Nuclear Daiquiri

porcupine

aktives Mitglied
Dieser Daiquiri stand schon sehr lange auf meiner To-Do Liste, ist von mir aber irgendwie immer wieder auf die lange Bank geschoben worden. Jetzt war es endlich soweit. Rezept aus dem Cocktailian 2 Buch entnommen und los ging es.

Nuclear Daiquiri
3cl weißer jamaikanischer Overproof Rum (Wray & Nephew)
1cl Chartreuse Verte
3cl Limettensaft
1BL Velvet Falernum (The Amber Falernum)

Mit Eiswürfeln shaken und in ein Coupetteglas abseihen.

Nuclear_Daiquiri.jpg


Auf die Vorfreude folgte die Ernüchterung. Zu sauer, Rum vorhanden, aber Chartreuse und Falernum gehen ziemlich unter. Ich bin ein großer Freund herber Cocktails, aber das ist mir zu weit von irgendeiner Süss-Sauer-Balance entfernt. Ich konnte das echt nicht glauben und habe sogar gemutmaßt, daß mir ein Fehler beim Abmessen unterlaufen sei. Nochmal gemixt mit Labor-Messzylinder.... gleiches Ergebnis.
Nächster Schritt - Internetrecherche.
Ich bin dann auf zwei schlüssige Rezepte gestoßen (jeweils auf mehreren Blogs bzw. Datenbanken), das obige Rezept habe ich auf die Schnelle nirgendwo gefunden, leider auch keine verlässliche Angabe eines Originalrezepts.

Variante A
Nuclear Daiquiri
1oz Overproof Rum Wray & Nephew (3cl)
0.75oz Green Chartreuse (2,25cl)
1oz Lime Juice (3cl)
0.25oz Velvet Falernum (0,75cl)


Variante B
Nuclear Daiquiri
3⁄4 oz Jamaican rum, Wray & Nephew Overproof (2,25cl)
3⁄4 oz Herbal liqueur, Green Chartreuse (2,25cl)
3⁄4 oz Lime juice (2,25cl)
⅓ oz Falernum, Velvet Falernum (1cl)

Auch wenn Chartreuse Verte mit 55% Alkoholgehalt zu Buche schlägt, bringt der Likör ordentlich Süsse mit. Rechnet man die Menge an Chartreuse und Falernum zusammen und stellt sie dem Limettensaft gegenüber wirkt das schon in der Theorie ausgewogener. Variante A Sauer:Süss 1:1 bzw. Variante B 1:1,4. Likör und Falernum sind natürlich lange nicht so süss wie Zuckersirup, so dass beide Varianten sich meiner persönlichen Vorliebe Sauer:Süss 1,5:1 annähern. In der Praxis gefällt mir Variante A besser, Chartreuse kommt zur Geltung, die Säure wird mehr im Zaum gehalten, ist aber noch spürbar. Bei Variante B sorgt der reduzierte Anteil an Limettensaft und Rum dazu, daß sich der Kräuterlikör für mich zu sehr in den Vordergrund drängt und mir auch etwas Limetten-Frische fehlt.
Fazit: Variante A ergibt einen herben Daiquiri mit ordentlich Wumms, die Chartreuse verleiht ihm durchaus Komplexität, gefällt mir in dieser Zusammenstellung gut, reisst mich aber nicht nachhaltig vom Hocker.
 
Hallo Porcupine,

danke für deine Experimentierfreudigkeit und das Mitteilen deiner Beurteilung zu den verschiedenen Varianten des Nuclear Daiquiri.
 
Geiler Name für einen Cocktail! :cool: Ich würde mal tippen, dass der aus den 50er Jahren stammt?
 
Knapp vorbei ist auch daneben;)
"Created in 2005 by Gregor de Gruyther at LAB bar, London, England" (Difford's Guide)
 

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