den Dreh raus. Viel Arbeit ist es allemal, aber wenn es dann passt um so besser ;)
 

cgmix

Neues Mitglied
Ich hab ein Problem mit dem B52! Egal wie vorsichig ich Tia Mara, Baileys und Stroh-Rum (80 vol.%) schichte, vermischt sich irgendwas. Ich bin kurz davor, mir einen Pousse Cafe-Löffel zu kaufen. (So einen mit einer Metallplatte unten.)
Aber Pousse Cafes sind ja auch eigentlich sehr schwierige Drinks. Kann mir jemand sagen, wie man Pousse Cafes ohne Spezial-Löffel am besten schichte. Über die LöffelrĂŒckseite bleibt er bei mit nicht auf dem Stiel. :mad:
 

shatesaul

Neues Mitglied
Also B52 ist sehr leicht mach ich bei der Arbeit ohne Löffel und nur mitn Ausgießer am Rand des Glases...
Bei den anderen musst du nur aufpassen das du nicht zu schnell eingießt und die zutaten mit der grĂ¶ĂŸten dichte nach unten kommen.... Also erst das mit wenig % und viel Zucker... Dann sollte sich auch ncihts vermischen...
 

Arikael

Neues Mitglied
Ich finde den Pegu Club und den normalen Old Fashioned schwierig. Bringe da leider noch keine konstante QualitÀt hin.
 

Thorwise

Neues Mitglied
Ich stimme dir beim Old Fashioned zu. Der Drink ist von Spirituose zu Spirituose sehr individuell zu kreieren. Insbesondere, wenn es sich um Cask-Strength-Geschichten handelt.
 

Kuglblitz

Neues Mitglied
Wenns dir zu sĂŒĂŸ oder zu trocken war, dann versuchst du folgendes mit etwas mehr oder weniger Zucker:
Zuerst Rum ins Mixglas, vil so 5 cl, dazu sagen wir mal 1cl Limette und 1,5cl Zuckersirup als Minimalmenge.
Ich nehm meist bei 5cl Spirituose 1,5 cl von beidem.
Jetzt nimmst du den Barlöffel in die Hand und rĂŒhrst kurz um und probierst.

Passt die SĂ€ure?
Wenn ja, auf Eis schĂŒtteln und in ein Cocktailspitz abseihen.
Wenn nein, in 0,25 cl Schritten Limette hinzufĂŒgen und wieder SĂ€ure prĂŒfen.

Das dauert ein bisschen, bis man es heraus hat.

Da hÀtte ich eine Frage zum messen und zum abseihen.

Wie messe ich kleine Mengen (0,25 cl) ab? Das sind im Jigger ja kaum messbare GrĂ¶ĂŸen.

Und wie schmecke ich geschĂŒttelte Drinks ab? Denn nach dem SchĂŒtteln ist der Cocktail ja an sich fertig. Eine weitere (gleiche) Zutat bedeutet neues schĂŒtteln und damit doch verwĂ€sserung, oder?

Wie gesagt, eine schwierige Sache diese Sours. :-\

Aber eine echte Herausforderung. :mad: ;)
 

Milchplus

Neues Mitglied

Wie messe ich kleine Mengen (0,25 cl) ab? Das sind im Jigger ja kaum messbare GrĂ¶ĂŸen.
[/quote]

Zeit fĂŒr einen neuen Jigger... ;)
Es lohnt sich, einen mit 0,2cl-Skala anzuschaffen!



Und wie schmecke ich geschĂŒttelte Drinks ab? Denn nach dem SchĂŒtteln ist der Cocktail ja an sich fertig. Eine weitere (gleiche) Zutat bedeutet neues schĂŒtteln und damit doch verwĂ€sserung, oder?
[/quote]

Bei Hannibals Kommentar ging es ja schon um geschĂŒttelte Drinks:
Vor dem SchĂŒtteln unter RĂŒhren und ohne Eis abschmecken.
 

mimesot

Neues Mitglied
Ich finde auch, dass der Old Fashioned die interessanteste Herausforderung ist, weil man ihn wie gesagt fĂŒr jede Spirituose neu balancieren muss. Einen OF mit Buffalo Trace kann ich schon recht gut, aber bei allen anderen hab ich bloß eine Liste an Dingen, die ich beim nĂ€csten mal anders machen will. Letzter OF war ein Tequila-Reposado OF und natĂŒrlich hab ich mich mit dem Agavendicksaft verschĂ€tzt.


Wo bekommt man so einen geilen Jiggger mit 0,2cl-Abstufung her?
 

grgraf

Neues Mitglied
http://www.barstuff.de/barmass-jigger-30-50-oder-20-40ml-mit-2ml-skalierung.html

Der Jigger von Fackelmann (gibt's z.B. bei real) hat ebenfalls eine 2ml Skalierung. Allerdings sind die Skalenstriche unter der 1cl Marke kaum oder gar nicht zu erkennen.
 

Freshman

aktives Mitglied
Wo bekommt man so einen geilen Jiggger mit 0,2cl-Abstufung her?
Metro ~4€, ich hab zwei und ja unterhalb der 1cl Marke ist nix sichtbar. GrĂŒnde dafĂŒr dĂŒrfte die schlechte Erreichbarkeit des Werkzeuges zum prĂ€gen ab dieser Position sein. Bei heiklen Sachen fĂŒlle ich immer die mengenmĂ€ssig grĂ¶ĂŸeren Sachen >1cl ein und dann die Sachen mit ml.
 

Semyon

aktives Mitglied
Zu ersteren zĂ€hle ich fĂŒr mich ganz vorne den Mai Tai, an dem ich mir schon lange die ZĂ€hne ausbeiße und der in seiner Forderung nach perfekter Balance von Rum-Aromen, SĂ€ure, SĂŒĂŸe, AnklĂ€ngen von Mandel und Orange fĂŒr mich zu den schwersten Cocktails ĂŒberhaupt zĂ€hlt.
Ich stimme Dir zu. Der Mai Tai ist schwierig in Balance zu bringen. Manchmal treffe ich ihn auf den Kopf, manchmal bessere ich pausenlos nach, ohne das gewĂŒnschte Ergebnis zu erzielen. Meistens ist er mir eher zu sauer als zu sĂŒĂŸ. Geht aber anscheinend nicht nur mir so, denn auch Beachbum Berry hat noch im Grog Log 1,5 oz. Limettensaft empfohlen, in Remixed den Limettensaft aber auf 1,0 oz reduziert.

Da ist ein Martini schon dankbarer. Zwei Zutaten sind halt doch einfacher auszubalancieren als fĂŒnf....
 

Milchplus

Neues Mitglied
Da ist ein Martini schon dankbarer. Zwei Zutaten sind halt doch einfacher auszubalancieren als fĂŒnf....

Gin
Wermut
Orange Bitters
Zitronenöl

Und das Schmelzwasser muss auch wesentlich gezielter eingesetzt werden, als im Mai Tai...
Je minimaler der Drink, desto weniger gehen die Kleinigkeiten im Gesamtbild unter!

( Irgendwer musste die Kunst des guten Martinis doch verteidigen ;) )
 

ZeeD

Neues Mitglied
Ich finde ebenso in der Regel die Drinks mit weniger Zutaten anspruchsvoller...
 

crackone

Neues Mitglied
Ich denke, die SChwierigkeit beim Mai Tai ist die Tatsache, dass drei von fĂŒnf Zutaten sĂŒĂŸ sind, eine sauer und die letzte die Spirituose stellt.Man muss also nicht nut Zucker gegen SĂ€ure balancieren, sondern eine gelungene Melange von Orgeat, Zucker und Orange Curacao mit Limettensaft balancieren. Kann schwierig sein!
 

ZeeD

Neues Mitglied
Ich hab's zwar noch nicht ausprobiert, aber wie wĂ€re es dann, zunĂ€chst den sĂŒĂŸen Teil abzuschmecken, danach mit Limettensaft erweitern, wieder probieren, anschließend, wenn diese Basis in Ordnung ist, mit Rum auffĂŒllen?
Hat das schon mal jemand so versucht?
 

crackone

Neues Mitglied
Ich finde, der sĂŒĂŸe Teil aus drei Komponenten ist schwierig greifbar.... der funktioniert fĂŒr mich nur mit SĂ€ure - und dann hat man schon vier Komponenten. Aber mit der 1,5-0,75-0,75-Formel fĂŒr die sĂŒĂŸen Zutaten fahre ich ganz gut....
 

Semyon

aktives Mitglied


Da ist ein Martini schon dankbarer. Zwei Zutaten sind halt doch einfacher auszubalancieren als fĂŒnf....
[/quote]

Gin
Wermut
Orange Bitters
Zitronenöl

Und das Schmelzwasser muss auch wesentlich gezielter eingesetzt werden, als im Mai Tai...
Je minimaler der Drink, desto weniger gehen die Kleinigkeiten im Gesamtbild unter!

( Irgendwer musste die Kunst des guten Martinis doch verteidigen ;) )
[/quote]
Darauf wollte ich doch noch geantwortet haben: Je weniger Zutaten, desto stĂ€rker prĂ€gen die einzelnen Zutaten den Drink. Soweit, so klar. Und geschmacklich ist der Martini sicherlich immer noch einer der komplexesten Drinks. Aber fĂŒr "schwierig" halte ich ihn nicht. Und Zitronenöl als Zutat zu werten, ist schon recht gewagt. Da mĂŒĂŸte beim Mai Tai auch die Minze als Zutat gelten, und da gibt es gottweißwieviele Sorten, die das Aroma in die eine oder andere Richtung beeinflußen können... Was ist dann noch Deko, was ist schon Modifier? (klar, Minze ist aufgrund der starken Ă€therischen Öle nie nur Deko, aber das ist ein anderes Thema).

Ich hatte die Eingangsfrage so verstanden, dass nach Drinks gefragt ist, die durch leichte Nuancen in den Zutaten oder den Mengen leicht aus der Balance kommen können - schwierige Drinks eben. Da zĂ€hlt fĂŒr mich der Martini definitv nicht dazu. WĂ€hrend ein einseitig saurer oder pappig sĂŒĂŸer Mai Tai wirklich unschön ist, bewirkt ein Schuß zuviel Wermut im Martini einen nicht mehr ganz trockenen, aber immer noch leckeren Drink (die Briten lieben ihn ja angeblich besonders "wet"). Deshalb bleibe ich dabei, dass Drinks mit Zitrussaft in der Regel schwieriger sind als Drinks, die nur/ĂŒberwiegend aus Spirituosen bestehen.
 

crackone

Neues Mitglied
...ich denke schon, dass die Zeste - insbesondere, wenn man sie mit ins Glas gibt - ĂŒber die Garniturfunktion weit hinausgeht. Ist, wie beim klassischen Champagnercocktail, mE definitiv iene Zutat, die zum fertigen GetrĂ€nk gehört. Beim MinzstĂ€ngelchen im Mai Tai wĂŒrde ich diese Funktion anders bewerten...
 

Milchplus

Neues Mitglied
(Man denke auch an Kombination unterschiedlicher FrĂŒchte, einreiben des Glases, besprĂŒhen unterschiedlicher Teile des Glases, eine Zeste zum Spritzen, eine neue ins Glas, ....MEHR ALS DEKO!)

...ich denke schon, dass die Zeste - insbesondere, wenn man sie mit ins Glas gibt - ĂŒber die Garniturfunktion weit hinausgeht. Ist, wie beim klassischen Champagnercocktail, mE definitiv iene Zutat, die zum fertigen GetrĂ€nk gehört. Beim MinzstĂ€ngelchen im Mai Tai wĂŒrde ich diese Funktion anders bewerten...

Mehr ist dazu kaum zu sagen.
Wir haben hierzu wohl einfach eine andere Meinung, Semyon.
Aber in Erwartung des anrollenden Tiki-Hypes wirst du sicher bald in guter Gesellschaft sein. ;)
 

Kuglblitz

Neues Mitglied
Ich hatte die Eingangsfrage so verstanden, dass nach Drinks gefragt ist, die durch leichte Nuancen in den Zutaten oder den Mengen leicht aus der Balance kommen können - schwierige Drinks eben.
Ja, so war es gemeint.
 

Semyon

aktives Mitglied
Letztlich ist es wohl reine Wortklauberei, ob man Minze oder Zeste als Zutat oder "nur" als Deko bewertet. Unverzichtbar sind im jeweiligen Drink beide.
 

Alchemyst

aktives Mitglied
Letztlich ist es wohl reine Wortklauberei, ob man Minze oder Zeste als Zutat oder "nur" als Deko bewertet. Unverzichtbar sind im jeweiligen Drink beide.

Ich denke auch, dass in manchen FĂ€llen die Grenze zwischen Zutat und Deko fließend ist.
Es ist ist einfach schwer abzugrenzen.
Alles Essbare und/oder Riechbare ist letztlich Teil der Gesamtkomposition.
Ich neige dazu, es eher der Zutat zuzuordnen.
 

dadid123

aktives Mitglied


Letztlich ist es wohl reine Wortklauberei, ob man Minze oder Zeste als Zutat oder "nur" als Deko bewertet. Unverzichtbar sind im jeweiligen Drink beide.
[/quote]

Ich denke auch, dass in manchen FĂ€llen die Grenze zwischen Zutat und Deko fließend ist.
Es ist ist einfach schwer abzugrenzen.
Alles Essbare und/oder Riechbare ist letztlich Teil der Gesamtkomposition.
Ich neige dazu, es eher der Zutat zuzuordnen.
[/quote]

Bin ich absolut bei Dir, z. B. ein Bourbon Old Fashioned ohne Orangenzeste abgespritzt ist ein völlig anderer Drink, egal ob die Orangenzeste letztendlich im Drink landet oder nicht
 

Semyon

aktives Mitglied



Letztlich ist es wohl reine Wortklauberei, ob man Minze oder Zeste als Zutat oder "nur" als Deko bewertet. Unverzichtbar sind im jeweiligen Drink beide.
[/quote]

Ich denke auch, dass in manchen FĂ€llen die Grenze zwischen Zutat und Deko fließend ist.
Es ist ist einfach schwer abzugrenzen.
Alles Essbare und/oder Riechbare ist letztlich Teil der Gesamtkomposition.
Ich neige dazu, es eher der Zutat zuzuordnen.
[/quote]

Bin ich absolut bei Dir, z. B. ein Bourbon Old Fashioned ohne Orangenzeste abgespritzt ist ein völlig anderer Drink, egal ob die Orangenzeste letztendlich im Drink landet oder nicht
[/quote]
Gilt mE auch fĂŒr die Minze im Mai Tai.
 

Tiefenrausch

aktives Mitglied




Letztlich ist es wohl reine Wortklauberei, ob man Minze oder Zeste als Zutat oder "nur" als Deko bewertet. Unverzichtbar sind im jeweiligen Drink beide.
[/quote]

Ich denke auch, dass in manchen FĂ€llen die Grenze zwischen Zutat und Deko fließend ist.
Es ist ist einfach schwer abzugrenzen.
Alles Essbare und/oder Riechbare ist letztlich Teil der Gesamtkomposition.
Ich neige dazu, es eher der Zutat zuzuordnen.
[/quote]

Bin ich absolut bei Dir, z. B. ein Bourbon Old Fashioned ohne Orangenzeste abgespritzt ist ein völlig anderer Drink, egal ob die Orangenzeste letztendlich im Drink landet oder nicht
[/quote]
Gilt mE auch fĂŒr die Minze im Mai Tai.
[/quote]

Definitiv ja.
 

Deliriumjack

Neues Mitglied
Finde ich nicht. Mit dem richtigen Rum kann ich auch gut darauf verzichten.
 

Semyon

aktives Mitglied
Finde ich nicht. Mit dem richtigen Rum kann ich auch gut darauf verzichten.
Die Orangenzeste beim Manhattan unverzichtbare Zutat, die Minze im Mai Tai (oder im Julep... >:D) verzichtbare Deko - wo bleibt da die Logik?
 

crackone

Neues Mitglied
Mai Tai und Julep sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.


Die Minze im Mai Tai liefert an einem Punkt der GetrÀnkeoberflÀche einen verÀnderten Duft.

Die Ă€therischen Öle der Zitronenzeste werden ĂŒber die ganze DrinkoberflĂ€che gesprĂŒht. Gibt man sie in den Drink, verĂ€ndert die Zeste auch noch den Geschmack der gesamten FlĂŒssigkeitsmenge. Dazu ist ein StĂ€ngel Minze im Mai Tai nicht in der Lage - und da ist der Unterschied.

Am Ende des Tages bleibt es ja auch angenehmerweise mal wieder eine reine Geschmacksfrage...
 

Semyon

aktives Mitglied
Dass ein Mai Tai auch ohne Minze schmecken kann - klar! Aber hier ging es darum, ob Minze und Zeste gleichermaßen als Zutat einzuordnen sind, oder ob es einen Unterschied gibt zwischen der Minze im Mai Tai und der Zeste im Manhattan. Und da bleibe ich dabei: Egal, ob man Minze und/oder Zeste (oder Kirsche etc) als Deko oder als Zutat klassifiziert, sie beeinflussen stets die Textur und das Aroma eines Drinks und sind daher gleichermaßen wichtig.

Um nochmals auf den Martini zurĂŒckzukommen, weil die Diskussion dort ihren Anfang nahm, darf ich nur daran erinnern, dass ein Martini mit Silberzwiebel eben kein Martini, sondern ein Gibson ist...
 

crackone

Neues Mitglied
Eine Kirsche ist mE extrem weit entfernt von einer Zeste.
 

crackone

Neues Mitglied
Damit sie gut schmeckt. Eine Kirsche muss mE auch nicht im Drink sein, sie kann auch auf einem Spieß am Glasrand liegen. Zu meinem Manhattan eine leckere Kirsche - gern! Maraschino in meinem Manhattan muss ich nciht zwangslĂ€ufig haben.
 

mkey

Neues Mitglied
Sehe ich auch so mit den Kirschen.

Geb mir gerne MĂŒhe beim einlegen...um sie hinterher schön aus einem SchĂ€lchen zum Manhatten o.Ă€ zu geniessen.
Bei der ganzen Whiskey, Wermuth, Bitter fuchserei möchte ich mir ja dann nicht den Drink durch Maraschino-Zucker-GewĂŒrz Misch durchspĂŒlen lassen.
Dazu ist zu viel Zeit und Enthusiasmus in die Entstehung des 'perfekten' Drinks geflossen.
 

Semyon

aktives Mitglied
Gutes Beispiel, das zeigt, wie wenig zielfĂŒhrend die Einordnung in Deko/Zutat/Beilage ist. Wenn man die Kirsche nĂ€mlich erst nach dem Drink ist, wird eher ehe eine Art Beilage daraus. Ist man die Kirsche hingegen zwischendurch und trinkt danach einen Schluck, verĂ€ndert sie definitiv auch das Geschmacksbild des Drinks (was freilich auch Cracker, NĂŒĂŸchen, einfach jede Art von Snacks tun). Dann mĂŒĂŸte man wieder von einer Zutat sprechen. Wie gesagt, Wortklauberei....

Aber darf man noch von einem Manhattan sprechen, wenn man auf die Kirsche und/oder Zeste völlig verzichtet? Klar, hat man in den 80ern so gemacht (da hat man auch auf Bitters verzichtet... ::)). Man hat auch immer noch einen Mai Tai vor sich, wenn man die Minze weg lÀsst. Geht vielleicht als Notlösung, wenn man mal keine Minze im Haus hat. Aber im einen wie im anderen Fall fehlt halt einfach das entscheidende Etwas.

Bei der ganzen Diskussion wundere mich ehrlich gesagt ein bißchen, wieso Ă€therische Öle aus einer Zeste anders zu bewerten sein sollen als Ă€therische Öle aus einem StĂ€ngel Minze.
 

Arikael

Neues Mitglied
Immer diese Dogmen und Taxonomiediskussionen...
 

grgraf

Neues Mitglied
Wortklauberei....[/quote]
Zustimmung



Aber darf man noch von einem Manhattan sprechen, wenn man auf die Kirsche und/oder Zeste völlig verzichtet? Klar, hat man in den 80ern so gemacht (da hat man auch auf Bitters verzichtet... ::)).[/quote]

Ja man darf. Aus Jerry Thomas' Bartender's Guide:
Manhattan Cocktail.
(Use small bar-glass.)
Take 2 dashes of Curacoa or Maraschino.
1 pony of rye whiskey.
1 wine-glass of vermouth.
3 dashes of Boker's bitters.
2 small lumps of ice.

Shake up well, and strain into a claret glass. Put a quarter of a slice of lemon in the glass and serve. If the customer prefers it very sweet use also two dashes of gum syrup.
 

crackone

Neues Mitglied
...warum ich persönlcih es anders bewerte habe ich oben genau beschrieben....
 

grgraf

Neues Mitglied
hmm, du hast ĂŒber persönlichen Geschmack geschrieben und darĂŒber, wie Zesten/Kirschen/MinzestĂ€ngel/Maraschino den Gechmack eines Drinks verĂ€ndern. Da bin ich mit dir auf einer Linie.

Ich finde dennoch, dass man einen "Manhattan" ohne Zeste oder Kirsche mit dem gleichen Recht einen Manhattan nennen darf wie einen "Manhattan" mit Zeste oder Kirsche. Wenn JT damals die Kirsche weglassen durfte oder Ted Haigh heute auf die Zeste verzichten darf, wer bin ich ihnen zu widersprechen ;)? Dass die beiden Drinks nicht gleich schmecken steht außer Frage. Welcher besser schmeckt ist Geschmackssache.

EDIT: Mit der Deko/Zutaten-Diskussion hat das allerdings wenig zu tun (genausowenig wie mit dem eigentlichen Topic des Threads ;)).
 

crackone

Neues Mitglied
Klar,
es geht immer um die subjektive Wahrnehmung.

Ich stimme ebenfalls zu, dass ein Manhattan ohne Zeste einer ist, genauso wie ein Manhattan mit Zeste. Analog Mai Tai mit und ohne Minze. Ist fĂŒr mich nach wie vor dieser Drink. Nur schĂ€tze ich den Effekt der gedroppten Zeste höher ein als den der Minze. Aber ist ja auch total egal ;)
 

Alchemyst

aktives Mitglied
Immer diese Dogmen und Taxonomiediskussionen...

Ich fand diese kleine Diskussion sehr interessant,
und auch wenn man zu verschiedenen Sichtweisen kommen kann,
habe ich doch einiges bei der Diskussion gelernt,
denn sie hilft einen Drink und seine Unterschiede bei der Zubereitung zu verstehen.
 
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