Welchen Drink zum Einstieg?

Old Sour

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Nach all den schweren, cremigen Eggnoggs und dem gewürzten Überfluss des Dezembers sehnt sich der Gaumen im Januar nach Klarheit. Die Zeit der "flüssigen Mahlzeiten" ist vorbei; wir suchen wieder die Präzision. Doch womit beginnt man einen Abend, der Qualität verspricht?

Viele greifen instinktiv zum Negroni. Er ist ein Statement. Doch sein Nachteil ist die unmittelbare, massige Bitterkeit. Sie besetzt den Gaumen so dominant, dass feinere Nuancen späterer Drinks oft nur noch als Schatten wahrgenommen werden, ähnlich bei Bier.

Andere wählen einen Daiquiri. Das ist ein kluger Schachzug. Er ist der ultimative Prüfstein: An ihm erkennst du sofort, ob die Person hinter dem Tresen ihr Handwerk versteht. Die Balance zwischen Rum, der Schärfe der Limette und der Sanftheit des Zuckers verzeiht nichts. Ein Daiquiri ist stark, ja – aber er zeigt auch alles.

Meine eigentliche Empfehlung für den perfekten Start ist jedoch der Adonis. Bestehend aus trockenem Sherry und rotem Wermut ist er die Inkarnation von Eleganz. Er ist komplex, aber nicht kompliziert; trocken, fein-würzig und durch den geringeren Alkoholgehalt ein sanfter Handschlag zur Begrüssung der Nacht. Man schärft die Sinne, statt sie zu betäuben.
 

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