Der Highball - Thread. Was ist ein Highball? Definition, Diskussion, Rezepte

joerg.meyer

Neues Mitglied
Werte C&D'ler,

wie der eine oder andere vielleicht in den letzten Tagen mitbekommen hat, arbeite ich gerade an einem neuen Projekt, was sich schwerpunktmÀssig um die Drink Kategorie Highball dreht.

Ich habe heute hier im Forum einen Thread ĂŒber Wikipedia gelesen und wie beeindruckend mittlerweile, dank der Fleißarbeit von C&D Mitgliedern, die Deutsche Definition von COCKTAIL in Wikipedia ist. Ich habe daraufhin einen Blick auf die WIKI Seite COCKTAIL geworfen und kann dem nur voll und ganz zustimmen. Beeindruckende Leistung!

Beim Lesen des Artikel, geweckt durch mein aktuelles Interesse fĂŒr Highballs, fand ich folgende "Definitionen":

Weitere Drinkgruppen mit charakteristischer Grundstruktur sind:
...
‱ Highballs. Hierbei handelt es sich um Longdrinks aus lediglich einer Spirituose und einem so genannten Mixer (Sodawasser oder Softdrink wie Cola]], die im GĂ€steglas auf Eis zubereitet werden (Beispiel: Cuba Libre). Wird als Mixer Orangen- oder Grapefruitsaft verwendet, spricht man von einem Florida Highball (z. B. Harvey Wallbanger), bei Cranberrysaft von einem New England Highball (z. B. Sex on the Beach).

weiter

‱ Der Gin Tonic ist ein typischer Highball, bestehend aus Spirituose (Gin) und Filler (Tonic Water).

und

Highballs und weitere Longdrinks:

Gin Tonic: Gin, Tonic Water
Cuba Libre: Rum, Cola
Dark’n’Stormy: Rum, Ginger Beer
Moscow Mule: Wodka, Ginger Beer
Horse’s Neck: Cognac, Ingwerlimonade
Pimm’s No. 1 Cup: Pimm’s (Likör), Gurke, (Ingwer)limonade
Paloma: Tequila, Grapefruitlimonade
(Lime) Rickey: Spirituose, Limette, Sodawasser
Campari Orange: Campari, Orangensaft
Screwdriver: Wodka, Orangensaft
Harvey Wallbanger: Wodka, Galliano, Orangensaft
Sea Breeze: Wodka, Cranberrysaft, Grapefruitsaft
Sex on the Beach: Wodka, Cranberrysaft, Orangensaft, Pfirsichlikör
Straits Sling: Gin, Kirschlikör, Bénédictine, Zitronensaft, Bitters, Sodawasser
Singapore Sling: Gin, Kirschlikör, Bénédictine, Orangenlikör, Limettensaft, Grenadine, Bitters, Ananassaft
Tequila Sunrise: Tequila, Orangensaft, Zitronensaft, Grenadine
Long Island Iced Tea: Gin, Rum, Wodka, Tequila, Orangenlikör, Zitronensaft, Cola

Wenn ich das oben gelesene richtig interpretiere, ist dann Singapore Slang, Tequila Sunrise und z.B. Long Island Ice Tea kein Highball sondern ein Longdrink?

Soweit ich das bislang verfolgen konnte, ist die Definition eines Highballs nicht zwingend eine Mischung aus Spirituose und Filler.
Sicherlich ein, Gin Tonic kann ein Highball sein, aber ein Highball kann mehr sein, als sein Gin Tonic!

Daher meine Frage an die Runde: Wie wĂŒrdet Ihr einen Highball Definieren? Warum? Was sind die Quellen? Welche Rezepte gibt es außerhalb von Spirituose und Filler zu entdecken?

---

ein paar EinwĂŒrfe zur Diskussion:

‱ Mein erster Cocktail, den ich gemixt habe, war ein EL DIABLO ... ich wĂŒrde Ihn einen Highball nennen. Korrekt?

‱ Dale De Groff hat den Anjeo Highball kreiert. Ein Highball?

‱ Ein Gin Tonic ist ein Highball, wenn der Bartender den Drinks fertig mix und kein Tonic dazu stellt. Ein Highball ist ein fertiger Drink. Wenn man selber mischt ist es ein Longdrink. Ein Cuba Libre ist ein Highball - ein Rum auf Eis im Longdrinkglas mit einem StĂŒck Limette und einer Cola Fl. bei Seite ist ein Longdrink, kein Highball.

Freue mich auf eine rege Diskussion. Wenn ich nĂ€chste Woche wieder in Hamburg bin. Werde ich mal ein paar Definitionen aus verschiedenen BĂŒchern nachliefern.

Jörg Meyer

Links:

Anjeo Highball - http://www.smallscreennetwork.com/video/97

El Diablo - Jörg Meyer - http://blog.essen-und-trinken.de/2009/03/14/hinter-der-bar-hat-sich-teuflisch-viel-verandert/
 

dadid123

aktives Mitglied
...ein paar EinwĂŒrfe zur Diskussion:
...
‱ Ein Gin Tonic ist ein Highball, wenn der Bartender den Drinks fertig mix und kein Tonic dazu stellt. Ein Highball ist ein fertiger Drink. Wenn man selber mischt ist es ein Longdrink. Ein Cuba Libre ist ein Highball - ein Rum auf Eis im Longdrinkglas mit einem StĂŒck Limette und einer Cola Fl. bei Seite ist ein Longdrink, kein Highball.
...

ZunÀchst eine grundsÀtzliche Frage: wer war zuerst da, das Highball Glas oder der Highball Drink? ;)

In der englischen Sprache gibt es vielerlei Bedeutungen fĂŒr "High Ball", z.B. im Webster's New Universal Unabridged Dictionary 1983:

high'ball



1. liquour, usually whiskey or brandy, mixed with soda water, ginger ale, etc. and served with ice in a tall glass: also high ball

2. a railroad signal, originally a ball hung above the tracks, meaning "go ahead": sometimes used figuratively

high'ball

to proceed at great speed

Ich denke dass diese Bedeutungen sowohl der Drink- als auch der GlÀserkategorie den Namen gegeben haben

FĂŒr mich wĂ€re somit ein Gin & Tonic ein Highball, auch wenn der Bartender die angebrochene Tonic Flasche daneben stellt, dann hĂ€tte ich einen Highball plus einer angebrochenen Flasche Tonic Water vor mir auf dem Tisch stehen. Ob der Bartender oder ich den Drink mixen ist meiner Meinung nach irrelevant, der Drink ist dann ein Highball wenn er im Highball Glas trinkfertig vor mir steht.
 

hannibal-007

Neues Mitglied
Der Highball ist eine Kategorie, die ein bisschen in Vergessenheit geraten ist, bevor ich eine Antwort geben wollte, habe ich auch erstmal meine Literatur zu Rate gezogen.
Der Highball kommt als Begriff erst relativ spÀt auf.
Beispielsweise 1948 David Embury - The Fine Art of Mixing Drinks
In an effort to start a movement for the propose of bringing some semblance of order of chaos, however, let us define a Highball as any tall iced drik (6 ounces or more) consisting of a base liquid (alcoholic or not) in combination with carbonated berverage and with or without auxiliary coloring and flavouring agents, but definitely without lemon or lime. If citrus juices are used the drink becomes a Buck, or a Collins or a Rickey and is not longer a Highball.

Zusammenfassung:
Highball
eine aromaintensive Zutat (Spirituose, Wein, Sirup)
kohlensĂ€urehaltiger FĂŒller
kein Zitrus
(auf Eis, im Longdrinkglas gebaut)

Collins ist das gleiche mit Zitrus und Zucker
Rickey mit Zitrus ohne Zucker
Buck mit Zitrus und Zitrusschale und ohen Zucker (nach Embury)

Ein Longdrink ist eine Oberkategorie, die u.a. Highball, Collins, Rickey, Buck, Punch usw. beherbergt und nur das Glas als Gemeinsamkeit besitzt.

PS: Ob Tonic im Glas oder daneben steht ist auch fĂŒr mich ziemlich irrelevant
 

mangomix

aktives Mitglied

Werte C&D'ler,
Ich habe daraufhin einen Blick auf die WIKI Seite COCKTAIL geworfen und kann dem nur voll und ganz zustimmen. Beeindruckende Leistung!
[/quote]
Danke!


Wenn ich nĂ€chste Woche wieder in Hamburg bin. Werde ich mal ein paar Definitionen aus verschiedenen BĂŒchern nachliefern.[/quote]
Sehr gerne, bin gespannt!
 

Marler

Neues Mitglied


Der Highball kommt als Begriff erst relativ spÀt auf.
Beispielsweise 1948 David Embury - The Fine Art of Mixing Drinks

Auch das Savoy kennt schon den Highball. Dort wird eine etwas engere Definition gezogen: Eis, beliebige Spirituose/Wein, Soda oder nach Belieben Ginger Ale. Auf Wunsch als Dekoration eine Zitronenzeste hinzugeben. Gleich darauf ist jedoch vom "Amer Picon Highball" die Rede, wo zusÀtzlich noch 3 Dashes Grenadine hinzukommen.

Aufbauend darauf wĂŒrde ich nun sagen, dass wirklich nur eine Grundspirituose, ein beliebiger Filler (und nicht mehrere SĂ€fte etc.), ggf. Bitters/Prise Salz (Paloma) und Dekoration einen Highball ausmachen. Er muss zudem im GĂ€steglas direkt gebaut werden und soll einen erfrischenden Charakter haben, der auch etwas verwĂ€ssern darf. Ob der Filler schon im Glas oder in einer Flasche dazu serviert wird, finde ich auch irrelevant. FĂŒr mich geht es um den fertigen Cocktail, wie er getrunken wird. Damit wĂ€ren weder Anejo Highball noch El Diablo ein Highball, wohl aber ein Longdrink.

Das ist nun aber meine persönliche EinschĂ€tzung, wie ich einen Highball in der Cocktaillandschaft abgrenzen wĂŒrde. Mit Sicherheit gibt es andere AnsĂ€tze bzw. Probleme, die davon nicht abgedeckt werden. Ich freue mich auf weitere Quellen!
 

comander02

aktives Mitglied
Also ich hab auch mal gegoogelt
Kann allerdings nicht sagen ob das alles so stimmt

Dort ist die Rede von Einem Bartender:
Patrick Duffy , Der die Trinkkategorie " Highball " 1895 vergeben hat.

highball Definition English


Deutsche Übersetzung:
hier


Also fĂŒr mich zĂ€hlt auch als highball Spirituose , Wein , Likör etc. und jegliche Art von Limonade
Im Hohen Glas servieren mit Trinkhalm.
Jetzt Stellt sich noch die Frage: viel oder wenig Crushed Eis oder EiswĂŒrfel
Ich bevorzuge EiswĂŒrfel ;)

Also:
Alabama Slammer , Sex on The Beach (Drinks mit mehr als 3-4 Zutaten) usw.
zĂ€hlen fĂŒr mich nicht zu den Highballs sind eher Longdrinks .......

Darauf erst mal ein Gin Tonic

Cheers
 

Gimlet

aktives Mitglied
Werte C&D'ler,
wie der eine oder andere vielleicht in den letzten Tagen mitbekommen hat, arbeite ich gerade an einem neuen Projekt, was sich schwerpunktmÀssig um die Drink Kategorie Highball dreht.
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Freue mich auf eine rege Diskussion. Wenn ich nĂ€chste Woche wieder in Hamburg bin. Werde ich mal ein paar Definitionen aus verschiedenen BĂŒchern nachliefern.

Jörg Meyer

Reine Neugier. Was ist das denn fĂŒr ein Projekt?
 

hannibal-007

Neues Mitglied
Sex on the Beach ist fĂŒr mich ein Punch, wenn auch kein guter. One of a sour, two of a sweat, three of a strong, four of a weak.
 

dadid123

aktives Mitglied
Im aktuellen Diffordsguide #10 lese ich gerade auf Seite 260 eine interessante Herleitung des Namens Highball:

"...In his 2003 'The Joy of Mixology' Gary Reagan explains that "Highball is an old railroad term for the ball indicator connected to a float inside a steam train's water tank which told the conductor that there was enough water in the tank and so the train could proceed. Apparently when the train was set to depart, the conductor would give the highball - two short whistle blows and one long". Gary explains that this term was apt as the drinks consist of 2 shots of liquor and a long pour of mixer.

Hört sich plausibel an und gefĂ€llt mir. Übrigens wird auch in diesem Artikel vorher die Herkunft des Drinks auf Patrick Gavin Duffy 1895 zurĂŒckgefĂŒhrt.
 

joerg.meyer

Neues Mitglied
@dadid123 ... beim Signal gibt es etwas unterschiedliche Versionen, ich finde diese Geschichte etwas charmanter und man findet dazu viele Quellen. Kurz gesagt: Highball hieß Speed geben, der Heizer (Boilerman) hatte was zu tun... http://www.flickr.com/photos/lucky525/3038446783/



Werte C&D'ler,
wie der eine oder andere vielleicht in den letzten Tagen mitbekommen hat, arbeite ich gerade an einem neuen Projekt, was sich schwerpunktmÀssig um die Drink Kategorie Highball dreht.
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Freue mich auf eine rege Diskussion. Wenn ich nĂ€chste Woche wieder in Hamburg bin. Werde ich mal ein paar Definitionen aus verschiedenen BĂŒchern nachliefern.

Jörg Meyer

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Reine Neugier. Was ist das denn fĂŒr ein Projekt?
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Zum Projekt: Ich eröffne in kĂŒrze mit dem Team vom Le Lion ‱ Bar de Paris eine neue "Dive" Bar in Hamburg Eppendorf/Hoheluft.

THE BOILERMAN BAR - Highballs and Music

Wie man dem "Untertitel" entnimmt, widmet sich diese Bar schwerpunktmĂ€ssig dem Thema Highballs (damit verbunden eine große Auswahl American Whiskey). Der bereits erwĂ€hnte Duffy hatte mich schon einmal vor mehr als sieben Jahren zur Bar LE BON LION und spĂ€ter zum LE LION inspiriert

„Bartending is an old and honorable trade. It is not a profession and I have no sympathy with those who try to make it anything but what it was. The idea of calling a bartender a professor or mixologist is nonsense.

In the many years that I have tended bar, I have learned a few lessons that may be of some benefit to bartenders of the near future. The barkeeper should be neatly shaved, and his hands and nails should be immaculately clean. A good bartender wears a fresh white linen coat, and I personally fancy a carnation. I hope, in the better bars, to see the old tradition of the trade revived. At the Ashland House, for instance, where I had charge twelve years, four barmen in spotless white, wearing carnations in their lapels, were ranged in their appointed stations behind the long, highly-polished bar. When a customer approached, a little napkin of Irish linen was placed on the counter in front of him. A gleaming glass, suitable for the drink he ordered, was set before him, and the bartender than rapidly mixed the drink.

I cannot too much deplore the custom, which has become prevalent of late of free and general conversation between bartenders and patrons. The bartender should answer civilly and briefly every reasonable question that is put to him, but he should not enter into protracted conversation with the customers. Mr. Brockway, the proprietor of the Ashland House had one of the most distinguished bars of the old days, and he was in the habit of discharging immediately any barkeeper whom he found indulging in unnecessary conversation across the counter.“

Patrick Gavin Duffy - The Official Mixer's Manual - 1934

Vor einiger Zeit war er wieder Quell der Inspiration fĂŒr dieses neue Projekt und den Fokus auf die vergessene und eventuelle Missverstandene Gruppe der Highballs.

Die Definitionen im aktuellen Cocktail Wiki Eintrag sind durchaus richtig. Nur was man bei Highballs und einem Definitionsversuch nie vergessen sollte ist die Entwicklung und der Zeitbezug. Die Ur-Definition fĂŒr Highballs sind American Whiskey Whisk(e)ys, Eis und Soda.
Die Definitionen auf Wiki sind nur dann korrekt, wenn man Sie im zeitlichen Kontext sieht.

Die UrsprĂŒngliche Idee dahinter, und daher auch der Name, aber ist eine extrem schnelle Zubereitung. Die Frage ist z.B. ob Rickeys, Bucks oder Mules nicht eine Unterkategorie in der Hauptkategorie Highballs sind? Ich denke eher in diese Richtung...

Ein El Diablo ist in meinen Augen z.B. heute ein Highball.

Falls jemand das Projekt verfolgen möchte, gibt es derzeit hier die Möglichkeit
http://www.facebook.com/TheBoilermanBar
. Eine Webseite folgt in KĂŒrze unter boilerman.de

Wir werden dem geneigten Cocktail Freund in einer Pre Opening Woche die Chance zum Testen geben, wer eingeladen werden möchte, dem sei ein Subscribe bei den "Freunden des Löwen" empfohlen:

http://jrgmyr.us1.list-manage.com/subscribe?u=db7600f629aa2fae286a1f0a3&id=08131ab671


ZurĂŒck zu den Highballs. Ich freue mich auf jeden Beitrag. Schnipsel, Links, Zitate, Definitionen, Textstellen rund zum Thema Highballs. Ein "Falsch" gibt es da eher nicht, man muss die BeitrĂ€ge eher in den richtigen zeitlichen Rahmen einsortieren.

Sobald ich wieder Zeit im Bureau finde, lade ich mal meine "FundstĂŒcke" hier hoch....

Gruß

Jörg Meyer


 

Gimlet

aktives Mitglied
FĂŒr mich ist ein Highball eine Spirituose mit Mineralwasser bzw. Sodawasser. Mischungen mit Tonic, Ginger Ale usw. nicht. Bei Kulinarischem bin ich fĂŒr die Bewahrung des Orginalen - soweit man es weiß.

Meiner Ansicht nach war Patrick Duffy nicht der "Erfinder" des Highballs bzw. auch nicht der Namensgeber.
http://en.wikipedia.org/wiki/Highball

@jörg.meyer
Warum glauben Sie daß es American Whiskey im Original ist? Ich las meistens von Scotch.
 

joerg.meyer

Neues Mitglied
FĂŒr mich ist ein Highball eine Spirituose mit Mineralwasser bzw. Sodawasser. Mischungen mit Tonic, Ginger Ale usw. nicht. Bei Kulinarischem bin ich fĂŒr die Bewahrung des Orginalen - soweit man es weiß.

Meiner Ansicht nach war Patrick Duffy nicht der "Erfinder" des Highballs bzw. auch nicht der Namensgeber.
http://en.wikipedia.org/wiki/Highball

@jörg.meyer
Warum glauben Sie daß es American Whiskey im Original ist? Ich las meistens von Scotch.

Pardon, da hab ich mich falsch ausgerĂŒckt. Die Urdefinition ist Soda und Whisky(e)y. Im Boilerman geht mehr um American Whiskey ...
 

Gimlet

aktives Mitglied
Haben Sie mal vom Highball im Zusammenhang mit dem Niblo Theatre in New York gehört?
 

Gimlet

aktives Mitglied
Darauf einen Gimlet. Vielleicht erfreut Sie das. FĂŒr mich bis jetzt die glaubwĂŒrdigste Geschichte.

Bitte meinerseits. Wenn Sie das erwÀhnte Buch jemals in die HÀnde bekommen, schenken Sie dem Forum eine digitale Kopie.

GrĂŒĂŸe Gimlet
 

AnhÀnge

  • Highball Taufpate Feuerwehrmann William Gibson.png
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hannibal-007

Neues Mitglied
Alles was wir heute als GetrÀnkekategorie wahrnehmen, mit der wir spielen, mit der wir arbeiten, hat mal als konkreter Drink angefangen. Allerdings ist dieser konkrete Drink meist nicht frei von Spitzfindigkeiten und enthÀlt unbekanntes Potential.

Beispiel:
Julep:
Erfunden als Bourbon, Minze, Zucker im Silberbecher.

Spitzfindigkeiten: Silberbecher? - Cool, aber sicher kein muss. Muss das Minze sein? - Die Frische der Minze muss her, wohl nicht substituierbar.
Potential: Gin funktioniert ja auch?! Und Tequila und...

Ich denke beim Highball mĂŒssen wir diesen Weg noch gehen.

Wenn man das Zitrusverbot und die die KohlensĂ€urepflicht zu einer Spitzfindigkeit erklĂ€rt, dann ist der Weg frei fĂŒr Highball als Oberkategorie und synonym zu Longdrink zu verstehen.

Spirituose/Wein + Filler mit viel Eis im Longdrink/Highballglas gebaut.

Ob da nun ne Zeste drin ist oder nicht ist eine Detailentscheidung. Insgesamt finde ich, dass die Unterschiede unserer Definitionen sich im oder zumindest nahe dem Spitzfindigkeitsbereichs aufhalten.

Daher mal eine andere Betrachungsweise:
Folgende Kategorien benötigen alle ein großvolumiges hohes Glas, sind KaltgetrĂ€nke und erscheinen auf den ersten Blick Ă€hnlich:

Collins
Rickey
Buck
Fizz
Lemonade
Punch
Cobbler
Julep

UnabhÀngig von dem was drin ist und wie sie gemacht werden haben diese aus Sicht des Trinkers gewisse Gemeinsamkeiten.
Die meisten davon sind leicht zu trinkende, einfache, erfrischende Drinks, die sicherlich keine minderwertigen, jedoch einfache Zutaten erfordern. Teure, filigrane Zutaten sind da meist zu speziell und wĂŒrden sich dort gar nicht entfalten können.
Diese Drinks erfordern Zutaten, die eine klare Sprache sprechen, die sich nicht unterkriegen lassen durch einen Filler.

Der Fizz ist hier schon ein GrenzgÀnger, weil er durch den geringen Sodaanteil recht stark ist.
Punch, Cobbler und Julep sind schlicht zu stark und passen nicht rein.
Ein Long Island Ice Tea ist fĂŒr mich ein vergewaltigter Collins. Cola ist nix anderes, als gesĂŒĂŸtes, aromatisiertes und gefĂ€rbtes Soda, dazu Spirituosen und SĂ€ure. Im Glas gebaut.

Es bleiben also folgende ĂŒbrig:
Collins
Rickey
Buck
Fizz
Lemonade

Das sind denke ich typische GetrĂ€nke, die in das Barkonzept passen dĂŒrften.
Die Liste aus dem ersten Beitrag passt dazu hevorragend. So Geschichten wie Gin Tonic halte ich fĂŒr schwierig einordnebar. Vil ein Indiz fĂŒr eine fehlende Kategorie?

Jetzt wĂ€re es an der Zeit sowohl historische Belege als auch BegrĂŒndungen zu finden, ob man diese als Highballs zusammenfassen kann oder oder der Highball sich dort einreiht, da er doch das eine oder andere spezielle erfordert.
 

Gimlet

aktives Mitglied
Also bei der Erfindung des Julep im Silberbecher muß ich dir widersprechen. Der Mythos ist sicher entstanden, weil es immer so weitergetragen wurde. Ich denke, daß war eine "Erfindung" der BegĂŒterten und sicher spielte die bessere KĂŒhlung fĂŒr die Werbewirksamkeit dieser AusfĂŒhrung eine Rolle. Den Julep gab es aber schon vorher im Glas. Das ist (fast ;)) ganz sicher.

TatsĂ€chlich gab es damals auch Rezepte fĂŒr Mint Juleps mit Gin, Champagner und Rum.

Merke gerade das dies nicht in diesen Thread gehört. Aber ich finde interessant was du als Thema aufgefĂŒhrt hast.
 

joerg.meyer

Neues Mitglied

Darauf einen Gimlet. Vielleicht erfreut Sie das. FĂŒr mich bis jetzt die glaubwĂŒrdigste Geschichte.

Bitte meinerseits. Wenn Sie das erwÀhnte Buch jemals in die HÀnde bekommen, schenken Sie dem Forum eine digitale Kopie.

GrĂŒĂŸe Gimlet

[/quote]

Sehr schöner Text, aber warum "die GlaubwĂŒrdigste"? Ich glaube ĂŒbrigens derzeit, das der Drink aus Amerika kommt - daher unsere Verbindung zu American Whiskey.

Wenn Ihnen dieser Text als der GlaubwĂŒrdigste erscheint, warum glauben Sie dann andererseits, das es Scotch Whisky sein sollte?

Bei Kulinarischem bin ich fĂŒr die Bewahrung des Orginalen - soweit man es weiß.

Das scheint mir etwas eng gefasst und der Sache und "Erforschung" einer Kategorie nicht hilfreich.
 

hannibal-007

Neues Mitglied

Also bei der Erfindung des Julep im Silberbecher muß ich dir widersprechen. Der Mythos ist sicher entstanden, weil es immer so weitergetragen wurde. Ich denke, daß war eine "Erfindung" der BegĂŒterten und sicher spielte die bessere KĂŒhlung fĂŒr die Werbewirksamkeit dieser AusfĂŒhrung eine Rolle. Den Julep gab es aber schon vorher im Glas. Das ist (fast ;)) ganz sicher.

TatsĂ€chlich gab es damals auch Rezepte fĂŒr Mint Juleps mit Gin, Champagner und Rum.
Glaub ich dir gern.

FĂŒr mich ist der Anfang von solchen GetrĂ€nken immer ein StĂŒck weg Chaos.
Und um so mehr dieser sich verbreitet um so mehr wird dieser weiterentwickelt und verfestigt sich.
Und wir können heute relativ einfach dieses Chaos betrachten und erkennen die Idee und sind frei von Engstirnigkeiten.
Daher sind solche Originale eher der Anfang einer Entwicklung und aus heutiger Sicht sicherlicher geschichtlich interessant, aber fĂŒr die Aufarbeitung sind sie nur ein PuzzlestĂŒck.

Mein Problem ist schlichtweg, dass mir die Literatur langsam ausgeht.
Meine Sammlung ist nich soo groß und bin davon derzeit auch recht weit (350km) entfernt.
 

hannibal-007

Neues Mitglied
Ich habe mal via Google aktuelle Rezepte, die im Zusammenhang mit dem Begriff Highball genannt werden, gesucht.

Ergebnis:
Immer Spirituose
Immer ein Filler
Nahezu immer ein kohlensÀurehaltiger Filler
gerne mal eine Zitruszeste
selten SĂ€ure (Cuba Libre wird gerne genannt)

es gibt allerdings zwei Bars in den USA, die sich offensichtlich insgesamt mit der Materie beschÀftigen, jedoch den Begriff Highball aber eher legere auslegen.

http://www.highballlounge.com/drinks/
http://www.thehighball.com/food-drink/

Die haben Top Drinks auf der Karte, aber wenn ein Monkey Gland ein Highball sein soll, dann wird es unglaubwĂŒrdig. Dort wird auch viel mit SĂ€ure gearbeitet.

 

Marler

Neues Mitglied



Bei Kulinarischem bin ich fĂŒr die Bewahrung des Orginalen - soweit man es weiß.

Das scheint mir etwas eng gefasst und der Sache und "Erforschung" einer Kategorie nicht hilfreich.
[/quote]




Jetzt wĂ€re es an der Zeit sowohl historische Belege als auch BegrĂŒndungen zu finden, ob man diese als Highballs zusammenfassen kann oder oder der Highball sich dort einreiht, da er doch das eine oder andere spezielle erfordert.
[/quote]

Eine wirklich interessante Diskussion. Sieht man nun an obigen Antworten, dass es letztendlich darum geht, wie man persönlich seine Definition bestimmt? Gimlet bleibt bei einer klassischen Definition, fĂŒr Hannibal und mich hat sich die Welt schon etwas weiter gedreht und Herr Meyer sieht die Kategorie eher unter Aspekten der heutigen (Cocktail)Kultur. Gemein ist, dass sich alle ĂŒber den zeitlichen Wandel bewusst sind, diesen aber unterschiedlich bewerten.

Damit sollte es - in einem begrenzten Rahmen und bei entsprechender BegrĂŒndung- legitim sein, einen El Diablo als Highball zu bezeichnen, wenn man entsprechend konsequent bei anderen Kategorien vorgeht.

Ein 100 % "Richtig" bzw. "Falsch" wird es nicht geben, gleiches gilt fĂŒr die UrsprĂŒnge. Einige AnsĂ€tze können wahrscheinlicher sein als andere, aber endgĂŒltig klĂ€ren wird man die Frage nicht. Vielmehr bietet es sich doch an, genau mit diesen Ungenauigkeiten zu spielen, diverse Theorien vorzustellen, jedoch aus einer eigenen Bewertung heraus sich auf "seine" Version festzulegen.
 

hannibal-007

Neues Mitglied
Die Antwort gibt es nicht, aber es gibt Argumente, die teilweise noch ausgegraben werden mĂŒssen.
Wenn davon genug fĂŒr pro und contra vorhanden sind, dann ist man auch in der Lage sein eigenes Urteil zu bilden

by the way: Gendankenanstoß: Wenn Gin Tonic ein Higball ist, dann ist es Rum Cola auch.
 

Gimlet

aktives Mitglied


Sehr schöner Text, aber warum "die GlaubwĂŒrdigste"? Ich glaube ĂŒbrigens derzeit, das der Drink aus Amerika kommt - daher unsere Verbindung zu American Whiskey.

Wenn Ihnen dieser Text als der GlaubwĂŒrdigste erscheint, warum glauben Sie dann andererseits, das es Scotch Whisky sein sollte?

Bei Kulinarischem bin ich fĂŒr die Bewahrung des Orginalen - soweit man es weiß.

Das scheint mir etwas eng gefasst und der Sache und "Erforschung" einer Kategorie nicht hilfreich.
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Der GlaubwĂŒrdigste fĂŒr mich, da ich keine bessere Geschichte kenne. Glaubhaft fĂŒr mich, da der ErzĂ€hler ein Author ist, der sich offensichtlich (leidenschaftlich) mit dem Thema auseinandersetzt und in seinem Buch Drinks und seine "Erfinder" vorstellt. So interpretiere ich den Text. Deshalb auch die Bitte - falls der Zufall es will. Aber ich befĂŒrchte, daß es dieses Buch nicht mehr gibt.
Auch nennt er "Ross und Reiter" beim Namen. Immerhin widerspricht er öffentlich den wohl bekannten Mixern die den "Highball" sich zuschreiben. Und mit der Aussage, daß ist "Geschichte New Yorks" wĂŒrde er sich lĂ€cherlich gemacht haben, falls dies nicht stimmt.

Die Frage nach dem Scotch verstehe ich nicht wirklich. Brandy Soda gab es wohl in England auch. Wer das erste mal einen spĂ€ter "Highball" genannten Drink gemischt hat werden wir wahrscheinlich nicht herausfinden können. Ich bin aber auch Ihrer Meinung, daß der Highball ein amerikanischer Drink ist. Jedoch kann er sehr wohl auch in unserem Beispiel mit Scotch (Malt) gemixt worden sein. Was spricht dagegen? Ein Stinger ist auch ein amerikanischer Drink, der ein europĂ€isches Produkt enthĂ€lt. Genauso wie ein Martini. Oder habe ich Sie mißverstanden?

Neben amerikanischen Whiskey gab es ja auch Importware. Man kann zwar lesen, daß damals viel betrogen wurde, zumindest gab es offiziell Scotch Whiskey/Whisky in den USA lange bevor der Begriff Highball geprĂ€gt wurde.

Ich meinte auch nicht, daß ein Highball mit schottischem Whisky gemixt werden muß, sondern das ich viel vom "Scotch Highball" gelesen habe, aber nicht von einem Highball der ausdrĂŒcklich aus amerikanischem Whiskey gemixt wurde. Falls Sie da mehr Informationen haben, wĂŒrde ich mich ĂŒber freuen wenn Sie darĂŒber berichten.

+ @ hannibal
Was die Bewahrung des Orginalen anbetrifft, meinte ich nicht das Bewahren einer schlechten QualitĂ€t mit etwaigen Originalprodukten (Brands), sondern eher das Herausfiltern bzw. Weglassen von "mit der Zeit eingeflossener KreativitĂ€t" die meistens negativ in meinen Augen ist. So ist z.B. ein Martini mit Tequila fĂŒr mich kein Martini mehr - auch wenn man ihn Tequila Martini nennt.

Wenn der Charakter eines Drinks verĂ€ndert wird, durch Zugabe "neuer Zutaten" sollte der Drink einen neuen Namen erhalten. Damit wird auch die Abgrenzung und Klarheit gefördert. Oft wurden und werden die Klassiker ja auch mißbraucht um mit dem "großen Namen" sein eigenes "Werk" besser vermarkten zu können. Ein Martini ist eben ein Martini, gleiches gilt fĂŒr Manhattan.




 

Gimlet

aktives Mitglied


..........Daher sind solche Originale eher der Anfang einer Entwicklung und aus heutiger Sicht sicherlicher geschichtlich interessant, aber fĂŒr die Aufarbeitung sind sie nur ein PuzzlestĂŒck. .....

Manche Dinge sollten sich aber gar nicht "weiterentwickeln", ganz einfach weil Sie schon perfekt sind in ihrer Klar- und Einfachheit. Nehmen wir den von mir erwÀhnten Stinger.
http://www.esquire.com/drinks/stinger-drink-recipe

Wo es um eine subjektive, individuelle Abrundung des Geschmacks geht ok. - mir taugt die Kappeler Rezeptur nicht -, aber spÀtestens bei Amer Picon finde ich es nicht mehr sinnvoll von einem Stinger zu sprechen. Wo hört so eine "Entwicklung" dann eigentlich auf? Und wer bestimmt das?
 

Gimlet

aktives Mitglied
Ich habe mal via Google aktuelle Rezepte, die im Zusammenhang mit dem Begriff Highball genannt werden, gesucht.

Ergebnis:
Immer Spirituose
Immer ein Filler
Nahezu immer ein kohlensÀurehaltiger Filler
gerne mal eine Zitruszeste
selten SĂ€ure (Cuba Libre wird gerne genannt)

+@Marler
Apropos Zitruszeste. Anfang des 20.Jahrhunderts schrieb ein Kolumnist, wenn er eine Million Dollar hĂ€tte, wĂŒrde er sie ausgeben um die Person zu finden, die als erste eine Zitronenzeste in einen Scotch Highball gegeben hat, um ihn dann umbringen zu lassen. Soweit geht mein Wunsch nach "OriginalitĂ€t" dann doch nicht ;)
 

Gimlet

aktives Mitglied
Die Antwort gibt es nicht, aber es gibt Argumente, die teilweise noch ausgegraben werden mĂŒssen.
Wenn davon genug fĂŒr pro und contra vorhanden sind, dann ist man auch in der Lage sein eigenes Urteil zu bilden

+1
 

mangomix

aktives Mitglied
Ich beantrage sofortige Exkommunikation von Hannibal aus dieser Community! Ketzer! ;)
 

hannibal-007

Neues Mitglied
Aber nur verbunden mit dem gleichzeitigem Einfuhrverbot von Mangos in die EU!
 

mangomix

aktives Mitglied
Kann ich mit leben, mein Nickname hat ja mit den FrĂŒchten (fast) nichts zu tun ;)
 

bochi

Neues Mitglied
In dem Buch "Der Mixologist" von 1909 findet man folgende Definition:

High-Ball

In ein High-Ball-Glas gib ein schönes StĂŒck Kristalleis, ein Sherryglas Scotch- oder Ryewhisky, drĂŒcke ein StĂŒckchen Zitronenschale hinein und fĂŒlle es mit Selterwasser auf.

In dem Buch "The Artistry of mixing drinks" von 1936 findet man folgende Definition:

BRANDY HIGHBALL
In tumbler: a large piece of Ice, one glass of Brandy; add Schweppes soda water or syphon and serve.
BACARDI, GIN, PEACH BRANDY,RUM or either WHISKEY HIGHBALL
the same as Brandy Highball except use liquor chosen.

 

bochi

Neues Mitglied
Dann hÀtten wir noch:

In dem Buch "Jacks Manual" von 1910 findet man folgende Definition:

Rye High-Ball
1 piece of ice in glas
100% of Rye Whisky
Fill glas with Fizz Water and serve

 

bochi

Neues Mitglied
Das ist bisher die Àlteste Definition die ich gefunden habe

In dem Buch "Bartenders Manual" von 1882 findet man folgende Definition:

HIGHBALL
(Use a medium size fizz
glass.)
Mix as follows:
2 or 3 lumps of clear crystal ice
1 wine glass of Scotch whiskey
Fill up a glass with ice-cold syphon vichy
if customer requires whiskey, gin, brandy or highball, you must then use the liquor accordingly.
 

mangomix

aktives Mitglied
Danke fĂŒr die FundstĂŒcke, b.o.c.h.i.! Jedoch eine Anmerkung/Frage zu Johnson: hast du da wirklich in der 1882 erschienenen Erstausgabe nachgesehen ... oder war es eine revised edition? (Meine ist z.B. von 1934, da steht das gennannte Zitat auf S. 251).
 

bochi

Neues Mitglied
Danke fĂŒr die FundstĂŒcke, b.o.c.h.i.! Jedoch eine Anmerkung/Frage zu Johnson: hast du da wirklich in der 1882 erschienenen Erstausgabe nachgesehen ... oder war es eine revised edition? (Meine ist z.B. von 1934, da steht das gennannte Zitat auf S. 251).

Du hast Recht. Ich hatte nur auf den Umschlag geschaut. Es ist aber die Revised von 1934 :(
 

mangomix

aktives Mitglied
Verdammt, jetzt hatte ich gerade schon eine gute handvoll Fundstellen zw. 1900 und 1940 abgetippt und jetzt stĂŒrzt mein Browser ab und alles ist weg...

Aber im Grunde bestÀtigen sie alle das, was hier schon oft steht: Highball = Spirituose + Soda. Mal Bourbon, mal Scotch, mal Brandy (F. Meier, Ritz Paris: "Brandy Highball"), mal jede Spirituose/Likör/Wein, alternativ darf es auch oft Ginger Ale sein. ZitrussÀfte oder andere Zutaten sind nie drin, lediglich Tom Bullock liefert 1917 zwei Varianten, die eher "fancy" sind, z.B. mit Sherry, Ananassirup und Zitronensaft, scheint aber anzunehmen, dass der "richtige" Highball ohne Namenszusatz ohnehin bekannt ist, da der im Text gar nicht vorkommt.

Hier nochmal die frĂŒhesten Funde:

  • [li]J. C. Maloney: The 20th Century Guide for Mixing Fancy Drinks (Chicago, 1900): "High ball. Put in a high ball glass one piece of ice, then place the bottle of liquor to the customer, allowing him to help himself; after pouring in the liquor fill up the glass with seltzer or any water the customer may desire. This is sometimes called a Bradley Martin."[/li]
    [li]T. Daly: Daly's bartender's encyclopedia (Worcester, Mass. 1903): "HIGH BALL. Use a fizz glass. 1 or 2 small lumps of ice. 1 wine glass of Plymouth gin. Fill the glass with ice cold syphon seltzer. If customer requires whiskey or brandy, mix in the same manner. This, without doubt, is the blue ribbon long drink in which an alcoholic fluid is a factor. (Anm.: blue ribbon wurde damals als Ausdruck fĂŒr QualitĂ€t und, hier ja sehr passend, Geschwindigkeit verwendet, auf das Blaue Band fĂŒr die schnellste AtlantikĂŒberquerung anspielend).[/li]
    [li]Frank Newmann: American Bar (1904): "White label 'Highball'. Pour servir un 'white Label' Highball, prendre le verre no. 10 (Anm.: abgebildet ist ein mittelgroßes, zylindrisches Becherglas), y mettre quelques morceaux de glace. DĂ©boucher une bouteille ou une demi-bouteille de soda et passer le tout avec la bouteille de Dewar's whisky 'white Label' au consommateur." Also ein Whisky-Soda, den sich der Gast selbst mixt. [/li]

Einen "Erfinder" des Highball zu finden zu wollen (so Ă  la "am lauen Sommerabend des 13. August 1892 mixte Barkeeper X an der Y Bar in Z den ersten Highball"), halte ich im ĂŒbrigen fĂŒr Legendenbildung. Spirituosen hat man immer schon mit Wassser verlĂ€ngert, und garantiert auch mit Soda, als das verfĂŒgbar wurde. Mit Sicherheit schon lange bevor die Bezeichnung "Highball" sich einbĂŒrgerte.
 

Alchemyst

aktives Mitglied
Denke ich auch.
Wenn ich das Anliegen richtig verstanden habe, geht es ja nicht nur um historische Definitionen fĂŒr den Elfenbeinturm
sondern darum, ein konkretes Barprojekt mit dem Untertitel "Highballs & Music" theoretisch zu unterfĂŒttern.
Die Idee, hier das Forum zu fordern, ist wunderbar, denn hier kann das (oft nur labernde) Forum seine geballte theoretische Kompetenz zeigen und konstruktiv seine "Nerdigkeit" ausleben... ;)
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Um solch ein Bar-Projekt zu refinanzieren mĂŒssten - meiner EinschĂ€tzung nach -
die angebotenen GetrÀnke, sagen wir mal, etwas breiter aufgestellt sein:
Kategorien verÀndern sich im Laufe der Zeit.
Die Kategorie:"Ein mittelgroßer Mann" wurde vor 50 Jahren auch anders bemessen als heute.
In der Drink-Kategory: "Cappucchino" wird heutzutage nur noch sehr selten mit Sahne gearbeitet,
im Gegensatz zu den 80er Jahren... .
Hier sind wir wieder beim Thema: "Was ist authentisch?"


Die UrsprĂŒngliche Idee dahinter, und daher auch der Name, aber ist eine extrem schnelle Zubereitung. Die Frage ist z.B. ob Rickeys, Bucks oder Mules nicht eine Unterkategorie in der Hauptkategorie Highballs sind? Ich denke eher in diese Richtung...
Ein El Diablo ist in meinen Augen z.B. heute ein Highball.

Interessant fÀnde ich, zu beobachten wie sich ein Highball im Laufe des Jahrhunderts verÀndert hat,
zum einen in der Definition, zum anderen was die konkreten Rezepte angeht.
Definitionen bzw. Kategorien beeinflussen neukreierte GetrĂ€nke, andererseits mĂŒssen sich die Kategorien dem Wandel
und den neu geschaffenen Fakten anpassen.
Der Highball hat sich auch meiner EinschÀtzung nach zu einer Oberkategorie gemausert.
Belege aus den 60er Jahren liefere ich bei Gelegenheit nach.
___________________________________________________________________

HĂ€tte man eine Reihe verschiedener Beschreibungen des Highballs (Zitate) im Laufe der Jahre
und verschiedenen AusprÀgungen dieser MixgetrÀnke-Kategorie in Rezeptform
könnte man sich im Theorie- (Zitat) und Praxis- (GetrÀnk) Test
wunderbar einen ganzen Abend durch ein Jahrhundert trinken. -
Eine schöne Idee fĂŒr eine Party wie fĂŒr eine Barkarte.
 

mangomix

aktives Mitglied
Der Highball hat sich auch meiner EinschÀtzung nach zu einer Oberkategorie gemausert.

Ein stĂŒckweit bestimmt, wie viele andere Drinks auch. Ich wĂŒrde aber nicht so weit gehen, Highballs und Longdrinks als synomym zu betrachten, auch wenn das in Deutschland oft so verwendet wird (wo Longdrink auf einer Karte oft nur bedeutet, dass die Spirituose mit einem beliebigen Filler verlĂ€ngert wird).

Beim Wegstellen des CafĂ© Royal Cocktail Buch (Reprint von 1937) zufĂ€llig noch einen Blick in's Glossar geworfen: "The name Highball is derived from the piece of ice which floats in the tumbler." Eine sehr simple, aber doch einleuchtende ErklĂ€rung. Zumal in vielen Rezepten eben nur von einem (grĂ¶ĂŸeren) "lump of ice" die Rede ist, das man seinerzeit ja noch mit dem Eispickel vom großen Block schlug. Danach wĂ€re ein Highball einfach ein kleiner, einfacher Longdrink in einem Highball-Glas, der im Glas gebaut (also nicht auf Eis geschĂŒttelt oder gerĂŒhrt) und eben nur durch einen oben schwimmenden, grĂ¶ĂŸeren Eis"ball" gekĂŒhlt wird.
 

Alchemyst

aktives Mitglied
D'accord, Mangomix. - Tja wo hört der Highball auf, Highball zu sein...



‱ Ein Gin Tonic ist ein Highball, wenn der Bartender den Drinks fertig mix und kein Tonic dazu stellt. Ein Highball ist ein fertiger Drink. Wenn man selber mischt ist es ein Longdrink. Ein Cuba Libre ist ein Highball - ein Rum auf Eis im Longdrinkglas mit einem StĂŒck Limette und einer Cola Fl. bei Seite ist ein Longdrink, kein Highball.

Eine hochspannende, essentielle, ans Wesenliche herangehende Feststellung, die man nicht ĂŒbergehen sollte.
Hier entscheidet sich die Rolle der verschiedenen "Protagonisten" im Dreieck Bartender/Gastgeber - (Zauber)Trank - Gast.
 

hannibal-007

Neues Mitglied
Die Zubereitungsart ist wichtig um einen Highball zuzubereiten. Gebaut im Glas mit Eis - also ist ein Fizz kein Highball.
Mit Soda und ohne Zitrus oder dennoch gern mit Zitruszeste ist denke ich auf die frĂŒhe Phase das Highballs relativ sicher.
Da haben wir zumindest einige Quellen mittlerweile. Ich bin gespannt auf Alchemyst Quellen der spÀteren Jahre.

Zubereitung ist wichtig, ja, aber ich verstehe nicht so recht, wieso es ein Thema ist ob der Filler extra gereicht wird oder nicht.
Ich meine es macht einen praktischen Unterschied, aber warum ist es ein anderes GetrĂ€nk. Ich wĂŒrde eher sagen es ist eine Art und Weise ein GetrĂ€nk an verschiedene Situationen anzupassen.
Sitze ich in Ruhe an der Bar will ich das Tonic gerne selber dosieren. Ist das GetrĂ€nk eher ein reines BegleitgetrĂ€nk, was gar keine große Beachtung bekommen darf, dass soll das Tonic bitte im Drink sein und davon auch reichlich, wenn ich nicht zu viel.
Trotzdem trinke ich in beiden FĂ€llen Gin Tonic.
Ich erwarte auch hier reichlich Diskussion. Ich bin gespannt.
 

joerg.meyer

Neues Mitglied
So, mal wieder ein kurzer Stop am Rechner. Es freut mich, das die Diskussion in Schwung kommt.

Ich gebe hier mal im kurzen meine Ideen zum Highball wieder. Sicherlich, wir halte halten einige wenige StĂŒcke Papier in der Hand, Fetzen aus verschiedenen Epoche der Zeit. Ich erhebe hier kein Anspruch auf Richtigkeit. Derzeit einfach mein Bild des Puzzles. Sollte neue Steine auftauchen, mag sich das Ă€ndern.

Der Highball am Anfang der Definitionkette, ist ein simpler Whisk(e)y mit Soda. Ich gehe davon aus, das der Highball als solcher seinen Ursprung in Amerika hat. Gerade in Bezug auf den Namen. Sicherlich wurde in England Scotch & Soda getrunken, wahrscheinlich auch schon eher - was sich im Nachhinein, wenn wir den Drink zur Kategorie ausweiten, perfekt in die Definition eines Highballs passt.

Meiner Meinung nach war das Wort Highball ein weit gebrĂ€uchlicher Begriff im amerikanischen „Slang“ Englisch. Der Ursprung lag in einem Zugsignal. Dessen frĂŒhe Bedeutung war simple: proceed speed. Oder um @dadid123 FundstĂŒck zu nennen:

„high'ball

to proceed at great speed “

Der „Drink“ war schnell zubereitet. Ich glaube, das ist die Hauptdefinition des Drinks. Wenn wir „Whiskey & Soda“ etwas „aufmachen“ kommen wir zu Definitionen wie Spirituose und kohlensĂ€urehaltiger Filler.

Wichtig ist hierbei sehr wohl die Ausschankmenge und das VerhĂ€ltnis zueinander. Es geht darum fĂŒr jeden Drink die perfekte Mischung von Anfangs Whiskey und Soda zu finden. Ein Highball wird meiner Meinung niemals mit einer Flasche Filler serviert. Das ist ein Longdrink. Beim Highball entscheidet der Bartender das MichungsverhĂ€ltnis (Sicherlich in Abstimmung und auf Wunsch des Gastes)

Ich habe ein paar mir bekannte Herren der Àlteren amerikansichen Garde gefragt und die Antworten truddeln gerade in.

Dale de Groff hatte einen interessanten Aspekt:

„The highball 


Spirit in a tall glass with ice, (a lot of ice in the America version) mixed with water, a carbonated beverage, some sort of juice or a combination of two or three of these mixers.

Old hotel waiters got in the habit of ordering drinks using highball / lowball as short cuts, for example: "Hey Chuck three whiskey water, two highballs and a low ball" translated: two whiskies in tall glasses with lots of water, and one in a rocks glass with a splash of water.
„

Es geht darum, das ĂŒber Glas auch das Eis und MischungverhĂ€ltnis definiert wurde. Ein Highballglas ist nicht all zu groß. Collins und andere sind deutlich grĂ¶ĂŸer. Ein Collins Glass dient heute oft dem typischen Longdrink Service.

Viele „Alte Drinkskategorien“ dienten frĂŒher einer kurzem Beschreibung des „Wie ich meine Spirituose serviert haben möchte“.

Ich Rickey bedeute Whiskey, Schuss Zitrone, etwas Soda - also frisch und prickelnd.
Ein Sour war Whiskey SĂŒĂŸ/Sauer (Welche Soße zu den Mc Nuggets :) ? ) , ein Colonel Collins ein LANGER erfrischender, durstlöschender Drink.

SpĂ€ter dann entstanden Abwandelungen mit anderen Spirituosen, die ebenfalls sehr berĂŒhmt wurden (Great Gatsby z.B. trank man immer den GIN RICKEY).

Wichtig ist bei alle dem, wenn wir einen Highball definieren möchten, das VerhĂ€ltnis von Spirituose zu Filler. Deshalb ist ein Highball Glass nicht sonderlich groß (um die 20 cl) und muss ja auch noch Platz fĂŒr ein LUMP OF ICE halten. Das heißt, wir reden hier ĂŒber 1 zu 2 bzw 1 zu 2,5 MischungsverhĂ€ltnisse. Das Katapultiert einen Highball in eine ganz andere Ecke, und ich muss sagen, nach gut drei Monaten Highball Trink Research (Pausen seien bedacht), :Eine Ecke die mir verdammt gut gefĂ€llt.

Bourbon mit wenig gutem Ginger Ale ist eine Offenbarung, Scotch mit wenig gutem Soda geht unglaublich auf, wird fruchtig, blumig.

Ein Gin & Tonic muss kein Highball sein. So wie wir Ihn in der Regel servieren ist es ein schöner Longdrink. Wenn wir Ihn aber im reduzierten MischungsverhĂ€ltnis servieren, und unseren GĂ€sten auch keine Chance zu „VerlĂ€ngerung“ geben - können sich wahre Geschmackswunder auftun. Gin & Tonic als Highball ist, unter Kennern und Connaisseuren, ein Komplett anderes Geschmackserlebnis als ein Gin & Tonic als Longdrink. Das MischungsverhĂ€ltnis ist entscheident fĂŒr einen Highball

Die Frage ist nicht: Ist ein Gin & Tonic ein Highball. Die Frage ist: Möchte ich meinen Gin & Tonic als Highball oder als Longdrink servieren?

Das Glass entstand sicherlich nach dem Drink. Als man auf den berauschenden Geschmack eines Highballs Services aufmerksam geworden war, galt es die perfekte Glas GrĂ¶ĂŸe fĂŒr diesen Köstlichen Drink zu finden.

Wenn wir die Definitionen eines Highballs und dessen Entwicklung ĂŒber die Jahre ansehen, gilt es einiges Gerade zu rĂŒcken, aber auch die Kategorie zu „erweitern“ - bei richtigem Service!

Ein Campari Orange ist grundsĂ€tzlich ein Longdrink. Wenn wir Ihn nun reduzieren, in einem Highballglas servieren, in einem krĂ€ftigen MischungsverhĂ€ltnis, wĂŒrde ich sagen, es ist ein Highball. Bestell also jemand an der Bar einen Camapri Orange ist die Frage vom Bartender: „Highball oder Longdrinks Service?“

Das heißt: Ein Highball, beschreibt den Service, wie ich meinen Drink, die Spirituose konsumieren möchte. Ähnlich wie ein Rickey

Die Drinkorder „Highball“ beschreibt einen „Service“

Wenn ich die Haupteckdaten dieser Service Beschreibung richtig herausarbeite, lassen sich viele Drinks auch als Highball servieren. Ein EL DIABLO, mondern gefasst, kann durchaus als Highball serviert werden. Das MischungsverhĂ€ltnis von Filler zu Spirituose, Lime, Likör muss auf jeden Fall „klein“ gehalten werden, der Drink sollte im Highballglas serviert werden.

Wir haben gestern, in der Baustelle Boilerman, ein paar (staubige) Test Highballs geschickt. Die Resonanz war positive. Die „GĂ€ste“ waren ĂŒberrascht vom „neuen“ Service.

Ich werde unser Konzept, wie wir Highballs im Boilerman servieren, hier in kĂŒrze vorstellen. Ich bitte um etwas Geduld.

Freue mich auf regen Meinungsaustausch und Quellen Sammlung zum Highballs.

Falls jemand verpasst hat, rechtzeitig Basilikum Aktien 2008 zu kaufen, sollte man jetzt in Highball Glas Hersteller investieren :)!

Gruß

Jörg Meyer


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Ein paar Fragen zum Diskutieren und Nachdenken:

Wann und wo wurde das Soda Wasser erfunden. Wann gab es die ersten AbfĂŒllungen in Flaschen?
Wenn 7&7 (Crown Juwel 7 und 7 up) als Highball „durchgeht“ ist doch Zitrone erlaubt? Was ist, wenn ich den Filler z.B. Zitronenlimonade, selber herstelle und karboniere, in ein Syphon fĂŒlle und die Spirituose damit kurz toppe - Definition von Filler und Spirituose erfĂŒllt?
 

Marler

Neues Mitglied
Das sind sehr aufschlussreiche GedankengÀnge, die in sich auch durchaus stimmig wirken.

In dem Aspekt der MischungsverhĂ€ltnisse sehe ich nun jedoch Schwierigkeiten. Als Beispiel: Bestelle ich einen Fizz, erwarte ich einen verlĂ€ngerten Sour ohne Eis mit wenig Soda. Bestelle ich einen Collins, erwarte ich einen verlĂ€ngerten Sour mit Eis und viel Soda. Was erwartet mich denn, wenn ich einen Gin Tonic bestelle? Wie Sie richtig schrieben, muss ich meine Bestellung prĂ€zisieren: Ich hĂ€tte gerne einen Gin Tonic Highball - oder doch lieber als Longdrink? Im ersten Fall wĂŒrde ich den fertigen Drink serviert bekommen, im letzteren die Flasche Tonic Water zusĂ€tzlich. Was nun aber, wenn ich einen Gin Tonic Highball bestelle, diesen jedoch mit viel Tonic Water haben möchte? Dann heißt es: Das geht nicht, da mĂŒssten Sie einen Gin Tonic Longdrink bestellen.

Wie stellt sich die Situation dar, wenn man dem Gast ein Gin Tonic Highball im entsprechenden Glas mit entsprechender Menge Eis und Gin serviert, die Flasche jedoch daneben stellt? Dann hat er doch gar keine Chance, ein schwĂ€cheres MischungsverhĂ€ltnis als das durch Glas + Eis + Gin vorbestimmte zu erreichen. Daher finde ich die Abgrenzung ob mit oder ohne der Flasche Filler serviert weiterhin schwierig. Ich möchte schließlich meinen Drink danach kategorisieren, wie ich ihn letztendlich trinke. Da scheint die Frage: "Mit oder ohne Flasche" sekundĂ€r.

Es wĂ€re vielleicht noch interessant, welche GlasgrĂ¶ĂŸe typischerweise das Highballglas in der Literatur besitzt. Als einziges "historisches" Buch mit beschrifteten GlĂ€sern habe ich "Imbibe!" hier. Dort sieht man eine Zusammenstellung von GlĂ€sern (S. 55) von 1905, bei dem das Highballglas das grĂ¶ĂŸte zu sein scheint. Die berĂŒhmte Ausnahme von der Regel?

In der Theorie definitiv eine interessante Abgrenzungsfrage inklusive Diskussion auf hohem Niveau. Die Frage nach dem 7&7 (wer trinkt denn sowas?) ist berechtigt, als erste Reaktion hĂ€tte ich ihn - nach Ihrer Definition natĂŒrlich nur, wenn das MischungsverhĂ€ltnis entsprechend stark ist - als Highball eingestuft. Allerdings scheint mir bei weiterer Überlegung es von untergeordneter Bedeutung zu sein, ob die Zitrone frisch oder in anderer Form hinzugefĂŒgt wird, auch hier geht es wieder um das Gesamtergebnis. Also kein Highball.

PS: Darauf gibt es spĂ€ter einen Gin Tonic. Und zwar so, wie ich ihn immer gemischt habe: 30cl Glas, 3 große EiswĂŒrfel, 5cl Gin, etwa 12cl Tonic Water. Egal, ob er nun nach aktueller Definition nur noch Highball und nicht mehr Longdrink ist. ;-)
 

Gimlet

aktives Mitglied
Ich Rickey bedeute Whiskey, Schuss Zitrone, etwas Soda - also frisch und prickelnd.

SpĂ€ter dann entstanden Abwandelungen mit anderen Spirituosen, die ebenfalls sehr berĂŒhmt wurden (Great Gatsby z.B. trank man immer den GIN RICKEY).

Das heißt: Ein Highball, beschreibt den Service, wie ich meinen Drink, die Spirituose konsumieren möchte. Ähnlich wie ein Rickey

Gruß

Jörg Meyer

Kurz dazwischen, wenig Zeit, aber Herr Meyer hier muß ich Ihnen unbedingt widersprechen, da wir sonst auch bei den Abgrenzungen und Entwicklungen Schwierigkeiten bekommen.

Meines Wissens war der Rickey im Original (und sollte es auch bleiben ;))


StĂŒck Eis, Limettensaft und Limette auf keinen Fall Zitrone, Plymouth Gin - nicht Whiskey - der Whiskey-Rickey kam erst spĂ€ter - und kohlensĂ€urehaltiges Wasser. Der Drink wurde so populĂ€r, daß es schließlich auch ein Rickey Glass gab.

Auch spricht beim Rickey - meines Wissens - nichts dafĂŒr das "Rickey eine Service-Anleitung" ist. Zumindest nicht mehr als jede andere Drinkbestellung. Inwiefern meinen Sie daß hier Herr Meyer. Denn wie bei anderen Drinks wurde die Spirituosenmenge auf die "AufnahmefĂ€higkeit/Wunsch" des Gastes abgestimmt, daß Glas hier aber "offiziell/original" aufgefĂŒllt.

Kann mir bitte jemand oder Herr Meyer ein Buch nennen, in dem der Rickey unter dem Namen "Rickey" ursprĂŒnglich mit Whisk(e)y und spĂ€ter mit Gin serviert worden ist. Ich habe leider momentan keinen Zugriff auf meine BĂŒcher, da wegen Umzug schon weggepackt.

Wenn wir hier die Entwicklung vielleicht zusammen herausarbeiten können, dann mĂŒssen wir schon genau sein. Deshalb muß ich sagen, selbst bei einer Ursprungs-Spirituose Whiskey mĂŒĂŸte es Limette sein. (Hannibal ich hoffe, daß fĂ€llt nicht unter Engstirnigkeit ;))

Wie beim Highball, gab es den Rickey als Zusammensetzung sicher schon vor der Namensgebung. Aber wir wollen ja auch die Entwicklung diskutieren, deshalb ist es ein "Rickey" erst mit Namensgebung. Die Entwicklung heißt in diesem Fall fĂŒr mich Rickey mit anderen Spirituosen.

Muß leider Schluß machen. FĂŒr den Buchtipp wĂ€re ich dankbar.

Edit: Das ist natĂŒrlich auch nur eine Momentaufnahme
 

Freund Sour

Mitglied
Zum Thema Soda kann ich auch noch etwas kleines beitragen:

GemÀss Wikipedia gelang es Joseph Priestley 1772 erstmals, Sodawasser herzustellen. Soweit ich unterrichtet bin wurde dann das das Wort "Soda" das erste mal 1798 verwendet (ich habe allerdings keine verlÀssliche Quelle).

Das Wort Soda rĂŒhrt von "sodium bicarbonat", also Natriumbicarbonat, dass man dazumals einfach ins Wasser schĂŒttete. Durch die chemische Reaktion setzt sich KohlensĂ€ure frei, die dann im Wasser sprudelt.

Interessant sind auch die (Schweizer) Gesetzesbestimmungen:

Mineralwasser muss CO2 enthalten. "KĂŒnstliches Mineralwasser" darf hingegen auch KohlensĂ€ure, entstehend durch chemische ZusĂ€tze (wie bspw. Natrium) beinhalten. Quelle: http://www.admin.ch/ch/d/sr/8/817.022.102.de.pdf

So ist Mineralwasser mit "echtem" CO2 versetzt, billiges wohl mit Natriumbicarbonat. Das mĂŒsste mit einem einfachen Test in einem Kaufhaus zu ĂŒberprĂŒfen sein.
 

mangomix

aktives Mitglied
Spannende Diskussion ĂŒber einen Drink bzw. eine Drinkgruppe, ĂŒber deren Bezeichnung man in Deutschland wohl noch nie so genau nachgedacht hat. @Jörg: deine GedankengĂ€nge finde ich spannend, gerade unter dem Aspekt "Gastronomiekonzept". Da wĂ€re es m.E. unpassend, sich auf eine allzu enge Definition der Drinkgruppe festzulegen, und sei sie noch so gut historisch belegt. GlĂŒcklicherweise sind Highballs das aber ohnehin nicht: Wie wir schon hier im Thread sehen, sind die frĂŒhen Quellen alles andere als eindeutig und klar - wie so oft bei Cocktails. Hinzu kommt, dass das Wort "Highball" in deutschen Bars, jedenfalls bei den Konsumenten, ein recht unbekannter Begriff ist, also noch deshalb genug Raum fĂŒr Interpretation und "Spielereien" lĂ€sst. Und das braucht man, wenn man etwas Neues schaffen möchte. Insofern viel GlĂŒck fĂŒr die "Boilerman Bar"!

Mit Namen und Logo des neuen Barkonzepts hast du ja schon einen Bezug zum Heizer auf DampfzĂŒgen hergestellt - Assoziationen von Kraft und Geschwindigkeit entstehen, Gedanken an die riesigen Dampfrösser, die im 19. Jahrhundert den Mittleren Westen der USA erschlossen, an die einfachen Saloons, die ĂŒberall entstanden. Weit weg von der plĂŒschigen AtmosphĂ€re vornehmer Gentlemen's Clubs, wo man mit gespreiztem Finger an sorgfĂ€ltig gerĂŒhrten Cocktails nippte. Da passt ein simpler Longdrink wie der Highball ... einfacher ... bodenstĂ€ndiger, schneller. In einem verschwitzen Club kĂ€me ja auch heute niemand auf die Idee, einen Manhattan zu ordern. Ich bin jedenfalls gespannt, wie die Barkarte letztlich aussehen wird!

Folgendes also ganz unabhĂ€ngig vom Gastronomiekonzept, nur um der Sache willen. Da sind deine Schlussfolgerungen fĂŒr mich nĂ€mlich nicht ganz so zwingend:


Sicherlich wurde in England Scotch & Soda getrunken, wahrscheinlich auch schon eher - was sich im Nachhinein, wenn wir den Drink zur Kategorie ausweiten, perfekt in die Definition eines Highballs passt.
[/quote]

Die Verwendung von Scotch in frĂŒhen Rezepten muss nicht gegen eine Entstehung der Highballs (bzw. des Namens fĂŒr diese Drinks) in Amerika sprechen. Soviel ich weiß erlebte Scotch Ende des 19. Jahrhunderts in Amerika einen Boom und verkaufte sich seit 1890 wie blöde - ich meine sogar besser als einheimischer Whiskey, was auch ĂŒber lange Zeit so bleiben sollte (bin gerade zu faul, dafĂŒr Belege zu suchen).


Meiner Meinung nach war das Wort Highball ein weit gebrĂ€uchlicher Begriff im amerikanischen „Slang“ Englisch. Der Ursprung lag in einem Zugsignal. Dessen frĂŒhe Bedeutung war simple: proceed speed. Der „Drink“ war schnell zubereitet. Ich glaube, das ist die Hauptdefinition des Drinks. Wenn wir „Whiskey & Soda“ etwas „aufmachen“ kommen wir zu Definitionen wie Spirituose und kohlensĂ€urehaltiger Filler.
[/quote]

Möglich, dass der Name direkt mit der Mix-Geschwindigkeit des GetrĂ€nks zu tun hat. Allerdings ist das schon zweimal um eine Ecke gedacht. Etwas naheliegender erscheint mir einfach die Optik, die das CafĂ© Royal Cocktail Book im Glossar als Highball-ErklĂ€rung heranzieht: orderte jemand einen Whisk(e)y, bekam er ihn im normalen Tumbler. Mit Soda verlĂ€ngert nahm man aber ein höheres Glas, und das Eis schwamm darin oben. Und das sah dann eben so aus wie die Signalkugel der Eisenbahn. Eis oben = highball = Signal fĂŒr volle Fahrt. Das passt auch zu dem, was du von Dale deGroff zitiert hast:

„Old hotel waiters got in the habit of ordering drinks using highball / lowball as short cuts, for example: "Hey Chuck three whiskey water, two highballs and a low ball" translated: two whiskies in tall glasses with lots of water, and one in a rocks glass with a splash of water.„

Also Bezug zur Eisenbahn: ja, aber nicht zwingend, weil der Highball so ein schneller Drink war, sondern vielleicht auch nur, weil er nicht aussah wie ein lowball ;)


Wichtig ist hierbei sehr wohl die Ausschankmenge und das VerhĂ€ltnis zueinander. Es geht darum fĂŒr jeden Drink die perfekte Mischung von Anfangs Whiskey und Soda zu finden. Ein Highball wird meiner Meinung niemals mit einer Flasche Filler serviert. Das ist ein Longdrink.
[/quote]

WĂŒrde ich als Barbetreiber auch so machen und vertreten. Aber es ist eben (d)eine persönliche Meinung, Belege, dass das allgemein so gilt oder frĂŒher gegolten hat, kann ich dafĂŒr keine finden. Im Gegenteil, ausgerechnet die Ă€ltesten beiden Quellen, die ich bisher lesen durfte, verlangen beim Highball genau dieses: den Gast selbst mischen zu lassen! (J. C. Maloney, 1900: "Put in a high ball glass one piece of ice, then place the bottle of liquor to the customer, allowing him to help himself; after pouring in the liquor fill up the glass with seltzer or any water the customer may desire.", sowie Frank Newmann, 1904: "... y mettre quelques morceaux de glace. DĂ©boucher une bouteille ou une demi-bouteille de soda et passer le tout avec la bouteille de Dewar's whisky 'white Label' au consommateur.")


Wichtig ist bei alle dem, wenn wir einen Highball definieren möchten, das VerhĂ€ltnis von Spirituose zu Filler. Deshalb ist ein Highball Glass nicht sonderlich groß (um die 20 cl) und muss ja auch noch Platz fĂŒr ein LUMP OF ICE halten. Das heißt, wir reden hier ĂŒber 1 zu 2 bzw 1 zu 2,5 MischungsverhĂ€ltnisse. Das Katapultiert einen Highball in eine ganz andere Ecke, und ich muss sagen, nach gut drei Monaten Highball Trink Research (Pausen seien bedacht), :Eine Ecke die mir verdammt gut gefĂ€llt.[/quote]

Die Erfahrung kann ich bestĂ€tigen. Die Frage, ob die GrĂ¶ĂŸe des Drinks einen Highball ausmacht, wĂŒrde ich aber nicht so eindeutig beantworten. Zwar empfiehlt auch David Embury (1948) ein Ă€hnliches MischungsverhĂ€ltnis: "The usual proportions for a Highball are 1 1/2 ounces of the base liquid with 1 large cube of ice in a 6 ounce Highball glass, with enough carbonated beverage added to fill the glass to approximately 3/8" from the top." Allerdings gibt er im Folgenden auch Mengenmpfehlungen fĂŒr grĂ¶ĂŸere GlĂ€ser und schreibt: "For a very tall Highball or any other long drink that is to be sipped over a fairly long period of time be sure to use plenty of ice. Four to five cubes is none too much for a 14- to 16-ounce Collins glass." Sprich: Ein Highball bleibt ein Highball, auch wenn man ihn in einem Collins-Glas serviert!
David Wondrich empfiehlt sogar von vornherein ein recht großes Glas ("12 ounces"). Immerhin will er es ĂŒberwiegend mit Eis fĂŒllen und beim MischungsverhĂ€ltnis herrscht wieder Einigkeit: 2:1 bis 3:1 ist seine Empfehlung.


Die Frage ist nicht: Ist ein Gin & Tonic ein Highball. Die Frage ist: Möchte ich meinen Gin & Tonic als Highball oder als Longdrink servieren?
[/quote]

Interessanter Ansatz, hat was :) Aber auch hier: nicht zwingend. Man kann den Highball ebenso gut als eine bestimmte Art von Longdrink (Longdrink als Oberbegriff) sehen und das tun scheinbar die meisten Autoren.


Das Glass entstand sicherlich nach dem Drink. Als man auf den berauschenden Geschmack eines Highballs Services aufmerksam geworden war, galt es die perfekte Glas GrĂ¶ĂŸe fĂŒr diesen Köstlichen Drink zu finden.
[/quote]

Warum? Auch umgekehrt wird ein Schuh draus: ein Highball-Glas ist nichts anderes als ein mittelgroßes Becherglas, warum sollte es das nicht lĂ€ngst gegeben haben? Auch bevor die Bezeichnung "Highball" aufkam, mixte man wahrscheinlich schon Ă€hnliche Drinks (Maloney schreibt ja z.B. dass es auch andere Namen fĂŒr Whisky-Soda gab). Und so ein Glas nahm man dann eben, wenn eine verlĂ€ngerte Spirituose nicht in den kleinen Tumbler passte. Und weil dabei das Eis immer oben schwamm, nannte man das Glas Highball. DafĂŒr spricht, dass in der frĂŒhen Literatur sehr oft vom "highball glass" die Rede ist und eben nicht nur vom "high ball" als Drink. - Was ich damit sagen will: Die Frage, ob Glas oder Drink zuerst da waren, ist wie die nach dem Huhn oder dem Ei!


Wann und wo wurde das Soda Wasser erfunden. Wann gab es die ersten AbfĂŒllungen in Flaschen?
[/quote]
Hab ich mal fĂŒr Wikipedia recherchiert: Thomas Henry - er war zwar nicht der "Erfinder", aber einer der ersten kommerziellen AbfĂŒller in England, wenn auch anfang nur fĂŒr medizinische Zwecke; um 1800 gabs immerhin schon "Fabriken". Im ausgehenden 19. Jahrhundert dĂŒrfte Sodawasser also auch in Amerika gang und gĂ€be gewesen sein.
 

mangomix

aktives Mitglied
So ist Mineralwasser mit "echtem" CO2 versetzt, billiges wohl mit Natriumbicarbonat. Das mĂŒsste mit einem einfachen Test in einem Kaufhaus zu ĂŒberprĂŒfen sein.

Nee, da geht jetzt einiges durcheinander ... Natriumbicarbonat (oder -hydrogencarbonat) + Wassser ergibt nur alkalisch schmeckende Plörre, es sprudelt erst, wenn SĂ€ure dazukommt wie bei Brausetabletten. Du meinst vermutlich die Unterscheidung zwischen (natĂŒrlichem) Mineralwasser (das auch zusĂ€tzlich mit KohlensĂ€ure versetzt werden kann) und einfachem Tafelwasser ... Sodawasser ist nach heutigem Lebensmittelrecht letzteres, muss aber zusĂ€tzlich einen gewissen Soda-Anteil haben. Siehe Minerwalwasser und Sodawasser
 

Mixael

aktives Mitglied
Wie stellt sich die Situation dar, wenn man dem Gast ein Gin Tonic Highball im entsprechenden Glas mit entsprechender Menge Eis und Gin serviert, die Flasche jedoch daneben stellt? Dann hat er doch gar keine Chance, ein schwĂ€cheres MischungsverhĂ€ltnis als das durch Glas + Eis + Gin vorbestimmte zu erreichen. Daher finde ich die Abgrenzung ob mit oder ohne der Flasche Filler serviert weiterhin schwierig. Ich möchte schließlich meinen Drink danach kategorisieren, wie ich ihn letztendlich trinke. Da scheint die Frage: "Mit oder ohne Flasche" sekundĂ€r.

Des RÀtsels Lösung lautet:
Ein Gast bestellt einen Gin&Tonic (Zu seinem Pech ohne Erweiterung)...
Er bekommt promt seinen Gin mit Eis im Highball Glas und eine Flasche Tonic serviert,...
sollte er nun nachdem er durch das Eis und das vorgegebene Glas seinen Gin aufschĂŒtten zu einem Gin&Tonic Highball und ihn nach dem antrinken nochmals mit Tonic aufschĂŒtten um ihn so zum Gin&Tonic Longdrink zu verlĂ€ngern, bekommt er Schlussendlich eine gesalzene Rechnung von Herrn Meyer da er ja 2 Drinks hatte. 27,50 €
Tolles Konzept ;)
 

Gimlet

aktives Mitglied

Spannende Diskussion ĂŒber einen Drink bzw. eine Drinkgruppe, ĂŒber deren Bezeichnung man in Deutschland wohl noch nie so genau nachgedacht hat. @Jörg: deine GedankengĂ€nge finde ich spannend, gerade unter dem Aspekt "Gastronomiekonzept". Da wĂ€re es m.E. unpassend, sich auf eine allzu enge Definition der Drinkgruppe festzulegen, und sei sie noch so gut historisch belegt. GlĂŒcklicherweise sind Highballs das aber ohnehin nicht: Wie wir schon hier im Thread sehen, sind die frĂŒhen Quellen alles andere als eindeutig und klar - wie so oft bei Cocktails. Hinzu kommt, dass das Wort "Highball" in deutschen Bars, jedenfalls bei den Konsumenten, ein recht unbekannter Begriff ist, also noch deshalb genug Raum fĂŒr Interpretation und "Spielereien" lĂ€sst. Und das braucht man, wenn man etwas Neues schaffen möchte. Insofern viel GlĂŒck fĂŒr die "Boilerman Bar"!


Folgendes also ganz unabhĂ€ngig vom Gastronomiekonzept, nur um der Sache willen. Da sind deine Schlussfolgerungen fĂŒr mich nĂ€mlich nicht ganz so zwingend:



Meiner Meinung nach war das Wort Highball ein weit gebrĂ€uchlicher Begriff im amerikanischen „Slang“ Englisch. Der Ursprung lag in einem Zugsignal. Dessen frĂŒhe Bedeutung war simple: proceed speed. Der „Drink“ war schnell zubereitet. Ich glaube, das ist die Hauptdefinition des Drinks. Wenn wir „Whiskey & Soda“ etwas „aufmachen“ kommen wir zu Definitionen wie Spirituose und kohlensĂ€urehaltiger Filler.
[/quote]

Möglich, dass der Name direkt mit der Mix-Geschwindigkeit des GetrĂ€nks zu tun hat. Allerdings ist das schon zweimal um eine Ecke gedacht. Etwas naheliegender erscheint mir einfach die Optik, die das CafĂ© Royal Cocktail Book im Glossar als Highball-ErklĂ€rung heranzieht: orderte jemand einen Whisk(e)y, bekam er ihn im normalen Tumbler. Mit Soda verlĂ€ngert nahm man aber ein höheres Glas, und das Eis schwamm darin oben. Und das sah dann eben so aus wie die Signalkugel der Eisenbahn. Eis oben = highball = Signal fĂŒr volle Fahrt. Das passt auch zu dem, was du von Dale deGroff zitiert hast:
[/quote]

Mangomix natĂŒrlich hast Du recht letztlich den Begriff nicht zu eng zu fassen, daß wĂ€re dann wirtschaftlich (bei einem Konzept, daß stimmig sein soll), wahrscheinlich unwirtschaftlich. Aber ich habe jörg.meyer eher so verstanden, daß er die Story und den historischen Unterbau zum Boilerman erarbeiten will. Wir alle wissen doch, daß eine gute Story zu einem erfolgreichen Produkt dazugehört.

Zum GlĂŒck weitet sich ja vom "Entstehungsrezept" ausgehend, der Begriff auf weitere Rezepturen aus wie einige schon erwĂ€hnt haben. Das die meisten GĂ€ste den Begriff nicht kennen, sollte aus ImagegrĂŒnden nicht zu "Spielereien" verfĂŒhren, da die GlaubwĂŒrdigkeit und damit das Image leiden können, noch dazu wenn man Jörg Meyer heißt, was ja in Deutschland (und auch außerhalb) mit QualitĂ€t verbunden ist.

Dein Argument zu der Assoziation Highball = FlĂŒssigkeitsstand ist fĂŒr mich genauso einleuchtend - vielleicht einen kleinen Tick mehr - als Jörg Meyers Argument mit der Geschwindigkeit. Auch das sowohl im Baseball als auch im Billard der Begriff Highball im 19 Jahrhundert entsteht. Beide Male hat es was mit "Höhe" zu tun. Beim Billard mit der höchst numerierten Kugel am Tisch. Im Poker ĂŒbrigends auch "Highball Poker". Hier spielt die auch die Höhe der gezogenen Kugel die grĂ¶ĂŸte Rolle.

FĂŒr Herrn Meyers Favorit spricht erstmal die schöne (real mögliche) Hinleitung zum Namen der Bar (find ich sehr gut) und siehe die Cocktailfrage zum Sonntag die Aussage von Barkeepern mit dem Argument der Schnelligkeit bei Highball und Rickey als Mint Julep verdrĂ€ngt wurde

 

joerg.meyer

Neues Mitglied
Sehr schön,

man sieht, wir halten uns alle an kleinen Fetzen. Ein Artikel hier, einer da... der Rest ist Interpretation. Ich glaube nur, das das „herausreissen“ von einzelnen Buch Zitaten uns hier nicht weiter bring. Wir mĂŒssen sie ordnen, in Zeitliche Reihenfolge bringen und die Quellen beleuchten.

Nehmen wir das hier zweimal genannte Cafe Royal Buch. FĂŒr mich derzeit eine mittelmĂ€ssige Quelle. Warum? Das Buch ist ohne Frage großartig. Nur riskieren wir einen Blick auf den Autor und die Zeit. W.J. Tarling schrieb dieses Buch 1937. Er war Mitglied der UKGB. Seit sieben Jahren war das seiner Zeit extrem erfolgreiche Savoy Barbook auf dem Markt. Der Kollege Craddock war eine der grĂ¶ĂŸten Inspirationen der UKBG. Ein paar „FundstĂŒcke“

Mr. Billy Tarling war frĂŒher GrĂŒndungsmitlgied der UKBG ... gibt es da einen Zusammenhang?

http://www.iba-world.com/index.php?option=com_content&view=article&id=156&Itemid=517

Zitat „In 1934, the book "Approved Cocktails Authorized by the United Kingdom Bartender's Guild" enjoyed a single printing. It's authors were listed as the senior members of the guild, including one "Harry Craddock" (author of Savoy Cocktail book), who appears listed as the guild president. Harry helped form (and also left) the guild in 1934.

Listed in the "council" was one "B. Tarling", and from the introduction to his update of the book, he appears to have done much of the work in creating it.

"Billy" Tarling changed his moniker to "W.J. Tarling" between 1934 and the publication of "Cafe Royal" in 1937, when he re-released the content of "Approved Cocktails Authorized by the United Kingdom Bartender's Guild" under the name "Cafe Royal Cocktail Book, Coronation Edition".

In this second release, the book sees the addition of a lengthy preface and numerous illustrations as well as additional recipes. The proceeds are stated to benefit the "United Kingdom Bartenders Guild Sickness Fund" and the "Café Royal Sports Club Fund".

Where the guild publication was mainly aimed at the trade, this new book was aimed at the consumer. The content was also made more user friendly by changing the recipe ratio descriptions from clunky percentages like "33 1/3 %" to fractions like "1/3".

Many cocktail recipes appear in this content that were years ahead of their time. The use of tropical fruits, bright colors, tequila, fernet branca, and many other ingredients that would become the calling cards of late twentieth century mixology, is remarkable.
„


Das Cafe Royal Bar Buch ist also die Endverbaucher Variante des Approved Cocktails Buch der UKBG ... Sicherlich inspiriert vom Erfolg des Savoy Book. Harry Craddock war seiner Zeit in Amerika und hat wĂ€hrend der Prohibition nach London gewechselt. Über Mr. „Ich Ă€ndere meinen Vornamen und Kopiere unsere Gilden Buch um auch mal berĂŒhmt zu werden“-Taling hingegen ist ein US Besuch, bzw. ein professionelles Arbeiten hinter der Bar dort , nichts bekannt.

Die Geschichte ĂŒber sein „Highball“ ist Hörensagen. Nett ja, Vorstellbar ja, aber fundiert?

Craddock hingegen - Bartender mit langer US Barerfahrung schreibt:

„Highballs

Use medium Site glass
1 Lump of Ice
1 Glass of any Spirit, Liqueur or Wine disered

Fill Glass with syphon soda water or split of soda. Ginger Ale can be used if preferred. Add Twist of Lemon Peel if desired“

Ich persönlich halte sehr viel von Craddocks Buch, weil er ein echter Praktiker war, mit sehr viel Erfahrung in den besten Bars Amerikas und Englands.

Sein einziges genanntes Highballs Rezept ist

AMER PICON HIGHBALL

1 Liqueur Glass of Amer Picon
3 Dashes of Grenadine
1 Lump of Ice

Fill Medium Size Glass with syphon soda water or split of soda. Ginger Ale can be used if preferred.Add twist of lemon peel if desired.

Das war der Wissenstandeines echten Praktikers. Dazusagen sollte man eventuelle, das dies sicherlich Stand seiner „Die US VERLASSEN“ Zeit ist. Damit Anfang der Prohibtion

Man beachte die Verwendung eines Bitter Likörs und der Zugabe von Dashes Grenadine. Alswohl eines „Mittleren Glases“und dem damit verbundenen eher geringeren Anteil an Soda.


Ich bin mir sehr sicher, das das Glas nach dem Drink geschaffen wurde, aber beweisen, können wir beide Theorien nicht.

Was ich allerdings hĂ€ufiger in alten BĂŒchern gesehen habe, ist das ein Highball Glas „KĂŒrzer“ und „kleiner“ als ein Collins Glass ist. Ich werde hier einen Scan nachliefern, wenn ich es rausgesucht habe.

Ein Collins Glas ist oft 12 oder mehr oz. Ein Highball Glas ist immer kleiner (Beleg folgt)

Sowohl Wondrich als auch Embury geben meiner Theorie ja recht, das das MischungsverhĂ€ltnis von 1 zu 2 oder knapp drĂŒber wichtig ist. Der Rest ist eine Frage des persönlichen Geschmacks was die Menge an Eis angeht. Wer VIEL EIS mag, greift dann zum Collins Glas. Es bleibt ein Highball Service, wenn wir das GetrĂ€nke im richtigen MischungsverhĂ€ltnis mixen.

Diese ĂŒblichen traurigen 4 cl Gin, mĂ€ssig Eis ein eine gute Flasche 20 cl Filler draufgeschĂŒttet- serviert im Collins Glas sind halt ein Longdrink - allerdings in meinen Augen kein Trinkerlebnis wie es der Genießer beim Highball Service hat.

Man kann aber sehr wohl, einen Highabll Service im Collins Glas machen, wenn man VIEL EIS möchte


@Gimlet
Wir wollen hier ja nicht dem Rickey Thread aufmachen aber ein Rickey ist UrsprĂŒnglich mit Amerikan Whiskey ( ob es Bourbon war, wollenw ir mal nicht behaupten). Von einer Limette als „Original“ kann ich ebenfalls nichts finden...

Ein Gin Rickey, oder Lime Rickey, kam spĂ€ter. Sollte ich hier tatsĂ€chlich falsch liegen, bitte ich um Quellen Angabe fĂŒr einen Beleg.

@Mixael - Sehr gut !!!
 

joerg.meyer

Neues Mitglied
Mangomix natĂŒrlich hast Du recht letztlich den Begriff nicht zu eng zu fassen, daß wĂ€re dann wirtschaftlich (bei einem Konzept, daß stimmig sein soll), wahrscheinlich unwirtschaftlich. Aber ich habe jörg.meyer eher so verstanden, daß er die Story und den historischen Unterbau zum Boilerman erarbeiten will. Wir alle wissen doch, daß eine gute Story zu einem erfolgreichen Produkt dazugehört.

Zum GlĂŒck weitet sich ja vom "Entstehungsrezept" ausgehend, der Begriff auf weitere Rezepturen aus wie einige schon erwĂ€hnt haben. Das die meisten GĂ€ste den Begriff nicht kennen, sollte aus ImagegrĂŒnden nicht zu "Spielereien" verfĂŒhren, da die GlaubwĂŒrdigkeit und damit das Image leiden können, noch dazu wenn man Jörg Meyer heißt, was ja in Deutschland (und auch außerhalb) mit QualitĂ€t verbunden ist.

Werter Gimlet,

wir haben schon ein paar mal diskutiert und sind da nicht immer zusammengekommen. Das ist nicht weiter tragisch. In vielen Diskussionen mit Ihnen habe ich das GefĂŒhl gehabt, das Sie es gerne Reisserisch möge, etwas provozieren möchten und gerne und schnell urteilen. Das ist soweit in Ordnung, der Sache hier aber nicht dienlich. Wir wollen ĂŒber Highballs diskutieren:

Was soll mir denn dieser Satz jetzt wieder unterstellen:

Das die meisten GĂ€ste den Begriff nicht kennen, sollte aus ImagegrĂŒnden nicht zu "Spielereien" verfĂŒhren, da die GlaubwĂŒrdigkeit und damit das Image leiden können, noch dazu wenn man Jörg Meyer heißt, was ja in Deutschland (und auch außerhalb) mit QualitĂ€t verbunden ist.

?

Können wir es nicht einfach bei Fakten um den Highball lassen? Alles weitere dann bitte gerne als Persönliche Nachricht...

Mit freundlichen GrĂŒĂŸen


Jörg Meyer


 

joerg.meyer

Neues Mitglied
AUS

The Bartenders Bible - GARY REGAN
1991 / 1993

Highball

What is a Highball?

Well, first, it‘s a drink that is served in a highball glass,second t‘s quick to make and third,it‘s what ever liquor you desire mixed with water or soda. Of these three qualities speed is the most important.

In the nineteenth century, whenn a train was running behind schedule, a ball would be placed high up on a tall pole in the railway station to signal the driver and engineer to travel at full speed. Hence the term highball was first connected to speed and was later given to a drink that can be made quickly....

Trotz der Definition zÀhlt Regan spÀter z.B. den Gin & Tonic zu den Highballs.

Ein Rickey wird hier, wie in vielen anderen BĂŒchern, im Highball Glass serviert. Der Unterschied ist die Zugabe von einer Zitrus Wedge.
 

Gimlet

aktives Mitglied

....Freue mich auf eine rege Diskussion. .....
Jörg Meyer
[/quote]



Es bleiben also folgende ĂŒbrig:
Collins
Rickey
Buck
Fizz
Lemonade

Das sind denke ich typische GetrĂ€nke, die in das Barkonzept passen dĂŒrften.
Die Liste aus dem ersten Beitrag passt dazu hevorragend. So Geschichten wie Gin Tonic halte ich fĂŒr schwierig einordnebar. Vil ein Indiz fĂŒr eine fehlende Kategorie?

Jetzt wĂ€re es an der Zeit sowohl historische Belege als auch BegrĂŒndungen zu finden, ob man diese als Highballs zusammenfassen kann oder oder der Highball sich dort einreiht, da er doch das eine oder andere spezielle erfordert.
[/quote]



Die UrsprĂŒngliche Idee dahinter, und daher auch der Name, aber ist eine extrem schnelle Zubereitung. Die Frage ist z.B. ob Rickeys, Bucks oder Mules nicht eine Unterkategorie in der Hauptkategorie Highballs sind? Ich denke eher in diese Richtung...
[/quote]

und weitere Forumsmitlieder

Herr Meyer wie Sie sehen habe ich den Rickey nicht ins Spiel gebracht, sondern Sie selbst. Meine Interpretation von diesem Thread ließt man in meiner Antwort auf mangomix. Es mag sein, daß ich den Thread hier falsch verstanden habe. Trotzdem erwarte ich hier die entsprechende Höflichkeit Ihrerseits.

Wenn Sie meine Art bei Diskussionen als reisserisch und absichtlich provozierend empfinden tut mir daß leid. Allerdings dĂŒrfte Ihnen bei nĂ€herer Betrachtung auch auffallen, daß ich versuche mit Argumenten zu diskutieren, selbst wenn meine "GesprĂ€chspartner" kaum Argumente in Ihrer Kritik anfĂŒhren. Zu meinen Argumenten in unseren frĂŒheren GesprĂ€chen stehe ich nach wie vor, wobei meine Kritik sich aber immer auf die zwei diskutierten Themen bezog und nicht auf Sie als Mensch im Ganzen.

Durch meine Teilnahme an Ihre Bitte ans Forum, wollte ich dies eigentlich auch zum Ausdruck bringen, was mir offensichtlich nicht gelungen ist. Nun zu letzten Punkt.


Hinzu kommt, dass das Wort "Highball" in deutschen Bars, jedenfalls bei den Konsumenten, ein recht unbekannter Begriff ist, also noch deshalb genug Raum fĂŒr Interpretation und "Spielereien" lĂ€sst. Und das braucht man, wenn man etwas Neues schaffen möchte. Insofern viel GlĂŒck fĂŒr die "Boilerman Bar"!
[/quote]

Wie Sie lesen hat mangomix den Begriff "Spielereien" eingebracht. Ich wollte mit meinem Kommentar Ihnen wenn ĂŒberhaupt nur eins unterstellen. Das Streben nach QualitĂ€t. Der Gedanke den ich Ihnen unterstellt habe, ist,

daß Sie fĂŒr die Story (die viele gute GeschĂ€ftideen ausmacht) Ihren GĂ€sten fundiertes und lesenswertes Material zur VerfĂŒgung stellen möchten.

ein nur oberflĂ€chliches Recherchieren Ihnen letztendlich nur schaden wĂŒrde, weil irgendjemand sicher mal kommen wĂŒrde, um zu sagen "schaut mal was der Meyer fĂŒr einen Mist geschrieben hat" und das das nicht in Ihrem Sinne wĂ€re.

Wenn ich mich in dem Punkt, daß Sie fĂŒr QualitĂ€t stehen geirrt habe, möchte ich mich entschuldigen. Es sollte eher ein Kompliment sein.

Ich bin draußen, so daß es keine MißverstĂ€ndnisse mehr gibt, die glaube ich alle Forumsmitglieder langsam nerven.

GrĂŒĂŸe Gimlet
 

hannibal-007

Neues Mitglied

So, mal wieder ein kurzer Stop am Rechner. Es freut mich, das die Diskussion in Schwung kommt.

Ich gebe hier mal im kurzen meine Ideen zum Highball wieder. Sicherlich, wir halte halten einige wenige StĂŒcke Papier in der Hand, Fetzen aus verschiedenen Epoche der Zeit. Ich erhebe hier kein Anspruch auf Richtigkeit. Derzeit einfach mein Bild des Puzzles. Sollte neue Steine auftauchen, mag sich das Ă€ndern.

Der Highball am Anfang der Definitionkette, ist ein simpler Whisk(e)y mit Soda. Ich gehe davon aus, das der Highball als solcher seinen Ursprung in Amerika hat. Gerade in Bezug auf den Namen. Sicherlich wurde in England Scotch & Soda getrunken, wahrscheinlich auch schon eher - was sich im Nachhinein, wenn wir den Drink zur Kategorie ausweiten, perfekt in die Definition eines Highballs passt.

Meiner Meinung nach war das Wort Highball ein weit gebrĂ€uchlicher Begriff im amerikanischen „Slang“ Englisch. Der Ursprung lag in einem Zugsignal. Dessen frĂŒhe Bedeutung war simple: proceed speed. Oder um @dadid123 FundstĂŒck zu nennen:

„high'ball

to proceed at great speed “

Der „Drink“ war schnell zubereitet. Ich glaube, das ist die Hauptdefinition des Drinks. Wenn wir „Whiskey & Soda“ etwas „aufmachen“ kommen wir zu Definitionen wie Spirituose und kohlensĂ€urehaltiger Filler.

Wichtig ist hierbei sehr wohl die Ausschankmenge und das VerhĂ€ltnis zueinander. Es geht darum fĂŒr jeden Drink die perfekte Mischung von Anfangs Whiskey und Soda zu finden. Ein Highball wird meiner Meinung niemals mit einer Flasche Filler serviert. Das ist ein Longdrink. Beim Highball entscheidet der Bartender das MichungsverhĂ€ltnis (Sicherlich in Abstimmung und auf Wunsch des Gastes)

Ich habe ein paar mir bekannte Herren der Àlteren amerikansichen Garde gefragt und die Antworten truddeln gerade in.

Dale de Groff hatte einen interessanten Aspekt:

„The highball 


Spirit in a tall glass with ice, (a lot of ice in the America version) mixed with water, a carbonated beverage, some sort of juice or a combination of two or three of these mixers.

Old hotel waiters got in the habit of ordering drinks using highball / lowball as short cuts, for example: "Hey Chuck three whiskey water, two highballs and a low ball" translated: two whiskies in tall glasses with lots of water, and one in a rocks glass with a splash of water.
„

Es geht darum, das ĂŒber Glas auch das Eis und MischungverhĂ€ltnis definiert wurde. Ein Highballglas ist nicht all zu groß. Collins und andere sind deutlich grĂ¶ĂŸer. Ein Collins Glass dient heute oft dem typischen Longdrink Service.

Viele „Alte Drinkskategorien“ dienten frĂŒher einer kurzem Beschreibung des „Wie ich meine Spirituose serviert haben möchte“.

Ich Rickey bedeute Whiskey, Schuss Zitrone, etwas Soda - also frisch und prickelnd.
Ein Sour war Whiskey SĂŒĂŸ/Sauer (Welche Soße zu den Mc Nuggets :) ? ) , ein Colonel Collins ein LANGER erfrischender, durstlöschender Drink.

SpĂ€ter dann entstanden Abwandelungen mit anderen Spirituosen, die ebenfalls sehr berĂŒhmt wurden (Great Gatsby z.B. trank man immer den GIN RICKEY).

Wichtig ist bei alle dem, wenn wir einen Highball definieren möchten, das VerhĂ€ltnis von Spirituose zu Filler. Deshalb ist ein Highball Glass nicht sonderlich groß (um die 20 cl) und muss ja auch noch Platz fĂŒr ein LUMP OF ICE halten. Das heißt, wir reden hier ĂŒber 1 zu 2 bzw 1 zu 2,5 MischungsverhĂ€ltnisse. Das Katapultiert einen Highball in eine ganz andere Ecke, und ich muss sagen, nach gut drei Monaten Highball Trink Research (Pausen seien bedacht), :Eine Ecke die mir verdammt gut gefĂ€llt.

Bourbon mit wenig gutem Ginger Ale ist eine Offenbarung, Scotch mit wenig gutem Soda geht unglaublich auf, wird fruchtig, blumig.

Ein Gin & Tonic muss kein Highball sein. So wie wir Ihn in der Regel servieren ist es ein schöner Longdrink. Wenn wir Ihn aber im reduzierten MischungsverhĂ€ltnis servieren, und unseren GĂ€sten auch keine Chance zu „VerlĂ€ngerung“ geben - können sich wahre Geschmackswunder auftun. Gin & Tonic als Highball ist, unter Kennern und Connaisseuren, ein Komplett anderes Geschmackserlebnis als ein Gin & Tonic als Longdrink. Das MischungsverhĂ€ltnis ist entscheident fĂŒr einen Highball

Die Frage ist nicht: Ist ein Gin & Tonic ein Highball. Die Frage ist: Möchte ich meinen Gin & Tonic als Highball oder als Longdrink servieren?

Das Glass entstand sicherlich nach dem Drink. Als man auf den berauschenden Geschmack eines Highballs Services aufmerksam geworden war, galt es die perfekte Glas GrĂ¶ĂŸe fĂŒr diesen Köstlichen Drink zu finden.

Wenn wir die Definitionen eines Highballs und dessen Entwicklung ĂŒber die Jahre ansehen, gilt es einiges Gerade zu rĂŒcken, aber auch die Kategorie zu „erweitern“ - bei richtigem Service!

Ein Campari Orange ist grundsĂ€tzlich ein Longdrink. Wenn wir Ihn nun reduzieren, in einem Highballglas servieren, in einem krĂ€ftigen MischungsverhĂ€ltnis, wĂŒrde ich sagen, es ist ein Highball. Bestell also jemand an der Bar einen Camapri Orange ist die Frage vom Bartender: „Highball oder Longdrinks Service?“

Das heißt: Ein Highball, beschreibt den Service, wie ich meinen Drink, die Spirituose konsumieren möchte. Ähnlich wie ein Rickey

Die Drinkorder „Highball“ beschreibt einen „Service“

Wenn ich die Haupteckdaten dieser Service Beschreibung richtig herausarbeite, lassen sich viele Drinks auch als Highball servieren. Ein EL DIABLO, mondern gefasst, kann durchaus als Highball serviert werden. Das MischungsverhĂ€ltnis von Filler zu Spirituose, Lime, Likör muss auf jeden Fall „klein“ gehalten werden, der Drink sollte im Highballglas serviert werden.

Wir haben gestern, in der Baustelle Boilerman, ein paar (staubige) Test Highballs geschickt. Die Resonanz war positive. Die „GĂ€ste“ waren ĂŒberrascht vom „neuen“ Service.

Ich werde unser Konzept, wie wir Highballs im Boilerman servieren, hier in kĂŒrze vorstellen. Ich bitte um etwas Geduld.

Freue mich auf regen Meinungsaustausch und Quellen Sammlung zum Highballs.

Falls jemand verpasst hat, rechtzeitig Basilikum Aktien 2008 zu kaufen, sollte man jetzt in Highball Glas Hersteller investieren :)!
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Die Argumentation gehe ich mit, allerdings ist fĂŒr mich DANN ein Highball ein klar abgerenztes GetrĂ€nk, wenn auch mehr ĂŒber die Zubereitung als ĂŒber die Zutaten und kann nicht andere Kategorien zusammenfassen. Zumindest fallen mir keine ein.
 

joerg.meyer

Neues Mitglied
Hier ein Bild Klassischer Bar GlÀser. Aus DRINKS by Jacques StrÀub - Chicago 1914

http://flic.kr/p/d3dC95

No. 2 ist ein Highball Glass
No 7. Collins

Die Rezepte fĂŒr Highballs lauten:

Amer Picon High Ball
1 jigger of Amer Picon
3/4 jigger grenadine
1 Lump of ice + fill with Syphon

Bermuda High Ball
1/3 jigger Brandy
1/3 jigger gin
1/3 jigger French Vermouth
1 Lump of ice + fill with Syphon

Bourbon High Ball
1 jigger bourbon
1 Lump of ice + fill with Syphon

Brandy high Ball
1 Jigger Brandy
1 Lump of ice + fill with Syphon

Cascade High Ball
1/2 Jigger Italian Vermouth
1/2 Jigger crĂȘme de cassis
1 Lump of ice + fill with Syphon

Gin High Ball
1 jigger Gin
lemon peel
1 Lump of ice + fill with Syphon

Irish Rose High Ball
1 jigger Irish whiskey
1/3 jigger grenadine sirup
1 Lump of ice + fill with Syphon . Stir

Pall Mall High Ball
1/3 jigger brandy
1/3 jigger Italian Vermouth
1/3 jigger gin
1 Lump of ice + fill with Syphon

Pompier High Ball
1/2 Jigger French Vermouth
1/2 Jigger cr1eme de Cassis
1 Lump of ice + fill with Syphon

Rye High Ball
1 jigger rye
1 Lump of ice + fill with Syphon

Scotch High Ball
1 jigger Scotch
1 Lump of ice + fill with Seltzer

Queens High Ball
2/3 Jigger Amer Picon
1 pony grenadine sirup
1 clear piece of ice in glass.
Fill glass with siphon. Serve


Die GlasgrĂ¶ĂŸe ist deutlich kleiner als beim Collins. Beachtenswert finde ich hier: Die Zutaten sind mehr als nur eine Spirituose. Allerdings ist die Summe immer ein Jogger, so das VerhĂ€ltnis von "Mix" zu Soda ungefĂ€hr gleich ist. Beachtenswert eventuelle das bei Scotch "Seltzer" statt Siphon geschrieben wird.

SpĂ€ter im Buch kommt der Horse's Neck. Beachtenswert finde ich hier, das hier ausdrĂŒcklich auf ein Collins Glas hingewiesen wird. Es ist mir schon bei mehr Quellen aufgefallen, das der Horse's Neck eher "grĂ¶ĂŸer" ist. D.H. der Horses Neck könnte ein"Longdrink"sein,erfrischender als ein Highball und interessanter weise,uns bislang oft als DER Highball Kategorie Drink bekannt, somit eher kein Highball sondern ein eigenstĂ€ndiger Drink. DafĂŒr spricht auch die "Pint" Ginger Ale

HORSE'S NECK

1 rind of lemon cut thin
1 pint imported ginger ale
1 cube ice, Collins glass

(Der Autor hat den Whisky vergessen ... :) )
 

Alchemyst

aktives Mitglied
... Forumsmitglieder langsam nerven.

Ach....
__________________________________________________________________________________

Schon vor 50 Jahren gab es zum Highball Diskussionen:

Highballs und Sodas

Mit dieser Gruppe betreten wir nun das Gebiet der Longdrinks, der ErfrischungsgetrĂ€nke und Durstlöscher. Es wird beherrscht von einer Reihe einander zum Teil geradezu lĂ€cherlich Ă€hnlicher BrĂŒder.
Das macht die Orientierung und Rubrizierung in diesem Bereich oft ungemein schwierig, manchmal sogar gÀnzlich unmöglich.
Nur gut, daß wir uns nicht in Amerika befinden, ich stĂŒnde sonst bereits nach wenigen SĂ€tzen inmitten des Meinungsstreits, den die einzelnen AnhĂ€nger dieser oder jener Schule mit Erbitterung und Ausdauer ausfechten. ...
Sehen wir uns also die Highballs etwas nÀher an. ...
Highballs bestehen aus einer alkoholischen oder nichtalkoholischen Grundlage, die mit oder ohne einen AromatrĂ€ger in einem mittelgroßen Tumber mit einem kohlesĂ€urehaltigen GetrĂ€nk aufgefĂŒllt wird.
Die einfachste Form des Highballs ist der Soda.
Whisky Soda
In einen mittelgroßen Tumbler geben wir ĂŒber
1-2 StĂŒck Eis
1 Glas Whisky und
fĂŒllen mit Sodawasser auf.
...
Hin und wieder verbessern 1 oder 2 dashes eines Bitters oder etwas Zitronen- oder Orangenschale den Geschmack.
____________________________________________

Unter einer Zeichnung stand als Bildunterschrift:
Ganz so groß braucht das Highball Glas gerade nicht zu sein, denn dieses perlende GetrĂ€nk löscht auch in kleineren Mengen ausgezeichnet den Durst.
____________________________________________

Peter Schmökel, Deutschland 1962 in " Freude am Mixen"
 

joerg.meyer

Neues Mitglied
@Alchemyst

Ein großer Text, fantastisch! Danke!

Bei "Deutsch" fiel mir gleich eines meiner Lieblingswerke ein und es hat mich nicht enttĂ€uscht. DAS Lexikon fĂŒr Bartender im Pre-Internet Zeitalter:

Eric H. Bolsman: Lexikon der Bar

Matthaes Verlag 1974 - siebte Auflage 1990

Higballs und Sodas

Die Highballs gehören zur Gruppe der Longdrinks und zur Familie der Sodas. WĂ€hrend die Sodas lediglich mit Sodawasser aufgefĂŒllte Spirituosen sind, gibt es bei den Highballs interessante Variationsmöglichkeiten.

Das Grundrezept der Highballs unterscheidet sich nicht von den Sodas. Ein mit Sodawasser aufgefĂŒllter Whisky ist ein Whisky Highball, Rum und Soda ist ein Rum Highball, Gin mit Soda ein Gin Highball usw. Um die Highballs von den Sodas zu unterscheiden, ist man vielfach dazu ĂŒbergegangen, das große Tumblerglas mit Ginger Ale, der aus England stammenden Ingwerlimonade, anstatt mit Sodawasser aufzufĂŒllen. zudem wird das GetrĂ€nk gern mit einer dĂŒnngeschnittenen Zitronenspirale dekoriert und mit Saughalm serviert.

Der Highball, der seinen Namen von den sprudelnden BlĂ€schen, die im Glas aufsteigen, bekommen hat, ist besonders an heißen Tagen ein beliebetes ErfrischungsgetrĂ€nk und idealer Durstlöscher.

die auf den nĂ€chsten Seiten aufgefĂŒhrten Rezepte sind Variationen, bei deren Zubereitung man sich immer an die im jeweiligen Rezept angegebenen Ingredenzien zu richten hat.


ADMIRAL Highball

Nebenstehende Zuaten werden ĂŒber einige EiswĂŒrfel in ein großes Tumblerglas gegeben und gut verrĂŒhrt. Das Glas wird mit Sodawasser aufgefĂŒllt und mit Saughalm serviert.

Eis
1 Barlöffel Ananassirup
1 Barlöffel Zitronensaft
1/2 Bourbon Whskey
1/2 Tokajer
Sodawasser

---

Bermuda Highball

Nebenstehende Zutaten verrĂŒhrt man mit einigen EiswĂŒrfeln in einem großen Tumbler. Das Glas wird mit Sodawasser aufgefĂŒllt und mit Saughalm serviert.

Eis
1 Spriter Orangenbitter
1/3 Vermouth rot
1/3 Gin
1/3 Weinbrand
Soda


---

Weitere Rezept fĂŒr Highballs die ich hier nicht mehr alle auffĂŒhre

Brandy Highball, Country Highball, Crystal Highball, Durkee Highball, Eton Highball, Kirsch Highball, Pomier Highball, Victory Highball


Die Machart ist immer Ă€hnlich. Es gib Spritzer und Tropfen von der Zitrone, Zucker, diversen Likören und Tropfen Absinth. Aber auch hier scheint die Einhaltung einer "Grundmixmenge" in VerhĂ€ltnis zu Soda gewĂŒnscht...

Mitte der Siebziger, sprich 1970 - scheinen sich die Highballs hier sehr weit entwickelt zu haben. Zubereitung im eher kleineren Glas mit Eis und Filler scheinen allerdings auch hier erhalten
 

joerg.meyer

Neues Mitglied
eine Sache ist mir bei DEUTSCH noch in den Sinn gekommen. Amerikaner benutzen das Wort Dos, besser gesagt SODAS anders als wir. SODAS sind kohlensĂ€urehaltige Limonaden: Ginger ale, Bitter Lemon, bis hin zu Cola und Sprite. Seit wann das so ist, kann ich nicht sagen. WĂ€re aber eventuelle interessant um wahrscheinlich "jĂŒngere" Quellen neu einzuordnen. Oder war dies schon 19.00 - 1910 - 1920 so? Das wĂ€re interessant zu wissen...


Ich glaube der benutzte Vergleich zu "Familie der Sodas" in meinem Vorangegangenen Text ist dem geschuldet.

 

joerg.meyer

Neues Mitglied
@ Hannibal,

wĂŒrde ich im Prinzip Ă€hnlich sehen. Allerdings bin ich mir bei Rickey noch nicht ganz sicher - ob es eine Verbindung gibt. Die Idee ist die gleiche, kurzer Drink, Soda - dann aber etwas Zitrus . was bei frĂŒhen Highballs nicht enthalten war.

Interessant fĂŒr mich sind noch Abgrenzungen zu Mule, Buck und Cooler - eine btw, völlig unbeleuchtete Gruppe.

 

mangomix

aktives Mitglied

Nehmen wir das hier zweimal genannte Cafe Royal Buch. FĂŒr mich derzeit eine mittelmĂ€ssige Quelle. ist also die Endverbaucher Variante des Approved Cocktails Buch der UKBG ... Sicherlich inspiriert vom Erfolg des Savoy Book. Harry Craddock war seiner Zeit in Amerika und hat wĂ€hrend der Prohibition nach London gewechselt. Über Mr. „Ich Ă€ndere meinen Vornamen und Kopiere unsere Gilden Buch um auch mal berĂŒhmt zu werden“-Taling hingegen ist ein US Besuch, bzw. ein professionelles Arbeiten hinter der Bar dort , nichts bekannt. Die Geschichte ĂŒber sein „Highball“ ist Hörensagen. Nett ja, Vorstellbar ja, aber fundiert?
[/quote]

Ach joerg.meyer, jetzt den einen gegen den anderen toten Barkeeper auszuspielen bringt aber auch keine zusĂ€tzliche Erkenntnis ;) Zumal sich die Highball-Rezepte in den BĂŒchern der genannten Herren doch gar nicht unterscheiden. Im Savoy Cocktail Book finden wir die gleiche Grundformel wie spĂ€ter in den Approved Cocktails of the UKBG und im CafĂ© Royal Cocktail Book: "medium sized glass" + "1 lump of ice" + Spirituose (Savoy & UKBG: jede, auch Likör und Wein; Tarling: Bourbon oder andere Whisk(e)ys) + Soda oder Ginger Ale + "lemon peel" (optional). Liegt also durchaus nahe, dass Tarling von Craddock abgeschrieben hat, er wĂ€re ja nicht der einzige. Muss man aber nicht so polemisch bewerten, wie du das tust - auch Craddock hat, wie wir alle wissen, lustig abgekupfert und oft genug gurkenfalsch.

Aber wir wollten doch wissen, wie das Wort entstand. Da wĂ€re Craddock in der Tat die bessere Referenz als Tarling (schließlich startete er seine Barkeeper-Karriere in Amerika ungefĂ€hr um 1900, der Zeit unserer ersten Highball-Quellen), bloß: er schreibt dazu nichts. Nur Tarling, im Glossar, und who knows, er könnte die Geschichte doch sogar von seinem US-erfahrenen Kollegen Craddock haben (erfahren werden wir das natĂŒrlich nie):

The name Highball is derived from the
piece of ice which floats in the tumbler. A
Scotch or Irish Highball is simply Whisky or
Whisky and Soda with a piece of ice. Since the
talking films have made themselves known all
over England such classic expression as " Gimme
a Highball and watchit there's plenty o' Rye,"
have made the Rye and Bourbon Highballs in
greater request. The recipes for these are given
among the "Long Drinks."

Wir haben also nach wie vor nur Vermutungen, wo der Name herkommt, und soweit ich sehe, sind sie alle erst viele Jahre (ja sogar Generationen) spÀter aufgeschrieben worden, als der Name Highball lÀngst etabliert war:


  • [li]ein oben schwimmender ice lump (Tarling), als Gegesatz zum "low ball" (deGroff)[/li]
    [li]oben schwimmendes Eis, das an ein auf "volle Fahrt" gestelltes Eisenbahn-Signal (high ball) erinnert[/li]
    [li]hohe Mixgeschwindigkeit, so dass man den Begriff "highball(ing)" ĂŒbernahm, der seinerseits von den Eisenbahnern kommt[/li]
    [li]die BlÀschen, die im Glas aufsteigen (Bolsmann)[/li]

Hab ich eine vergessen? ... Jedenfalls find ich alle ganz hĂŒbsch und bis auf Bolsmanns langweilige Blasen auch alle Barkarten-tauglich. :)

Bei der Frage, was ein Highball nun inhaltlich ist, sehe ich verschiedene AnsĂ€tze. Einerseits, wie bei Straub, die Kombination von einer oder mehrerer Zutaten mit einem Filler, wobei es weniger auf die Art der Zutaten ankommt (so wie Straub alle möglichen Varianten nennt) und auch nicht auf den Filler, sondern ein recht "starkes" MischungsverhĂ€ltnis. In diese Richtung scheint joerg.meyer zu tendieren, also eher die Abgrenzung zum grĂ¶ĂŸeren, stĂ€rker VerdĂŒnnten Longdrink.

Zweitens die Formel "Spirituose + kohlensĂ€urehaltiger Filler", abgeleitet von den jenen frĂŒhen Quellen, die erstmal nur von Whisk(e)y oder Brandy sprechen und lediglich Soda oder Ginger Ale als Alternativen erwĂ€hnen. (in diesem Sinne auch ausfĂŒhrlich Embury, der bekanntlich der erste war, der ĂŒberhaupt mal Ordnung und Systematik in die ganze Mixologie bis dahin gebracht hat). Hier liegt der Focus eher auf den Zutaten.

Beide AnsĂ€tze schließen sich, wie unten gezeigt, nicht aus, lassen sich m.E. allerdings auch nicht beliebig miteinander in Einklang bringen. Suchte man nĂ€mlich den kleinsten gemeinsame Nenner, bliebe nur eine sehr enge Definition: "Spirituose + Filler im MischungsverhĂ€ltnis 2:1 - 3:1 im kleinen Highball-Glas". Umgekehrt verfallen wir in Beliebigkeit, wenn wir alle möglichen Spirituosenkombinationen, ja sogar Sirups, Wein und Sonstiges zu den Highballs zĂ€hlen, wenn sie nur irgendwie verlĂ€ngert werden, egal mit welchem Filler und in welcher GrĂ¶ĂŸe.

Insofern liefert Highball (wie viele andere Cocktail-Begriffe auch, ich erinnere nur an das riesige Thema "Martini", ĂŒber das BĂŒcher geschrieben wurden!) genug "Spiel"raum fĂŒr Interpretationen irgendwo dazwischen. Die werden m.E. nicht "richtig" oder "falsch" sein können, sondern nur "lecker" oder "nicht lecker". Und ich glaube, das ist auch das, was den Gast am Ende des Tages der Nacht interessiert :)
 

joerg.meyer

Neues Mitglied
Nun, da möchte ich ein wenig widersprechen mangomix.

Ich spiele hier keine toten Bartender gegeneinander aus. Es ging mir lediglich darum, Quellen zu beleuchten und richtig zu interpretieren. Das ist wichtig, ebenso der zeitliche Rahmen, und die Entwicklung eines Drinks.

Von vorne: Ich bin eingestiegen mit der aktuellen Wikipedia Version bei Wort Cocktail und den dort vorhandenen Beschreibungen des Drinks Highball:

Beim Lesen des Artikel, geweckt durch mein aktuelles Interesse fĂŒr Highballs, fand ich folgende "Definitionen":

Zitat
Weitere Drinkgruppen mit charakteristischer Grundstruktur sind:
...
‱ Highballs. Hierbei handelt es sich um Longdrinks aus lediglich einer Spirituose und einem so genannten Mixer (Sodawasser oder Softdrink wie Cola]], die im GĂ€steglas auf Eis zubereitet werden (Beispiel: Cuba Libre). Wird als Mixer Orangen- oder Grapefruitsaft verwendet, spricht man von einem Florida Highball (z. B. Harvey Wallbanger), bei Cranberrysaft von einem New England Highball (z. B. Sex on the Beach).


weiter

Zitat
‱ Der Gin Tonic ist ein typischer Highball, bestehend aus Spirituose (Gin) und Filler (Tonic Water).

und

Zitat
Highballs und weitere Longdrinks:

Gin Tonic: Gin, Tonic Water
Cuba Libre: Rum, Cola
Dark’n’Stormy: Rum, Ginger Beer
Moscow Mule: Wodka, Ginger Beer
Horse’s Neck: Cognac, Ingwerlimonade
Pimm’s No. 1 Cup: Pimm’s (Likör), Gurke, (Ingwer)limonade
Paloma: Tequila, Grapefruitlimonade
(Lime) Rickey: Spirituose, Limette, Sodawasser
Campari Orange: Campari, Orangensaft
Screwdriver: Wodka, Orangensaft
Harvey Wallbanger: Wodka, Galliano, Orangensaft
Sea Breeze: Wodka, Cranberrysaft, Grapefruitsaft
Sex on the Beach: Wodka, Cranberrysaft, Orangensaft, Pfirsichlikör
Straits Sling: Gin, Kirschlikör, Bénédictine, Zitronensaft, Bitters, Sodawasser
Singapore Sling: Gin, Kirschlikör, Bénédictine, Orangenlikör, Limettensaft, Grenadine, Bitters, Ananassaft
Tequila Sunrise: Tequila, Orangensaft, Zitronensaft, Grenadine
Long Island Iced Tea: Gin, Rum, Wodka, Tequila, Orangenlikör, Zitronensaft, Cola

Was man schon beim aktuellen Stand der Diskussion aus meinen Augen festhalten kann ist: Die dort zur Zeit gegebenen Definitionen sind falsch. Richtig ist, der "UR" Highball ist Whiskey und Soda, spĂ€ter Ginger Ale. Wichtig ist bei der Klassifizierung die GlasgrĂ¶ĂŸe und das MischungsverhĂ€ltnis was bislang noch nie berĂŒcksichtigt wurde.

Deiner Definition nach sind die ersten "Highball" Quellen um 1900. StrĂ€ub wurde 1917 gedruckt. Sprich knappe 15 Jahre spĂ€ter war das VerstĂ€ndnis fĂŒr einen Highball durchaus Zutaten wie Wein, Sirup, Likör, Vermouth, Spirituose unter der Beachtung des korrekten MischungsverhĂ€ltnisses zu Soda.

Umgekehrt verfallen wir in Beliebigkeit, wenn wir alle möglichen Spirituosenkombinationen, ja sogar Sirups, Wein und Sonstiges zu den Highballs zÀhlen,

Das ist dann aber durchaus so gewesen. Ansonsten dĂŒrften wir bei einem Highball niemals von einer "Gattung" reden - sondern es wĂ€re nur Whiskey Soda zugelassen.

Ich finde diese AnnĂ€herungen derzeit deutlich verstĂ€ndlicher als diesen Buddel Buddel im Wikipedia Eintrag. Kennst du ĂŒbrigens einen Beleg fĂŒr diese Florida und New England Theorie? Hab ich noch nie gehört.

Embury hat meines Wissen nicht der Erste der Ordnung und Systematik in die "Mixology" gebracht hat ... was lÀsst Dich das glauben?

Insofern liefert Highball (wie viele andere Cocktail-Begriffe auch, ich erinnere nur an das riesige Thema "Martini", ĂŒber das BĂŒcher geschrieben wurden!) genug "Spiel"raum fĂŒr Interpretationen irgendwo dazwischen. Die werden m.E. nicht "richtig" oder "falsch" sein können, sondern nur "lecker" oder "nicht lecker". Und ich glaube, das ist auch das, was den Gast am Ende des Tages der Nacht interessiert

da will ich nicht widersprechen ...
 

mangomix

aktives Mitglied

Was man schon beim aktuellen Stand der Diskussion aus meinen Augen festhalten kann ist: Die dort zur Zeit gegebenen Definitionen sind falsch. Richtig ist, der "UR" Highball ist Whiskey und Soda, spĂ€ter Ginger Ale. Wichtig ist bei der Klassifizierung die GlasgrĂ¶ĂŸe und das MischungsverhĂ€ltnis was bislang noch nie berĂŒcksichtigt wurde.
[/quote]

Du zitierst aus Cocktail, den ich in weiten Teilen im vergangenen Jahr neu geschrieben habe (es fehlt noch der Geschichtsteil), insofern kann ich da natĂŒrlich was zu sagen. Zum einen, die Definition dort kann gerne erneuert werden, und wird es bestimmt auch, wenn wir dafĂŒr gute, belastbare Quellen haben. FĂŒr ein bestimmtes, gar festes MischungsverhĂ€ltnis sehe ich das historisch aber (noch) nicht so klar und eindeutig wie du. Wo sind da die Quellen? Welche bekannte Autoren schreiben das, was du schreibst? Ich stimme dir ja inhaltlich in vielen Punkten zu, aber noch lesen wir hier eher zwischen den Zeilen, schließen von typischen GlasgrĂ¶ĂŸen auf den Soda-Anteil und Ă€hnliches und sind uns noch nicht mal ganz darĂŒber im Klaren, was mit Soda nun eigentlich gemeint ist. Aber wenn dieser Thread mal dazu beitrĂ€gt, die Info im Artikel zu verbessern, nur zu! (Der Artikel hat ja eine Diskussionsseite!)

Zum anderen, es ist ein Übersichtsartikel, der schon jetzt verdammt lang ist, und der lĂ€ngste Teil, die Geschichte, steht noch aus. Da kann nicht die komplette Historie jedes Drinks und alle Meinungen zu jeder Drinkgruppe vorkommen. Insofern sind einige hier diskutierte Fragen ohnehin besser bei Highball, bzw. auf der dortigen Diskussionsseite aufgehoben. Im Spezialartikel ist ja genug Raum, um auch die Entwicklung der Highballs ĂŒber die Jahrzehnte und verschiedene InterpretationsanstĂ€ze nebeneinander darzustellen. Ich habe dort schon mal einen Link auf das Forum angebracht, bisher hat aber noch niemand VorschlĂ€ge fĂŒr Änderungen im Artikel gepostet.

ZurĂŒck zum Hauptartikel "Cocktail": die derzeitige Definition orientiert sich an dem, was einschlĂ€gie Lexika verzeichnen (z.B. das hier im Thread schon zitierte Webster's: "a drink of spirituous liquors mixed with water or more often a carbonated veverage an d served in a tall glass with ice") sowie außerdem an Gary Regan (siehe unten).


Ich finde diese AnnĂ€herungen derzeit deutlich verstĂ€ndlicher als diesen Buddel Buddel im Wikipedia Eintrag. Kennst du ĂŒbrigens einen Beleg fĂŒr diese Florida und New England Theorie? Hab ich noch nie gehört.
[/quote]

Buddel Buddel? Das ist Gary Regan, ''The Joy of Mixology'' (2003), S. 146-148. In dem Buch hat er ja eine umfassende Systematik aller MixgetrÀnke versucht, die ich sehr beeindruckend und wegweisend finde. Zugegeben recht mutig, was die New England und Florida Highballs angeht, aber eine reputable Quelle. Kennst du eine neuere, umfassendere, die sich auch mit Highballs beschÀftigt?


Embury hat meines Wissen nicht der Erste der Ordnung und Systematik in die "Mixology" gebracht hat ... was lÀsst Dich das glauben?[/quote]

Es ist das erste Mixbuch, in dem ich wirklich etwas ĂŒber die ZusammenhĂ€nge und Verwandtschaften zwischen verschiedenen Drinks gelernt habe. Nicht nur Namedropping und Auflistung von Rezepten, wie in den meisten BĂŒchern vor ihm, sondern Strukturen, Gemeinsamkeiten, Unterschiede. FĂŒr mich aus diesem Grund eines der wichtigsten BarbĂŒcher des letzten Jahrhunderts.

PS: Bitte richtig zitieren:


Umgekehrt verfallen wir in Beliebigkeit, wenn wir alle möglichen Spirituosenkombinationen, ja sogar Sirups, Wein und Sonstiges zu den Highballs zÀhlen,
Das ist dann aber durchaus so gewesen. Ansonsten dĂŒrften wir bei einem Highball niemals von einer "Gattung" reden - sondern es wĂ€re nur Whiskey Soda zugelassen.
[/quote]

Das habe ich so nicht gesagt, der Satz ging weiter!

Umgekehrt verfallen wir in Beliebigkeit, wenn wir alle möglichen Spirituosenkombinationen, ja sogar Sirups, Wein und Sonstiges zu den Highballs zĂ€hlen, wenn sie nur irgendwie verlĂ€ngert werden, egal mit welchem Filler und in welcher GrĂ¶ĂŸe.[/quote]
 

joerg.meyer

Neues Mitglied
@Mangomix

Eines vorweg: es sollte Kuddel Muddel heißen, warum hier die Autokorrektur immer BUDDEL daraus macht kann ich mir nur damit erklĂ€ren, das hier jemand zu tief in die Buddel geschaut hat :)

Also, was den Highball angeht, ist die jetzige Definition auf Wikipedia Kuddel Buddel (arrg ES hat es wieder getan!) MUDDEL.
Das ist nicht weiter schlimm. Warum? Weil der Drink bislang von noch niemanden ernsthaft beleuchte wurde - das C&D Forum leistet hier gerade Pionier Arbeit. Ich freue mich schon jetzt darauf, ein paar Herren aus Amerika eine brauchbare Geschichte des Highballs zu liefern. Bislang war es ein "ferner liefen Thema"

Die jetzige Definition beruht auf welchen Quellen? Lexika? Webster? Sicherlich respektable Veröffentlichungen, doch im Nischenbereich langsam, schwerfÀllig, wenig up to date. Erinnern wir uns wie dort noch vor Jahren Drinks und Klassiker beschrieben wurden? Es bedarf einer Recherche von Profis. Dieser Erkenntnisse wandern dann spÀter wieder in Webster und Co. Aber Sie sind sicherlich kein Garant als sichere Quelle, zumindest in meinen Augen.

Fast alle "historischen" BarbĂŒcher, in denen GlĂ€ser abgebildet sind, ist das Highballglas ein mittelgroßes. Ich reiche die Tage gerne noch Quellen nach, neben der Abbildung aus dem Straub. Ich wĂ€re dankbar wenn die C&D gemeinde mal Ihre BĂŒcher nach GlasgrĂ¶ĂŸen scanned.

Bislang wurde in der nie beachteten Kategorie Highball die GlasgrĂ¶ĂŸe und die MischverhĂ€ltnisse außen vor gelassen. Das ist falsch. Das liegt fĂŒr mich, auch schon beim jetzigen Quellen Stand, auf der Hand. Aber wie gesagt, es folgen noch Quellen.
Nur, wie wir alle wissen, sind MischungsverhĂ€ltnisse der SchlĂŒssel zum Geschmack. Historisch bedingt, Whiskey mit Schuss Soda und Lump of ice um "erweiterten Tumbler", haben wir eine Geschmack volle Mischung. Wer schon einmal 20 cl Soda auf 4-5 cl Whisky geschĂŒttet hat, weiss das wir hier von einer Schorle sprechen, aber nicht von einem Drink.

Aus Connaisseur Sicht sollte sich eher die Frage stellen, warum man bislang MischungsverhÀltnisse aus Acht gelassen hat, statt zu bezweifeln, ob das wirklich von Interesse ist.


Gary Regan ist, da gebe ich Dir Recht, eine respektable Quelle. Ich wollte die Bezeichnung Florida und New England Bezeichnung auch gar nicht in Frage stellen, mich hat nur interessiert wo Sie her kommt. Diese Bezeichnung ist sicherlich neueren Datums. Zum Einen weil Cranberry Saft noch nicht lange so verbreitet war, zum anderen weil Orangensaft ja auch nicht, kein KohlensĂ€ure, kein Soda, sondern Saft, nicht typisch fĂŒr einen Highball war. Es kann allerdings auch der Versuch sein, das jemand systematisieren und einordnen wollte, und dies dann eher in den Bereich "StilblĂŒten" einzuordnen ist. Ich werde Gary mal Fragen, wo er die Bezeichnung her hat.

Aber, wenn wir beide Gary als respektable Quelle anerkennen, können wir beide doch diesen Erkenntnissen hier zustimmen, oder?

AUS

The Bartenders Bible - GARY REGAN
1991 / 1993

Zitat
Highball

What is a Highball?

Well, first, it‘s a drink that is served in a highball glass,second t‘s quick to make and third,it‘s what ever liquor you desire mixed with water or soda. Of these three qualities speed is the most important.

In the nineteenth century, whenn a train was running behind schedule, a ball would be placed high up on a tall pole in the railway station to signal the driver and engineer to travel at full speed. Hence the term highball was first connected to speed and was later given to a drink that can be made quickly....

 

Marler

Neues Mitglied
Nur gut, daß wir uns nicht in Amerika befinden, ich stĂŒnde sonst bereits nach wenigen SĂ€tzen inmitten des Meinungsstreits, den die einzelnen AnhĂ€nger dieser oder jener Schule mit Erbitterung und Ausdauer ausfechten. ...

Herrlich!

@ Mixael: Wunderbar, so geht die Sache natĂŒrlich auf. ;)

Zur Definition von Gary Regan: Mir scheint, als wĂŒrde damit die Diskussion wieder am Anfang stehen und je nach Auslegung von weiteren Quellen kann ein völlig unterschiedliches VerstĂ€ndnis des Highballs aufkommen.

In meinem BĂŒcherschrank habe ich leider nicht sonderlich viele historische Werke stehen und kann nur mal einen Überblick ĂŒber einige weit verbreitete Werke liefern, die die meisten sicherlich auch haben. AuffĂ€llig dabei ist, dass nur in "The Essential Cocktail" von Dale DeGroff eine Unterscheidung getroffen wird, in sonstigen Quellen nicht. Damit wird in der modernen Cocktailzeit hier tatsĂ€chlich Pionierarbeit geleistet:

https://lh3.googleusercontent.com/-2O8AnB1znPM/UEHv4ozjwQI/AAAAAAAAAM8/_ixCKCrsyN8/s128/Brandl.jpg
Brandls Bar Buch unterscheidet nichts.

https://lh6.googleusercontent.com/-RXmNSuwn0Fc/UEHv3V27ugI/AAAAAAAAAM0/5cygCbHmoZM/s128/Cocktailian.jpg
Cocktailian unterscheidet nichts.

https://lh6.googleusercontent.com/-NOE4PnBpDcQ/UEH2e0BF8FI/AAAAAAAAAOc/UyQ4kXqwcAo/s128/Diffordsguide%207.jpg

Im Diffordsguide #7 ist ein hohes Glas fĂŒr alle möglichen Kategorien in Ordnung.

https://lh6.googleusercontent.com/-LhbLdV19BkI/UEHv4T-bYXI/AAAAAAAAAM4/89n6l98ve78/s128/Imbibe%21.jpg
Die schon von mir erwĂ€hnte "Ausnahme". Leider ohne genauere Quellenangabe in Imbibe!, aber das Highballglas scheint mir mit das grĂ¶ĂŸte zu sein.

https://lh3.googleusercontent.com/-_FDNoHMm45g/UEHv5UTwzcI/AAAAAAAAANI/QCaOhZHshGI/s128/Jahrhundert%20Mixbuch.jpg
Aus dem Jahrundert-Mixbuch. Keine Unterscheidung.

https://lh5.googleusercontent.com/-eRWYUjlfaJg/UEH2euE1dlI/AAAAAAAAAOY/3LzM6Zg5ctY/s128/PDT.jpg

Das PDT Cocktailbook kennt nur ein Collins- bzw. Fizzglas.

https://lh6.googleusercontent.com/-Aq0bMz6c0Bk/UEHv6eA3v8I/AAAAAAAAANU/STbkwTK6U2o/s128/Schumanns.jpg
Nr. 8 könnte im Schumann's ein Highballglas sein, auch wenn es nicht so benannt ist.

https://lh5.googleusercontent.com/-HUfFfqKKle8/UEHv8MGPVvI/AAAAAAAAANc/_XxEjQtygeM/s128/The%20Essential%20Cocktail.jpg
TatsÀchlich ein Unterschied zwischen Highball und Collins bei Dale DeGroff.

Im Pioneers of Mixing at Elite Bars sind zwar eine Menge GlÀser mit Volumenangaben abgedruckt, aber keines trÀgt den Namen Highball.
 

dadid123

aktives Mitglied
Aus Mr. Boston Official Bartender’s Guide 75th Anniversary Edition Seite 46:

Highball One of the most popular cocktails, this is simply a base spirit with a carbonated liquid, usually soda. Americans like it with ice, which British drinkers traditionally omit.
 

dadid123

aktives Mitglied
und hier einige DiskussionsbeitrĂ€ge aus dem Übersetzungsportal leo.org- Forum zum Thema Highball:

Highball was the codename of early versions of the bouncing bomb designed by Barnes Wallis during World War II.
:eek: nein, das wollen wir nicht mit diesem wunderbaren Drink assoziieren

Highball is a railroad signal that took the form of a raised ball on a post, meaning "go". Today, few physical highball signals remain, but the term is used as a command by US train crews, synonymously with the original meaning.
:) haben wir hier ja schon öfters gehört

Highball - (v.) trucker slang for making good time, speeding, or moving fast in general. Comes from the gearshift grip (usually a ball) being in the top gear position. Hence High-Ball. to highball, highballing
;D OK, nun also auch Synonym fĂŒr einen krĂ€ftigen und lang anhaltenden Tritt aufs Gaspedal

Highball is a bouldering term describing an unroped bouldering problem high enough to present the threat of death or serious injury should the climber fall.
::) Na, dann im ĂŒbertragenen Sinne der Vorschlag den Gast auf dem hohen Barhocker besser anzuschnallen bevor er in eine Highball Situation kommt ::)

highball offer ist ein ĂŒbertrieben hoher preis; das gegenteil ist ein lowball offer, ein sogenannter Lockpreis
;D schönes Wortspiel - zur Happy Hour gibt's einen Highball zum Lowball Preis ;D
 

hannibal-007

Neues Mitglied
@Marler

Deine BĂŒcher sind ja alle ziemlich jung. Das dort kaum Unterscheidungen getroffen werden, ist mehr ein Beleg dafĂŒr, dass sich kein aktueller Autor damit auseinander gesetzt hat als das es keine Unterscheidung Sinn ergibt.
Das ausgerechnet die Nerds sprich Dale DeGroff und David Wondrich da herausfallen, wundert mich ĂŒberhaupt nicht.
 

Alchemyst

aktives Mitglied
Apropos Wondrich:
http://www.esquire.com/drinks/highball-drink-recipe
 

Alchemyst

aktives Mitglied

Highball
Another class of mixed drinks, and one which is now very common, is known as highball. The highball in its simplest conception is not a mixed drink at all, except in the mixing of water with the alcoholic beverage. The highball is served in a tall glass, the whiskey, brandy or gin being first poured into the glass with, usually, a lump of ice, and the glass is then filled with soda water or seltzer or some carbonated beverage. – aus "Beverages and their Adulteration: Origin, Composition, Manufacture, Natural, Artificial, Fermented, Distilled, Alkaloidal and Fruit Juices" - 1919 by Harvey Washington Wiley

http://www.amazon.com/gp/product/1417973935?ie=UTF8&tag=theultimatlearna&linkCode=as2&camp=1789&creative=9325&creativeASIN=1417973935
______________________________________________________________

The Handbook of Hosts, 1953
http://www.amazon.com/Handbook-Hosts-Esquire/dp/B000O658JI/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1346542339&sr=1-1&keywords=handbook+of+hosts

Siehe hier:
http://www.flickr.com/photos/mkwilliams/2942372057/in/set-72157608093334303
und hier:
http://www.flickr.com/photos/mkwilliams/2942372989/in/set-72157608093334303
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Ich werde mir bei Gelegenheit via Trinklaune Gedanken machen, warum Wein ein solch' erfolgreiches GetrĂ€nk ist und dass wir beim Genuss alkoholischer GetrĂ€nke das kulinarische Optimum bei 10% bis maximal 18 oder 19% Alkohol erhalten. - Bezogen auf den Highball und einer Spirituose mit 40% Alkohol reicht somit eine "VerdĂŒnnung" von rund 1:2, 1:3 und damit ein eher kleineres Glas. (Der gleiche Drink kann auch als "Lowball" serviert werden - Zum Beispiel im mittleren Tumbler)
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Zum Schluss ein Notendeckblatt zum Song: "Friend Highball" aus dem Jahr 1915, zu einer Zeit in der der Highball weit verbreitet und Mode war. Wir sehen also ein typisches und nicht gerade großes Glas:
http://www.flickr.com/photos/14761447@N07/3093502515
 

joerg.meyer

Neues Mitglied
@Marler.

Pionier of Elite Bar war ein guter Tip. Das Buch ist in meinen Augen sehr besonders. 3(4 genauer gesagt 1 + 3 ) Bartender haben 30 Jahre lang Rezepte gesammelt. durch die ganze Prohibition hinweg. Aus dieser Zeit gibt es nicht viele Quellen. Und sie sind keine "Momentaufnahme"

Ich glaube mittlerweile das der AnfĂ€ngliche Whiskey Soda /Ginger Ale Highball kurz zu einem absoluten IN / Hip Drink in einigen Bar von New york und in Amerika entwickelte. (Irgendwo um 19.00) Auf der Höhe dieses "Hypes" (in einigen Bars) - Schneller Drinks, Kurzes MischungsverhĂ€ltnis, prickelnder Soda Filler kamen mehr Varianten, die dieser Machart folgten (Sieh Straub Varianten aus 1917) . SpĂ€ter dann, als es um den Drink wieder "ruhiger" wurde, bzw. in den Bars, in denen er sich eigentlich als kurzer Whiskey Soda etablierte, gingen die Definitionen eher und Spirituose mit Filler. Der Eis verliebte Amerikaner wechselte hier das Glas hin zum Collins ( 12oz und grĂ¶ĂŸer) und verstand den Drink eher als Longdrink. Es folgend andere Filler. Orangensaft und Wodka. Beides frĂŒher eher unbekannt. Dann, wahrscheinlich in den finsten Siebzigern Filler wie Cranberry etc.

Der Drink hat sich "in die Falsche Richtung" entwickelt, wurde belanglos. Die Essenz, derzeit fĂŒr mich, ist: schneller Drink, kurzer Drink, "starkes MischungsverhĂ€ltnis" (1:2 / 1:3), klassisch Soda, bzw. KohlensĂ€urehaltiger Filler - spĂ€ter "SĂ€fte".

Er hat zur "Hochzeit" durchaus viele andere Zutaten enthalten. Picon findet man oft. Likör, Sirup, ZitrussÀfte. Wichtig war, das die "Mischung" im richtigen VerhÀltnis zu dem kohlensÀurehaltigen Filler war, das Glas eher Klein.

Die Pioniers of Elite Bar geben sehr wohl eine GlasgrĂ¶ĂŸe an. Im Reprint Seite 185.

Highballs
are liquor, ice (one lump) in glass. Fill with fizz Water. A Tall 8 oz. glass.

Dadrunter wird der "Manhattan" Highball genannt:

Manhattan
Jigger Four Roses Rye
Fill White Rock, Glass No. 11

Ein Blick zu den GlĂ€ser zeigt, das dieser nur etwas grĂ¶ĂŸer als Tumbler ist, aber auch schmaler, sprich eher kleines Glas.

Freundlicher Weise hat der geschĂ€tzte Myles Davis beim Reprint Fußnoten eingefĂŒgt, mit ErklĂ€rungen. Man erfĂ€hrt das von 1871 an White Rock der Markenname fĂŒr ein NatĂŒrliches Quell Wasser war. Ob es sich dabei um ein "sparkling" handelt, nennt Myles nicht, empfiehlt dies aber ausdrĂŒcklich fĂŒr den Drink.

Was mich bei @Alchemyst links zum Esquire freut, sind die detaillierten ErklĂ€rung wie man Sodas zu behandeln hat, damit die KohlensĂ€ure im Drinks möglichst lange anhĂ€lt und dieser frisch bleibt. Das war und ist glaube ich der Grund, fĂŒr den Erfolg der Highballs. Kurz, konzentriert, knackig frisch.

Um die 1950 Jahre sollte man beachten, das Soda(s) gelegentlich im Amerikanischen auch KohlensĂ€urehaltige Limonade (Ginger Ale, Tonic, Cola) heißen kann und nicht immer Soda Wasser gemeint ist.

Ich habe das Buch selber in der Sammlung, bislang aber noch nicht diesbezĂŒglich gelesen -- was fĂŒr ein großartiger Text, reines LesevergnĂŒgen fĂŒr Profitrinker!

ein Detail, Dank an Alchemyst, wird auf jedem Fall im Boilerman aufgenommen werden:

"The highball, high priest of tall drinks...." Wow - wie recht Sie haben.

Ein Gin Tonic im Highball service schlÀgt jeden traurigen Gin & tonic Londrink auf lÀngen
 

Marler

Neues Mitglied
Die Pioniers of Elite Bar geben sehr wohl eine GlasgrĂ¶ĂŸe an. Im Reprint Seite 185.

Auffallend richtig. Meine Aussage bezog sich auf die GlĂ€serĂŒbersicht auf den Seiten 18-21 im Reprint (den ich ĂŒbrigens von Ihnen erhalten habe ;-) ), dort ist kein Glas direkt als Highballglas benannt. Den umgekehrten Weg zu gehen und bei dem Rezept nach einer GlasgrĂ¶ĂŸe zu schauen, habe ich verpasst.

Das Esquire Handbook for Hosts ist in der Tat ein tolles Buch, die Auflage von 1954 liegt bei mir. Innerhalb eines Jahres gab es keine Anpassung des Highballtexts, jedoch sind seitdem weiterer Veröffentlichungen erschienen, in die 1999er-Ausgabe (anscheinend auf Stand 1977) kann man bei Amazon reinschauen. Großartige Änderungen kann ich auf den paar Seiten zwar nicht erkennen, aber vielleicht hat sich bei den Highballs ja doch noch eine Anpassung ergeben, die interessant wĂ€re.
 

mangomix

aktives Mitglied

@Mangomix

Eines vorweg: es sollte Kuddel Muddel heißen, warum hier die Autokorrektur immer BUDDEL daraus macht kann ich mir nur damit erklĂ€ren, das hier jemand zu tief in die Buddel geschaut hat :)

Also, was den Highball angeht, ist die jetzige Definition auf Wikipedia Kuddel Buddel (arrg ES hat es wieder getan!) MUDDEL.
Das ist nicht weiter schlimm. Warum? Weil der Drink bislang von noch niemanden ernsthaft beleuchte wurde - das C&D Forum leistet hier gerade Pionier Arbeit. Ich freue mich schon jetzt darauf, ein paar Herren aus Amerika eine brauchbare Geschichte des Highballs zu liefern. Bislang war es ein "ferner liefen Thema"

Die jetzige Definition beruht auf welchen Quellen? Lexika? Webster? Sicherlich respektable Veröffentlichungen, doch im Nischenbereich langsam, schwerfÀllig, wenig up to date. Erinnern wir uns wie dort noch vor Jahren Drinks und Klassiker beschrieben wurden? Es bedarf einer Recherche von Profis. Dieser Erkenntnisse wandern dann spÀter wieder in Webster und Co. Aber Sie sind sicherlich kein Garant als sichere Quelle, zumindest in meinen Augen.
[/quote]

Ich find "buddel buddel" passt doch ganz gut ;) WĂŒrd ich aber eher auf die aktuelle Quellenlage beziehen, die wir hier im Thread sehen. In der Wikipedia war ich vor allem Regan gefolgt, da mir "Joy of Mixology" als neueste Quelle, die sich an einer Definition versucht, am zuverlĂ€ssigsten erschien. Unterscheidet sich ĂŒbrigens von dem, was er er 10 Jahre zuvor geschrieben hat, ich zitiere mal:

Definition: Highballs are built in highball glasses; they call for a base spirit and a mixer, such as soda and water.
Highballs listed in the recipe chapter: Bourbon and Branch, Bourbon and Coke, Brandy and Soda, Cuba Libre, Dark and Stormy, Gin and Tonik, Gin Buck, Jack and Coke, Mamie Taylor, Moscow Mule, Pimm's Cup, Presbyterian, Rye and Ginger, Scotch and Soda, Scotch and Water, Seven and Seven, Vodka and Tonic.

Florida Highballs are mixed drinks built in a highball glass that contain orange or grapefruit juice but not cranberry juice, since that's the defining ingredient in New England highballs. Pay close attention to the relationship between Sex on the Beach, a New England Highball, and the Fuzzy Navel, its Floridian sister.

Florida highballs included in the recipe chatper: Alabama Slammer, Black-Eyed Susan, Bocce Ball, Freddie Fudpucker, Fuzzy Navel, Greyhound, Harvey Wallbanger, The Salty Chihuahua, Salty Dog, Screwdriver, Sloe Comfortable Screw, Tequila Sunrise.

All New England Highballs contain cranberry juice and are built in a highball glass. Although there are only six drinks in the New England Highball family, it's interesting to note the relationship between the Cape Codder, the Madras, Sx on the Beach, and the Woo Woo. New England Highballs included in the recipe chapter: Bay Breeze, Cape Codder, Madras, Sea Breeze, Sex on the Beach, Woo Woo.
(Gary Regan: The Joy of Mixology, 2003, S. 146-148)

Ich stimme dir zu: das mit den Florida/New England Highballs findet sich so (soweit ich sehe) nur bei Gary Regan, ob "StilblĂŒte" oder nicht mag ich mir nicht anmaßen zu entscheiden. Immerhin erwĂ€hnt er stets das Highball-Glas, ĂŒbrigens im Gegensatz zu Schumann, der fĂŒr alle Highballs (auch in der neuen 2011er Auflage von "Schumanns Bar" nur von einem "Longdrink-Glas" spricht. Ich habe die Wikipedia-Definition angepasst, damit der Unterschied zwischen den verschiedenen AnsĂ€tzen deutlich wird:

Wikipedia-Artikel "Cocktail" (ALT):
Highballs. Hierbei handelt es sich um Longdrinks aus lediglich einer Spirituose und einem so genannten Mixer (Sodawasser oder Softdrink wie Cola]], die im GĂ€steglas auf Eis zubereitet werden (Beispiel: Cuba Libre). Wird als Mixer Orangen- oder Grapefruitsaft verwendet, spricht man von einem Florida Highball (z. B. Harvey Wallbanger), bei Cranberrysaft von einem New England Highball (z. B. Sex on the Beach).

Wikipedia-Artikel "Cocktail" (NEU)
Highball: ursprĂŒnglich eine Bezeichnung fĂŒr eine mit Sodawasser oder einem kohlensĂ€urehaltigen Softdrink „verlĂ€ngerte“ Spirituose, mit Eis traditionell im Highballglas, einem mittelgroßen Becherglas serviert. Beispiele: Whiskey Highball (Whiskey und Soda oder Ginger Ale), Brandy Soda, Gin Tonic, Moscow Mule. Der Begriff wird aber unterschiedlich verwendet, teilweise werden alle einfachen Longdrinks unabhĂ€ngig von der GrĂ¶ĂŸe, oder Mischungen mit verschiedensten Zutaten als Highballs bezeichnet. Highballs mit Orangensaft als Filler nennt Gary Regan Florida Highball (z. B. Harvey Wallbanger), solche mit Cranberrysaft New England Highball (z. B. Sex on the Beach).

Ich denke, das gibt die aktuelle Quellenlage besser wieder und kennzeichnet die Florida/New England Highballs als Einzelmeinung. AusfĂŒhrlicher kann das ja im Spezialartikel Highball behandelt werden. Ansonsten sollte die Wikipedia-Diskussion auf den jeweiligen Diskussionsseiten fortgesetzt werden.

Bitte nicht falsch verstehen: "Pionierarbeit" zu leisten und zu einer Neudefinition von "Highball" zu kommen, finde ich grundsÀtzlich erfreulich. Ich bitte aber zu bedenken, dass Wikipedia als EnzyklopÀdie nur vorhandenes (d.h. gesichertes und mit Quellen belegtes) Wissen widergeben kann. Es kann also nur das dort stehen, was bereits in der Fachwelt anerkannt ist (siehe Keine Theoriefindung.


Bislang wurde in der nie beachteten Kategorie Highball die GlasgrĂ¶ĂŸe und die MischverhĂ€ltnisse außen vor gelassen.
[/quote]

Eben drum. Solange wir in renommierten BarbĂŒchern kein eindeutiges Bild haben, z.B. keine so klar formulierte Abgrenzung des Highballs vom Longdrink oder einer "Schorle" (joerg.meyer) anhand der DrinkgrĂ¶ĂŸe oder des MischungsverhĂ€ltnisses lesen können, muss man das eben auch so benennen, bis sich sich die mehrheitliche Auffassung der Fachwelt Ă€ndert. @joerg.meyer: du wirst deine Erkenntnisse ja bestimmt noch anderswo veröffentlichen, das können wir dann auch fĂŒr die Wikipedia verwenden.
 

mangomix

aktives Mitglied
Und noch zwei neuere PuzzlestĂŒcke fĂŒr unsere Sammlung: Uwe Voigt (Barschule Rostock, in: "Großes Lehrbuch der Barkunde", 2. Aufl. 2007):
Internationale BarglÀser:
Highball. FĂŒllmenge: 26,6 cl. Verwendung: kleine Longdrinks, Softdrinks.

Special Highball:
FĂŒllmenge: 41,1 cl. Verwendung: Tropic und Fancy Drinks (Caipirinhaglas).

Collins/Cooler. FĂŒllmenge: 35,5 cl. Verwendung: international ĂŒbliches Longdrinkglas (Vodka Lemon, Gin Tonic, Whisk(e) Cola), Collinses, Lemonades, Egg-Noggs.

Abgebildet sind jeweils BecherglÀser wie die aus der Libbey Beverage Serie, Àhnlich diesem.

Also doch eher groß ... aber immerhin ist Highball, wie in den meisten Ă€lteren Quellen, kleiner als andere Longdrink-GlĂ€ser. Man muss aber auch berĂŒcksichtigen, dass die GlĂ€ser allgemein in den letzten 100 Jahren eher grĂ¶ĂŸer wurden. Man muss also immer die Relation sehen.

Im "Cocktailian" sind auch ĂŒbliche GlasgrĂ¶ĂŸen genannt, zwischen Highball und Longdrink wird dort aber nicht unterschieden: beide 35 cl ("damit sich zu Spirituose und Filler genĂŒgend Eis gesellen kann"). Selbst das Fizzglas hat dort schon 25 cl (obwohl die Autoren schreiben, dass Fizzes heute wieder gerne straight up serviert werden).
 

Alchemyst

aktives Mitglied

Und noch zwei neuere PuzzlestĂŒcke fĂŒr unsere Sammlung: Uwe Voigt (Barschule Rostock, in: "Großes Lehrbuch der Barkunde", 2. Aufl. 2007):
Internationale BarglÀser:
Highball. FĂŒllmenge: 26,6 cl. Verwendung: kleine Longdrinks, Softdrinks.

Special Highball:
FĂŒllmenge: 41,1 cl. Verwendung: Tropic und Fancy Drinks (Caipirinhaglas).

Collins/Cooler. FĂŒllmenge: 35,5 cl. Verwendung: international ĂŒbliches Longdrinkglas (Vodka Lemon, Gin Tonic, Whisk(e) Cola), Collinses, Lemonades, Egg-Noggs.
[/quote]
Ein Text wie andere auch, der die Sammlung vervollstÀndigt. - Mehr wurde ja nicht gesucht.
Aber Quellen mĂŒssen bewertet werden.
Voigt hat sicher seine Verdienste, aber als relevante Quelle eignet sich sein Buch eher nicht - finde ich.



... Ich bitte aber zu bedenken, dass Wikipedia als EnzyklopĂ€die nur vorhandenes (d.h. gesichertes und mit Quellen belegtes) Wissen widergeben kann. Es kann also nur das dort stehen, was bereits in der Fachwelt anerkannt ist (siehe Keine Theoriefindung. ... Solange wir in renommierten BarbĂŒchern kein eindeutiges Bild haben, z.B. keine so klar formulierte Abgrenzung des Highballs vom Longdrink oder einer "Schorle" (joerg.meyer) anhand der DrinkgrĂ¶ĂŸe oder des MischungsverhĂ€ltnisses lesen können, muss man das eben auch so benennen, bis sich sich die mehrheitliche Auffassung der Fachwelt Ă€ndert.
[/quote]

Ich verstehe.
FĂŒr Wiki Schreiber gilt das wohl so. -
Ich bewundere deine Arbeit mangomix, aber fĂŒr mich persönlich wĂ€re diese "neutrale" Herangehensweise, glaube ich, nicht geeignet... ;)


Als Gast und Konsument und Leser von BarbĂŒchern wĂŒrde ich sagen, dass die "Fachwelt" zu diesem Thema (ausserhalb ein paar bĂŒcherschreibender Gurus) bzgl. des Highball gar nicht existiert. Wir sind doch gerade dabei diese untergegangene/vernachlĂ€ssigte/abgeschliffene Drinkkategorie neu wahrzunehmen.

Jedes MischgetrÀnk/jede Speise muss interpretiert werden.
Beim Highball spricht sowohl die Grundidee des Drinks, die Historie, die kulinarische Balance (Spirituose/Filler -> 2:1 -> 10-20% Alkohol) und mit Sicherheit weitere (betriebswirtschaftliche?) GrĂŒnde fĂŒr kleinere GlĂ€ser und konzentrierte Drinks.
Aber ich denke, das siehst du auch so.

Und als Gast habe ich wenig Neigung, nach Genuss von zwei, drei Highballs ein ausgeprÀgtes "Schwipp/Schwapp" im Verdauungstrakt zu bemerken... ;)
-------------------------------------------

Übrigens ... FĂŒr mich der beste, anregendste, inhaltlich wertvollste Thread der letzten vielleicht 12 Monate.
Ich hatte mich hier ja schon fast verabschiedet, weil ich es hier totlangweilig fand. -
Nun habe ich hier viel gelernt. -
Endlich mal wieder konstruktive Pioneerarbeit. - Großartig. :)
 

mangomix

aktives Mitglied
Jedenfalls mal ein schöner Anlass, mal wieder in alten BĂŒchern zu schmökern. Oder in neuen: Ted Haigh schreibt in seiner "Cocktail Archeology", einem kurzen Abriss ĂŒber die Entwicklung der MixgetrĂ€nke zur EinfĂŒhrung in sein Buch "Vintage Spirits & Forgotten Cocktails" (2009):

As the war ended, life (and alcohol supplies) began, seemingly, to normalize. By the postwar era, there were thousands of published cocktails the cockail had stiched itself into the fabric of national cultural identity - from being reviled to getting fan mail. Behind the scenes, however, distillers were getting anxious about their meager stock of aged spirits. The came up with a plan - actually, two plans - which they instituted efore the war and redoubled thereafter. First, the started heavily marketing blended whiskey, which consists of a little aged whiskey and a lot of grain-neutral spirits. It doesn't take much time to distill neutral spirits and no time to age. Add a little aged whiskey and off to market! To this blended whiskey approach, they then pitched an alternative drinking style: the highball. Take a shot of blended whiskey; add some soda water or ginger ale and a tall glass with ice cubes. Light! Refreshing! Casual! Modern! So went their mantra. Then they really did it. They found an ethnic spirit that didn't call for aging. The desire was for the effect, not the flavor. This could not have disturbed the liquor companies too much, because after all, they were selling cheaper product and lots of it. Beer got lighter with a lower alcohol percentage. Nor was that the end of it. If people didn't like strong alcohol flavours anymore, why drink at all? By the late 1960s, much of a generation eschewed alcohol in general and cocktails in particular, considering them old-fashioned and establishmentarian. Vodka-Based, weak, sweet, and fruity (or disguised Mickey Finn-strong) - that was the '70s.

Etwas ĂŒbersptitzt formuliert: nach der Prohibition sei der Highball ein bequemer Weg fĂŒr die Spirituosenindustrie gewesen, ihren billigen, gestrecken "blended whiskey" unter die Leute zu bringen, und wurde gleichsam eine Station auf der Talfahrt der "klassischen" Cocktailkultur, weg vom Geschmack gelagerter Spirituosen, hin zu verdĂŒnnten, gestreckten, sĂŒĂŸen oder fruchtigen Drinks, in denen am Ende nur noch Wodka enthalten war.

Interessante These ;)

Aber machen wir uns nichts vor: Vor der Prohibition (bzw. bevor solche Praktiken Anfang des 20. Jahrhunderts gesetzlich verboten wurden) war auch nicht alles Whiskey, was nach Whiskey roch und schmeckte:

BOURBON WHISKEY.
To one hundred gallons of proof spirit, add four ounces of pear oli, two ounces of plargonif ether, thirteen drachms of oil of wintergreen (dissolved in the ether), and one gallon of wine vinegar. Color with burnt sugar.
(Cocktail Boothby's American Bar-Tender, 1891, Nachdruck bei Mud Puddle Books 2009; Abschnitt: "Valuable Secrets for Liquor Dealers". Ähnliche Rezepte liefert er ĂŒbrigens auch fĂŒr weitere "Fake"-Spirituosen.).

Yuck!!! :eek:
 

joerg.meyer

Neues Mitglied
Wertes Forum,

zunĂ€chst einmal vielen Dank fĂŒr den regen Austausch, den ich interessiert verfolgt habe. In den vergangenen Wochen ging es mit Hochgeschwindigkeit auf unserer Eröffnung zu und ich habe nicht mehr die Zeit gefunden zu antworten - dafĂŒr ein Pardon.

Ab heute ist THE BOILERMAN BAR, die sich im Schwerpunkt dem Highball widmet, geöffnet, und wer sich in dieser Woche in der Bar als hier aus dem Forum "kommend" zu erkennen gibt, dem sind ein Highball und ein BOILERMAKER auf meine Rechnung sicher.

Vielleicht finden wir die Möglichkeit in einer ruhigen Minute das Thema Highballs dort weiter zu besprechen, denn ich werde es mir nicht nehmen lassen, in den ersten Wochen die Drinks persönlich zu mixen.

Ich habe noch einige FundstĂŒcke zum Thema und werde diese hier dann nach dem ersten "run" und der momentan "knappen" Zeit veröffentlichen.

Wer also Lust hat, einen Highball zu probieren, ist herzlich eingeladen: www.boilerman.de

Die ersten Mitglieder des Forums (Oscomp, crackone...) durften schon die (rauchige) Luft der Bar einatmen und ich hoffe, die Idee gefĂ€llt Ihnen. Neben dem Highball gibt es einen zweiten großen Drink, dem wir unseren Tribute zollen: Dem BOILERMAKER.

Ein Bier mit einem Bourbon Shot. Meine Empfehlung: das neue Ratsherren PALE ALE geteilt fĂŒr zwei oder drei Trinker und dazu eine ordentliche Unze amerikanischen Whiskeys im Glas. (selbstverstĂ€ndlich nicht geteilt, sondern fĂŒr jeden eine !)

Freue mich auf Besuch aus dem Forum.

Beste GrĂŒĂŸe


Jörg Meyer
 

bochi

Neues Mitglied
Auch wenn das Thema wahrscheinlich schon durch ist und ich mir nicht sicher bin ob wir diese Quelle schon hatten, werfe ich sie mal in den Raum.

Highball Rezepte von Trader Vics Bartenders Guide 1947


http://s7.directupload.net/file/d/3040/bo44rjb6_jpg.htm
 

bochi

Neues Mitglied
es folgen noch ca. 12 Seiten mit weiteren Highballrezepten in dem Buch
 
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