Zucker im Rum

Thorwise

Neues Mitglied
Ich finde ein wirklich spannendes Thema ist die Zugabe von Zucker in den Rum. Dank der finnischen und schwedischen Alkoholaufsicht wissen wir:

Angostura 1919 14gr/l
Appleton Estate Extra 12 Years less than 3gr/l
Berrys' Caribbean Rum 12 Years less than 3gr/l
Botran Solera 1893 Gran Reserva A├▒ejo 9 g/l
Dillon Tr├Ęs Vieux Rhum less than 3gr/l
Diplomático Reserva 8 Años 7gr/l
Diplomático Reserva Exclusiva 12 Años 41gr/l (!!!)
El Dorado 15 Years 31gr/l
Matusalem Solera 7 Blender less than 3gr/l
Negrita Dark less than 3gr/l
Ron Barcel├│ Gran A├▒ejo 5gr/l
Ron Quorhum Solera 23 Years 46gr/l (!!!)
Ron Zacapa Gran Reserva 41gr/l (!!!)
Rum Plantation 20th Anniversary Extra Old 29gr/l
Rum Plantation Grande Reserve Barbados 22gr/l
Zacapa XO 26gr/l
Weitere Rums zum Beispiel hier: http://www.refinedvices.com/forums/download/file.php?id=33&mode=view
Quelle: http://www.refinedvices.com/forums/viewtopic.php?f=4&t=485&p=2515#p2515
Spannend finde ich, dass auch hoch angesehene Rums wie El Dorado 12 oder15 und Plantation XO darunter sind. Was meint ihr? Tut das Not? Sollte man die Zugabe von Zucker im Hinblick auf den Geschmack akzeptieren (das ist etwas anderes als die Zugabe von fast geschmackslosem E150a zur Farbabrundung) oder ist das eigentlich Panscherei? Z.B. Bei deutschen Fruchtbr├Ąnden, Topinambur und Tresterbr├Ąnden d├╝rfen nach ┬ž 8 AGeV bis zu 10g/l Zucker hinzugegeben werden.
 

Junsas

aktives Mitglied
Sehr sch├Ân, dass hierzu mal konkrete Zahlen aufgetaucht sind. Nachdem es immer mehr Unabh├Ąngige Abf├╝ller im Rumbereich gibt, ist es ja ein offenes Geheimnis, dass viele Hersteller Zucker beisetzen. Gerade bei El Dorado schmeckt man das recht deutlich, wenn man mal unangetastete Abf├╝llungen probiert hat (Velier, Bristol, etc.).

Imho sollte man sowas auf dem Label deklarieren m├╝ssen, genauso wie jede andere Zugabe von Stoffen oder Aromen. Dass zum Beispiel Angostura 1919 die krasse "Vanillenote" aus dem Fass bekommt, glaubt hoffentlich niemand :) Da gibt es Spiced Rums, die weniger gew├╝rzt schmecken :D

Sehr interessant, dass anscheinend auch Agricoles teils Zucker zugesetzt bekommen. Ich dachte, zumindest die franz├Âsischen Rums sind durch ihr AOC sicher vor solchen Aktionen. Wobei aber die Frage ist, ob man >3g/1L ├╝berhaupt bedeutend rausschmeckt (ich denke nein, aber trotzdem unsch├Ân).

PS: Ich hatte k├╝rzlich mit Bastian Heuser ├╝ber die WIRSPA Kampagne/Zertifizierung gesprochen und war schon bzgl dem Angostura 1919 sehr skeptisch.

In den Regularien steht:
fermented and distilled in the ACP Caribbean
ÔÇó from sugar cane origin
ÔÇó distilled below 96% abv
ÔÇó additives are not permitted (except caramel for colour)
ÔÇó must be bottled at 40% abv (37.5% where permitted)
ÔÇó where a statement of maturity and/or age is given:
o it shall be that of the youngest distilled spirit in the product
o the rum shall have been matured in wooden vats or barrels for not less than one year

"The Authentic Caribbean Rum Marque is the subject of formal agreement between WIRSPA and individual companies. The licence defines production standards, testing methodologies and labelling criteria that must be met. Monitoring and control is undertaken through visitations by WIRSPA, Independent experts and accredited laboratories."

---

Ich habe Bastian gerade nochmal angeschrieben und gefragt, wie das zusammen passen kann. Er hatte die Zahlen bei Refined Vices auch schon gesehen und bem├╝ht sich gerade um ein Statement von WIRSPA. Ich bin gespannt und schonmal danke an Bastian f├╝r seinen Einsatz! :)
 

Microboy

aktives Mitglied
Wo steht denn, dass der Zucker zugesetzt wurde? Kann es sich nicht um den nat├╝rlichen Zuckeranteil handeln?

Wenn es sich um zugesetzten Zucker handelt sind die meisten Mengen relativ gering. Auf den Liter gerechnet sind es bei El Dorado 15 Years rund 3% - diese Menge Zuckerzusatz ist bei Cognac beispielsweise erlaubt. Bei 5g pro Liter w├╝rde ich davon ausgehen dass die Menge den Geschmack wirklich nur abrundet aber den Rum nicht sp├╝rbar s├╝├čt.
 

hannibal-007

Neues Mitglied
Danke f├╝r die Zahlen!

Ich muss aber sagen: Das war eig. zu erwarten, ich f├Ąnds auch besser, wenn man es nachlesen k├Ânnte und damit vor dem Kauf sich drauf einstellt. Aber: Es geh├Ârt einfach dazu. Manche Rums funktionieren mit S├╝├če eben besser. Die Erwartungshaltung ist ja nicht, dass da ein Nerd die Flasche kauft und es sich nach Belieben s├╝├čt oder auch nicht. Das Gesamtprodukt wird verkauft. Einem Schokorum steht ein gewisser Zuckeranteil eben gut.
Praktisch gesehen hat es mich noch nie wirklich gest├Ârt. Beim Mixen kann man problemlos die Verh├Ątlnisse anpassen/abschmecken.
Beim pur trinken: Das, was ich pur trinke/trinken m├Âchte, war bisher passend nicht ges├╝├čt. Diplom├ítico Reserva Exclusiva beispielsweise ist das perfekte Produkt um Rumeinsteigern rum zu zeigen. Ich bin froh, dass der s├╝├č ist. Es passt eben.
 

Junsas

aktives Mitglied
Nur mal so als Verh├Ąltnis: Coca Cola hat ~106/1L Zucker, ein normales St├╝ck W├╝rfelzucker wiegt ~ 3g. Da sind > 40g/1L nicht soooo wenig :)

Ich habe mich allerdings auch gerade gefragt, ob nach der Destillierung noch Restzucker im Destillat vorhanden sein kann. Wenn ├╝berhaupt dann w├╝rde ich aber auf eine sehr geringe Menge tippen (z.B. die < 3g/1L beim Dillion).
 

Flos-Saftladen

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Tjo, ich denke, wer sich in der Welt des Rums ein wenig auskennt, hat diese Zahlen nicht gebraucht um das zu wissen. Einen nat├╝rlichen Zuckeranteil, wie ihn Microboy beschrieben hat, m├Âchte ich ausschlie├čen, denn dann m├╝sste man bei den unabh├Ąngigen Abf├╝llern ja die gleichen Ergebnisse vorfinden. Wer mal einen Angostura 1919 und einen Trinidad Distillers (Angostura) eines UAs nebeneinander verkostet hat, dem d├╝rfte mehr als nur ein Licht aufgegangen sein. Und ja, in meinen Augen ist das Panscherei und kein Rum. Dass das Ergebnis verkauft werden kann, vielfach besser verkauft werden kann als richtiger Rum, das steht auf einem anderen Blatt. Nat├╝rlich kann und darf einem das auch schmecken, warum auch nicht? Aber in meinen Augen sind diese ganzen Produkte in der Deklarierung so klar vom Rum zu trennen wie Drambuie vom Whisky. Schade, dass das Wunschdenken ist. Viele Hersteller geben sich ja nicht mal M├╝he, das Zustandekommen des Geschmacks eines "Rums" zu verschleiern.
 

Thorwise

Neues Mitglied
Ob man das wissen muss wei├č ich nicht. Ich fand die Tabelle ganz aufschlussreich.

Zur Theorie des Restzuckers in der Maische: Bei Obstbr├Ąnden sind am Ende noch 1-5g/l Zucker in der Maische.
Quelle: http://www.c-schliessmann.de/deutsch/Dokumente/Info-_Sicherheitsdatenblaetter/Getraenkeanalytik/071.pdf

Und Ed Hamilton erkl├Ąrt:
Right out of the still rum, like all distilled spirits, is a clear spirit that contains on sugar. All distilled spirits are made from various forms of sugar but in every case the distiller converts as much of that sugar as possible to alcohol during the fermentation process. In the distillation process, alcohol, which is more volatile than water and most of the other compounds in the fermented wash, is evaporated as a function of temperature and then condensed and collected. Depending on the raw material, this condensate is called rum, whisky or other lesser spirits.

On the far end of the spectrum, nearly every flavored rum has added cane sugar. Sugar will take the rough edges off a younger spirit. Foursquare Spiced Rum is one of the few spiced rums which doesn't contain sugar and is called a dry-spiced rum in the islands.
http://ministryofrum.com/forums/showthread.php?t=672
 

Junsas

aktives Mitglied
Klar in der Maische ist Restzucker enthalten, da irgendwann die Hefen sterben. Mir geht es eher um das Destillat. ;)
 

crackone

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Sehr spannende Zahlen; sch├Ân, so etwas mal schwarz auf wei├č zu lesen. Finde ich jedenfalls - obwohl ich mich in der Welt des Rums auch ein wenig auskenne...
 

Flos-Saftladen

Neues Mitglied
Allerdings sind die Zahlen auch nicht wirklich neu, so viel ich wei├č. Zumindest erinnere ich mich daran, dass wir die Zahlen im forumseigenen Chat auch schon mal diskutiert hatten. Das muss ca. ein halbes bis ein Jahr her sein. Einzig bemerkenswert finde ich die Angaben zu El Dorado. Klar, dass der geflavourd wird ist logisch, warum sagte Sascha ja schon, aber in dem Ausma├č hatte ich das auch nicht erwartet.

Das Problem seh ich letzten Endes darin, dass viel zu viele Menschen den D.R.E. z.B. kaufen, ihn m├Âgen und daraus dann aber f├Ąlschlicherweise ableiten, dass dies der Geschmack von Rum w├Ąre, dabei haben sie einen besseren Lik├Âr vor sich. Da findet eine T├Ąuschung statt, die ich nicht gut hei├če.
 

oscomp

aktives Mitglied
Allerdings sind die Zahlen auch nicht wirklich neu, so viel ich wei├č. Zumindest erinnere ich mich daran, dass wir die Zahlen im forumseigenen Chat auch schon mal diskutiert hatten.
Und warum postet ihr so etwas dann nicht? Ihr seht doch, dass meist nur ein geringer Anteil von Usern im Chat ist :-\
 

Kuglblitz

Neues Mitglied
Ja, ein sehr spannendes und mE auch wichtiges Thema, egal, ob man das jetzt ok oder als Kundent├Ąuschung empfindet.

Ich gehe davon aus, dass die Zahlen seri├Âs sind (wobei Quellenkritik nie schadet) und leite dann folgende M├Âglichkeiten nach der Herkunft des Zuckers ab:

1. die Maische beinhaltet Restzucker (wobei ich mich dann frage, ob dieser bei der Destillation ├╝berhaupt mitverdampfen kann)
2. der Zucker kommt durch die Lagerung (etwa in S├╝├čweinf├Ąssen) in die Spirituose
3. es wird bewusst nachgezuckert
4. Kombination von 1., 2., 3.

1. w├Ąre f├╝r mich (sofern technisch ├╝berhaupt m├Âglich) absolut ok, da ein nat├╝rlicher Prozess
2. ist auch ok, sofern die Balance stimmt und der Fasstyp angegeben wird (z.B. Lagerung in Oloroso Sherry F├Ąssern)
3. halte ich f├╝r Kundent├Ąuschung, sofern nicht extra angegeben

Zudem w├╝rde mich interessieren, wie hoch der Zuckergehalt in Singe Malt, Spanischem Sherry oder Cognac, also Spirituosen, die oft ob ihrer "Weichheit" und "S├╝├če" ger├╝hmt werden, ist.
 

Microboy

aktives Mitglied
Zudem w├╝rde mich interessieren, wie hoch der Zuckergehalt in Singe Malt, Spanischem Sherry oder Cognac, also Spirituosen, die oft ob ihrer "Weichheit" und "S├╝├če" ger├╝hmt werden, ist.

Cognac d├╝rfen 3 Vol.-% Zucker zugesetzt werden. Wer in welchem Umfang davon Gebrauch macht wei├č ich leider nicht ...

Lik├Âr werden mindestens 100g/l Zucker zugesetzt - Cremes mindestens 250 g/l.

Bei "gezuckertem" Rum von besserem Lik├Âr zu spreche halte ich f├╝r etwas ├╝bertrieben. Ein Hinweis auf der Flasche w├Ąre aber wirklich w├╝nschenswert.
 

Kuglblitz

Neues Mitglied
Ich habe Singe Malt Whiskys ├╝brigens auch deswegen angesprochen, weil es gerade bei diesem Brand viele Puristen gibt, die alles andere als einen Tropfen Wasser als Sakrileg empfinden und f├╝r die Cocktails ohnehin nur Gepansche sind. Wenn die w├╝ssten... ;D

Denn selbst wenn kein extra Zucker dazukommt: ein sch├Âner, lange Sherryfass-gelagerter Malt laugt so viel S├╝├če und auch Bitternoten aus dem Holz, dass man ihn wohl ihn ohne Probleme als Barrel-Aged-Old-Fashioned bezeichnen k├Ânnte.

(Ich wei├č, ist fast Off-Topic, aber das wollte ich immer schon mal schreiben.)

Was die ev. M├Âglichkeit, Restzucker mitzudestillieren betrifft, so werde ich mal einen Brenner meines Vertrauens fragen.
 

Semyon

aktives Mitglied
Sehr interessant, die Zahlen. Mir waren sie bislang gleichfalls nicht bekannt.

Das Rum ges├╝├čt wird und auch ges├╝├čt werden DARF, steht auf einem anderen Blatt. Nach der EU-Spirituosenverordnung ist lediglich die S├╝├čung von Rum untersagt, der mit der Kennzeichnung "traditionell" auf den Markt kommt. Das S├╝├čen von Rum hat also mit Panscherei nichts zu tun. Es entspricht vielmehr einer Tradition der rumproduzierenden L├Ąnder, welcher die EU-Verordnung Rechnung tr├Ągt. Man k├Ânnte sagen, der Zucker im Rum ist vergleichbar mit der Dosage im Champagner. Manche Hersteller verzichten v├Âllig darauf, andere langen kr├Ąftig zu. Das Etikett aber schweigt in der Regel.

Whisky hingegen darf gar nicht ges├╝├čt werden. Die Zugabe etwa von Paxarette ist demnach verboten - m├Âgen alte Paxarette-Whiskies wie Macallan auch noch so gut schmecken.



 

Flos-Saftladen

Neues Mitglied
VERORDNUNG (EG) Nr. 110/2008 DES EUROPÄISCHEN PARLAMENTS UND DES RATES
vom 15. Januar 2008
zur Begriffsbestimmung, Bezeichnung, Aufmachung und Etikettierung von Spirituosen sowie zum
Schutz geografischer Angaben f├╝r Spirituosen und zur Aufhebung der Verordnung (EWG)
Nr. 1576/89

ANHANG II
SPIRITUOSEN
Kategorien von Spirituosen
1. Rum
a) Rum ist
i) eine Spirituose, die ausschlie├člich durch alkoholische G├Ąrung und Destillation von aus der Herstellung von
Rohrzucker stammender Melasse oder Sirup oder vom Saft des Zuckerrohrs selbst gewonnen und zu
weniger als 96 % vol so destilliert wird, dass das Destillat in wahrnehmbarem Ma├če die besonderen
sensorischen Eigenschaften von Rum aufweist, oder
ii) eine Spirituose, die ausschlie├člich durch alkoholische G├Ąrung und Destillation von Saft aus Zuckerrohr
gewonnen wird und die aromatischen Merkmale von Rum sowie einen Gehalt an fl├╝chtigen Bestandteilen
von mindestens 225 g/hl r. A. aufweist. Diese Spirituose kann mit dem Zusatz ÔÇ×landwirtschaftlicherÔÇť zu
der Verkehrsbezeichnung ÔÇ×RumÔÇť in Verbindung mit den in Anhang III eingetragenen geografischen
Angaben der franz├Âsischen ├╝berseeischen Departements und der Autonomen Region Madeira in Verkehr
gebracht werden.
b) Der Mindestalkoholgehalt von Rum betr├Ągt 37,5 % vol.
c) Der Zusatz von Alkohol, ob verd├╝nnt oder unverd├╝nnt, gem├Ą├č der Begriffsbestimmung in Anhang I Nummer 5
ist nicht zul├Ąssig.
d) Rum darf nicht aromatisiert werden.
e) Rum darf nur zugesetzte Zuckerkul├Âr zur Anpassung der Farbe enthalten.
f) Die Angabe ÔÇ×traditionnelÔÇť kann jede der geografischen Angaben gem├Ą├č Anhang III Kategorie 1 erg├Ąnzen, wenn
der Rum nach alkoholischer G├Ąrung von Ausgangsstoffen, die ausschlie├člich aus dem betreffenden
Herstellungsort stammen, zu weniger als 90 % vol destilliert wird. Der Rum muss einen Gehalt an fl├╝chtigen
Bestandteilen von mindestens 225 g/hl r. A. aufweisen und darf nicht ges├╝├čt sein. Die Verwendung der Angabe
ÔÇ×traditionnelÔÇť schlie├čt die Verwendung der Begriffe ÔÇ×aus der ZuckerherstellungÔÇť oder ÔÇ×landwirtschaftlichÔÇť, mit
denen die Verkehrsbezeichnung ÔÇ×RumÔÇť und die geografischen Angaben ebenfalls erg├Ąnzt werden k├Ânnen, nicht
aus.
Diese Bestimmung l├Ąsst die Verwendung der Angabe ÔÇ×traditionnelÔÇť f├╝r alle Erzeugnisse, die nicht unter diese
Bestimmung fallen, nach den f├╝r diese Erzeugnisse geltenden Kriterien unber├╝hrt.

Ich bin kein Fachmann was das Lesen von Rechtstexten betrifft und lasse mich daher gerne eines Besseren belehren, aber in meinen Augen schlie├čt diese Verordnung eine S├╝├čung des Rums, sowie auch das Flavouren generell aus, wenn " nur zugesetzte Zuckerkul├Âr zur Anpassung der Farbe enthalten" sein darf, Rum nicht aromatisiert werden darf und Rum eine Spirtuose ist, "die ausschlie├člich durch alkoholische G├Ąrung und Destillation von aus der Herstellung von
Rohrzucker stammender Melasse oder Sirup oder vom Saft des Zuckerrohrs selbst gewonnen und zu
weniger als 96 % vol so destilliert wird, dass das Destillat in wahrnehmbarem Ma├če die besonderen
sensorischen Eigenschaften von Rum aufweist".

Selbst wenn ich mich hier hingegen t├Ąuschen sollte, so denke ich, dass Spirituosen wie Whisky ihren Erfolg auch aus der Reinheit und Eindeutigkeit ziehen, die ihnen zu Grunde liegt. Ein Whisky ist immer ein Whisky und niemals etwas anderes. Darauf kann sich jeder verlassen, der eine Flasche Whisky k├Ąuflich erwirbt. Das gilt beim Rum nicht und auch deshalb wird Rum Whisky niemals das Wasser reichen k├Ânnen, so viel besser er in seiner Urspr├╝nglichkeit auch schmecken mag >:D

Was die Nicht-Ver├Âffentlichung der Zahlen hier im Forum betrifft: ich denke, das liegt in erster Linie daran, dass wir die Zahlen alle nicht ├╝berraschend oder sensationell empfunden haben, da uns das allen klar war, dass das so l├Ąuft. Ich war ungleich ├╝berraschter, dass so viele hier von den Zahlen ├╝berrascht waren. Ich kann mich da auch nur wiederholen: trinkt mal den Angostura 1919 neben einem Trinidad Distillers von einem unabh├Ąngigen Abf├╝ller. Wer das mal getan hat, den k├Ânnen die Zahlen nicht schocken/├╝berraschen.
 

Semyon

aktives Mitglied
Nein, die Verordnung schlie├čt die S├╝├čung von Spirituosen nicht grunds├Ątzlich aus - im Gegenteil: S├╝├čung ist grunds├Ątzlich erlaubt, wenn nichts anderes bestimmt ist (Art. 5 Abs. 1 lit. e). Whisky ist solch ein Fall einer abweichenden Bestimmung, aber Rum darf zur "Abrundung" eben ges├╝├čt werden.
 

Microboy

aktives Mitglied
Zu kl├Ąren w├Ąre auch ob das Lagern in Holzf├Ąssern nicht auch unter Aromatisieren f├Ąllt!

;D
 

oscomp

aktives Mitglied
Ich war ungleich ├╝berraschter, dass so viele hier von den Zahlen ├╝berrascht waren.
Ich bin weder ├╝berrascht noch schockiert, das ist erf├╝llt eher meine Erwartungen (gerade beim D.R.e - Verzeihung, Botucal ;)), ich kannte die Zahlen nur nicht und finde es ungemein interessant, diese Zahlen einmal zu lesen.

Ihr diskutiert im Chat bestimmt h├Ąufiger mal interessante Dinge, ich wollte nur die Sensibilit├Ąt schaffen, dass ihr das eine oder andere dann auch mal ins Forum tragen solltet

 

Flos-Saftladen

Neues Mitglied
Ihr diskutiert im Chat bestimmt h├Ąufiger mal interessante Dinge, ich wollte nur die Sensibilit├Ąt schaffen, dass ihr das eine oder andere dann auch mal ins Forum tragen solltet

Leider ist es aber auch so, dass wenn mal was zum Thema Rum im Forum gepostet wird, dass darauf in der Regel kaum oder gar keine Reaktionen kommen, weswegen wir den Eindruck hatten, dass Rum hier kaum noch eine Rolle spielt und nicht mehr von gro├čem Interesse ist.

Zum Beispiel hatte Sascha hier mal den bisher wohl umfangreichsten Artikel zum Thema Demerara Rum verlinkt. Gerade mal zwei Forumsmitglieder haben in Einzeilern auf diesen Artikel reagiert. Angesichts der Leistung und der M├╝he, die Marco in diesen Artikel gesteckt hat, fand ich das schon sehr entt├Ąuschend und er h├Ątte da deutlich mehr Feedback verdient. Und wenn schon auf derartiges keine Reaktion mehr kommt, woraus sollen wir dann die Annahme ableiten, jemand w├╝rde sich f├╝r die Zuckeranteile im Rum interessieren?
 

Drambuster

aktives Mitglied
War ein gro├čartiger Artikel, sowas kann aber an einem Tag mit vielen Posts einfach mal unter gehen. Manchmal liest man auch nur und freut sich, ohne zu antworten. Ich glaube es gibt hier einige mitlesende Rumliebhaber im Forum (wann wird der Agricole doch gleich verschickt...?).

Zum Thema Zucker: Puristischer ist's ohne. Aber wenn G├Ąste nach einem DRE/Botucal fragen, weil sie den kennen und der ihnen schmeckt, soll ich ihnen auf die Finger hauen und sagen, pfui? Immerhin trinken sie Rum pur, ist doch schon mal ein Anfang.
 

Deliriumjack

Neues Mitglied
Und wenn schon auf derartiges keine Reaktion mehr kommt, woraus sollen wir dann die Annahme ableiten, jemand w├╝rde sich f├╝r die Zuckeranteile im Rum interessieren?

Ich bin ja nicht mehr so aktiv hier. Aber zu diesem qualifizierten Beitrag muss ich doch direkt mal ├Ąu├čern: Made my day.


Zur├╝ck zum Thema, dass ich schon recht interessant finde. Klar empfindet man die Rums, die hier mit einem hohen Zuckerzusatz ausgewiesen werden, schon im Vergleich als s├╝├č. Auf solche teils krassen Werte h├Ątte ich aber nicht getippt. Gerade die gro├čen Namen w├╝rde ich doch sehr gerne ein mal unges├╝├čt probieren.
Die Tatsache, dass Zucker zugegeben wird, ist mir pers├Ânlich ehrlich gesagt egal. Da gibt es schlimmeres. Die Zuckerart w├Ąre allerdings interessant zu wissen. Eine Angabe der zugegebenen Menge auf dem Etikett w├Ąre nett, aber bei Rum halte ich den Mehrwert dieser Information f├╝r sehr gering.
 

Mixael

aktives Mitglied
Danke f├╝r die Zahlen.

Wie die einzelnen Rum verh├Ąltnism├Ą├čig ungef├Ąhr zueinander stehen konnte man sich ja wirklich ansatzweise denken.
Und auch das El Dorado, Zacapa und Botucal als Beispiel viel Zucker haben.
Aber wieviel nun genau drin ist war mir neu und da bin ich wirklich ├╝berrascht ├╝ber die Tatsache
das wenn man den Zuckeranteil verdoppeln w├╝rde es ein Lik├Âr w├Ąre. :eek:

Eine Deklarierung ├╝ber die H├Âhe der Zuckeranteils w├Ąre ganz klar von Vorteil.
Damit k├Ânnte jeder schon Rumsorten (S├╝├črums) f├╝r sich beim Kauf ausschlie├čen die er nicht mag.
 

Junsas

aktives Mitglied
Aber wieviel nun genau drin ist war mir neu und da bin ich wirklich ├╝berrascht ├╝ber die Tatsache
das wenn man den Zuckeranteil verdoppeln w├╝rde es ein Lik├Âr w├Ąre. :eek:

Volle Zustimmung! Ich finde vor allem den Vergleich mit Zuckerw├╝rfel ganz interessant, eine Menge die man sich imho einfacher vorstellen kann. Da hat allein der El Dorado 15 mehr als 10 W├╝rfel auf einen Liter!
 

Microboy

aktives Mitglied
Und trotzdem w├╝rde ich den El Dorado 15 einem Bacardi Superior (0g Zucker) oder einem Captain Morgan (0g Zucker) vorziehen.

;D
 

grgraf

Neues Mitglied
Interessante Diskussion und sehr aufschlussreich, mal konkrete Zahlen zu sehen :). Obwohl es mich nicht sehr ├╝berrascht, dass bei Spirituosen mit Zucker nachgeholfen wird. Das Thema wurde schlie├člich bereits beim Cachaca-Tasting kurz angerissen, als nachgezuckerte Produkte ganz oben im Ranking gelandet sind. ;)
 

kaptain

Neues Mitglied
Diese Diskussion hat am Ende zu folgendem Artikel gef├╝hrt, der das Thema speziell f├╝r Cachaca behandelt:
http://www.cachaca-blog.de/allgemein/adocado-nachgezuckert/
 

Kuglblitz

Neues Mitglied

Ich gehe davon aus, dass die Zahlen seri├Âs sind (wobei Quellenkritik nie schadet) und leite dann folgende M├Âglichkeiten nach der Herkunft des Zuckers ab:

1. die Maische beinhaltet Restzucker (wobei ich mich dann frage, ob dieser bei der Destillation ├╝berhaupt mitverdampfen kann)
2. ...

So, ich habe nun von der Brennerei Guglhof telefoniert, mit der ich vor Ort schon ├╝ber Zucker in Obstbr├Ąnden diktiert habe, wobei mir gesagt wurde, dass technisch auszuschlie├čen ist, dass unvergorener Zucker mit ins Destillat gelangt.

Zucker in Spirituosen wird also immer nachtr├Ąglich absichtlich dazugesetzt, in welcher Form auch immer.

@ kaptain: Ein sch├Ânen, interessanter Blogbeitrag wobei der Satz c) bei Rum - "Rum darf nur zugesetzte Zuckerkul├Âr zur Anpassung der Farbe enthalten." - ziemlich irref├╝hrend ist, da er sich nur auf die F├Ąrbung bezieht, nicht aber auf andere Zwecke, wie man zun├Ąchst meinen k├Ânnte. Deutlich wird dies indirekt durch Whisk(e)y, wo Zuckerzugaben explizit ausgeschlossen werden: d) "Whisky oder Whiskey darf weder ges├╝├čt noch aromatisiert werden oder andere Zus├Ątze als zur F├Ąrbung verwendete einfache Zuckerkul├Âr enthalten").
 

grgraf

Neues Mitglied
So, ich habe nun von der Brennerei Guglhof telefoniert, mit der ich vor Ort schon ├╝ber Zucker in Obstbr├Ąnden diktiert habe, wobei mir gesagt wurde, dass technisch auszuschlie├čen ist, dass unvergorener Zucker mit ins Destillat gelangt.
Das weckt meine Neugier. Hat man bei Guglhof was dazu gesagt, wie man das ausschlie├čt?
 

realCOTO

Neues Mitglied


So, ich habe nun von der Brennerei Guglhof telefoniert, mit der ich vor Ort schon ├╝ber Zucker in Obstbr├Ąnden diktiert habe, wobei mir gesagt wurde, dass technisch auszuschlie├čen ist, dass unvergorener Zucker mit ins Destillat gelangt.
[/quote]
Das weckt meine Neugier. Hat man bei Guglhof was dazu gesagt, wie man das ausschlie├čt?
[/quote]

Es gibt spezielle Trennverfahren, die auch in der Chemie eingesetzt werden, mit denen man Alkohol von Zucker trennen kann. Ich nehme an, dass bei Guglhof sowas eingesetzt wird...

Gru├č,
realCOTO

P.S: Sorry, musste sein...
 

Kuglblitz

Neues Mitglied
Das weckt meine Neugier. Hat man bei Guglhof was dazu gesagt, wie man das ausschlie├čt?

Zucker ist zu schwer, als dass er mit den D├Ąmpfen mittransportiert werden kann. ├ähnlich ist es beim reduzieren von Zuckerl├Âsungen, wo die Fl├╝ssigkeit verkocht, der Rest aber immer s├╝├čer wird.

An sich ist es aber das Ziel, dass die Maische vollst├Ąndig verg├Ąrt, alleine aus ├Âkonomischen Gr├╝nden. Und das l├Ąsst sich ja leicht messen.
 

grgraf

Neues Mitglied
Wozu dann aber noch weitere technische Ma├čnahmen (au├čer der Destillation selbst), wenn beim Destillieren der Zucker ohnehin nicht mitkommt (Stichwort "es ist technisch auszuschlie├čen")? Denn so lese ich deinen Satz von oben. Oder war lediglich deine Formulierung etwas unpr├Ązise und es sollte hei├čen "es ist technisch ausgeschlossen"? (Was eher in mein Weltbild passen w├╝rde). ;)

EDIT

P.S: Sorry, musste sein...
Kein Problem. Jetzt war ich echt kurz verwirrt. ;)
 

Kuglblitz

Neues Mitglied
Ah, jetzt verstehe ich. Mit "technisch auszuschlie├čen" meinte ich einen passiven und nicht aktiven Ausschluss, dass es also physikalisch gar nicht m├Âglich ist, den Zucker mit ins Resultat zu destillieren. Es muss also nichts extra ausgeschlossen werden, weil es sich ohnehin von selbst ausschlie├čt. ;D
Sorry f├╝r die Verwirrung.
 

grgraf

Neues Mitglied
Danke! Dann stimmt mein Weltbild jetzt wieder. ;D
 

crackone

Neues Mitglied


Und wenn schon auf derartiges keine Reaktion mehr kommt, woraus sollen wir dann die Annahme ableiten, jemand w├╝rde sich f├╝r die Zuckeranteile im Rum interessieren?
[/quote]

Ich bin ja nicht mehr so aktiv hier. Aber zu diesem qualifizierten Beitrag muss ich doch direkt mal ├Ąu├čern: Made my day.

[/quote]

Dabei.

Nebenbei bemerkt, das Forum ist ja nicht das einzige Medium, auf dem Feedback gegeben werden kann.
 

Semyon

aktives Mitglied
Ich habe ├╝brigens, trotz intensivster Suche, keine Bestimmung finden k├Ânnen, welche H├Âchstgrenzen f├╝r den Zusatz von Zucker in Spirituosen vorgibt!!!

Einzig das Bayerische Landesamt f├╝r Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat nach Inkraftreten der EU-Spirituosenverordnung mal vorgeschlagen, folgende H├Âchstgrenzen festzusetzen:

10 g/Liter: Obsttresterbrand, Obstbrand, Brand aus Apfel- oder Birnenwein, Topinambur
20 g/Liter: Rum, Getreidespirituose, Honigbrand, Hefebrand, Bierbrand
25 g/Liter: Branntwein, Weinbrand/Brandy, Tresterbrand, Korinthenbrand/Raisin Brandy

Das war allerdings schon im Jahr 2010. Ich w├╝├čte nicht, dass der Gesetzgeber seitdem t├Ątig geworden w├Ąre. Es darf also weiterhin ungehemmt ges├╝├čt werden.
 

Kuglblitz

Neues Mitglied
Wenn ich die Tabellen richtig interpretiere, so werden Martinique-Rhums in der Regel nicht ges├╝├čt, wobei sich das auch mit meinen Verkostungserinnerungen deckt.

Gibt es hier vielleicht spezielle Regelungen? Oder ist das nur die Philosophie der (mancher) Hersteller?
 

Kuglblitz

Neues Mitglied
Hier ein "kleines" Update, konkret der Link zu einer Tabelle, die nicht weniger als 545 Rums umfasst.

Ich muss sagen, das Ganze ist schon recht ern├╝chternd und ich frage mich langsam, ob man Rum als Spirituose ├╝berhaupt noch ernst nehmen kann. Denn die Zugabe von einem Haufen (im w├Ârtlichen Sinn) Zucker ist ja eher die Regel als die Ausnahme. So hatte ich mir k├╝rzlich auch eine Flasche Plantation Barbados 12jg 'Extra Old 20th' gekauft und war dann sehr entt├Ąuscht, denn der Rum ist so s├╝├č, dass er pur kaum mehr zu trinken ist. Naja, immer hab ich mir dann einiges an Zuckersirup im Old Cuban gespart.

http://rumproject.com/rumforum/viewtopic.php?t=1683
 

Mixael

aktives Mitglied
Hier ein "kleines" Update, konkret der Link zu einer Tabelle, die nicht weniger als 545 Rums umfasst.

Ich muss sagen, das Ganze ist schon recht ern├╝chternd und ich frage mich langsam, ob man Rum als Spirituose ├╝berhaupt noch ernst nehmen kann. Denn die Zugabe von einem Haufen (im w├Ârtlichen Sinn) Zucker ist ja eher die Regel als die Ausnahme. So hatte ich mir k├╝rzlich auch eine Flasche Plantation Barbados 12jg 'Extra Old 20th' gekauft und war dann sehr entt├Ąuscht, denn der Rum ist so s├╝├č, dass er pur kaum mehr zu trinken ist. Naja, immer hab ich mir dann einiges an Zuckersirup im Old Cuban gespart.

http://rumproject.com/rumforum/viewtopic.php?t=1683

Die Liste schreit nach "Trinkt mehr Rhum Agrciole" ;D
 

drum-drum

Neues Mitglied
85g, 92g ... das geht ja in Richtung Lik├Âr! Wo ist die Obergrenze? Vielleicht 100g? Ab einem bestimmten Wert muss es doch bestimmt als Rum-Lik├Âr verkauft werden nach dem Gesetz.
 

Freshman

aktives Mitglied
Ich glaube mich zu erinnern, dass 100g pro Liter die Unter-Grenze f├╝r Lik├Âr ist.
Da sieht man was f├╝r ein Mist die beliebten, massentauglichen Rums gr├Â├čtenteils sind.
 

tikiwise

Neues Mitglied
100g sind die Grenze zu Lik├Âr.

Der Begriff "beliebter, massentauglicher" Rum finde ich schwierig. Junge Topseller (Bacardi, Havana, Old Pascas) sind nahezu ungezuckert. Bei den gealterten Premium-Produkten scheint eher einiges im Argen zu liegen.

Tats├Ąchlich frage ich mich, ob Rum "zwangsweise" 0g/l enthalten sollte. Auch bei Champagner ist die H├Âhe der Dosage entscheidend. Liegt sie zu niedrig, werden Aromen nicht an den Gaumen transportiert, liegt sie zu hoch, versteckt sie Aromen.

Ist 10g noch ok? 20g? Wo macht ihr das fest? Ist "Zucker im Rum" generell nicht in Ordnung? Wenn ja, warum nicht? Vermutlich ist die Zugabe keine moderne Erfindung. Vielleicht geh├Ârt die leichte S├╝├čung zum Produkt dazu?
 

Angrist

aktives Mitglied
Gibt es denn solche Tests auch mit alten Rumsorten, also Proben die aus Flaschen aus den 80ern und 90ern stammen?

Damit k├Ânnte man doch sagen, wie arg damals gezuckert wurde.
 

Hues Lee

Neues Mitglied


Ist 10g noch ok? 20g? Wo macht ihr das fest? Ist "Zucker im Rum" generell nicht in Ordnung? Wenn ja, warum nicht? Vermutlich ist die Zugabe keine moderne Erfindung. Vielleicht geh├Ârt die leichte S├╝├čung zum Produkt dazu?

F├╝r mich gilt da der Grundsatz: je weniger, desto besser. Egal ob Whisky, Cognac oder eben Rum. Ich pers├Ânlich m├Âchte, dass mit der Zuckerzugabe so sparsam wie m├Âglich umgegangen wird. Und falls der Produzent dennoch der Meinung ist, dass er Zucker zusetzen muss, dann ich will das auf dem Etikett sehen, am besten gleich die exakte Konzentration. K├╝nstlich zugesetztes Glycerin oder gar Vanillin will ich schon mal gleich gar nicht in meinem Rum haben.

Und genau da liegt sicher das eigentliche Problem: die Kennzeichnungspflicht. Wenn der Produzent XY 45 g/l Zucker in seinen Rum gibt, dann sollte das auch so auf der Flasche erkennbar sein. Gleiches gilt f├╝r alle weiteren Zus├Ątze. Warum auch nicht? Der Geschmack und das Mundgef├╝hl wird dadurch extrem beeinflusst, der Verbraucher kann das vor dem Kauf aber in keiner Weise erkennen. Im Gegenteil, die Marketingmaschinerie wird angeworfen und ein Superlativ jagt den n├Ąchsten.
 

TommyFantastik

Neues Mitglied

Tats├Ąchlich frage ich mich, ob Rum "zwangsweise" 0g/l enthalten sollte. Auch bei Champagner ist die H├Âhe der Dosage entscheidend. Liegt sie zu niedrig, werden Aromen nicht an den Gaumen transportiert, liegt sie zu hoch, versteckt sie Aromen.

Ist 10g noch ok? 20g? Wo macht ihr das fest? Ist "Zucker im Rum" generell nicht in Ordnung? Wenn ja, warum nicht? Vermutlich ist die Zugabe keine moderne Erfindung. Vielleicht geh├Ârt die leichte S├╝├čung zum Produkt dazu?

Das Problem sehe ich darin, da├č der Zucker den Geschmack des Rums stark "vereinfacht". Einerseits wird der Rum deutlich milder und unsauberer Alkohol wird kaschiert, andererseits verliert der Rum Ecken und Kanten und dazu noch subtile Aromen. Da├č es anders geht, sieht man an diversen Nicht-Originalabf├╝llungen. Cadenhead, Rattray, teilweise Rum Nation oder Velier haben gro├čartige Rums, die sich hinter den gezuckerten Kollegen nicht verstecken m├╝ssen.

Beim Mixen ist die S├╝├če nicht weiter schlimm, weil man meist sowieso Zucker in diversen Formen zugibt. Je nach Rum pa├čt man dann eben die Menge an. Beim pur Trinken dagegen kann aus einem gro├čartig komplexen und wuchtigen Demerara ein plattes Lik├Ârmonster werden.

Ich glaube irgendwo gab es einen Selbstversuch, bei dem einem zuckerfreien Rum sukzessive immer mehr Zucker zugegeben wurde. Die Ver├Ąnderung war erstaunlich. Kann man auch gut im Selbstversuch nachpr├╝fen. Selbst einen einfachen HC-Mixrum mit etwas Karamell f├╝r die Farbe k├Ânnte man dann einem Botucal-Trinker als neusten kubanischen Premium-Rum vorsetzen.
 
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