Bars in Singapur / Sydney / Melbourne

T1001

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

demnächst bin ich in den oberen drei Städten und wollte dort auch den ein oder anderen Cocktail genießen.
Wart ihr schonmal da und habt Empfehlungen?

Ich habe aus diversen Zeitschriften bzw. schon ein paar Adressen rausgesucht, aber die Quellen sind schon älter.

Vielen Dank i, Voraus.
 

T1001

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

nachfolgend ein paar Eindrücke aus den von mir besuchten Bars in Australien:

Sydney:

Eau de Vie:

Die Bar liegt im Stadtteil Kings Cross und ist damit aus dem Zentrum zu Fuß oder Bus erreichbar. Untergebracht ist die Bar im Erdgeschoss eines Hotels. Von außen nur ersichtlich durch ein kleines Regal neben der Eingangstür im Hotel, auf dem einige Cocktailshaker und Zertifikate/Auszeichnungen u.a. Top 50 Bars weltweit stehen. Quasi schon fast Speakeasy-Charakter. Im Hotel selbst hat nur eine Nachfrage an der Rezeption die Frage geklärt, durch welche Tür man denn nun gehen muss. In der Bar angekommen erwartet einen ein kleines Schmuckstück. Relativ kleiner Raum, auf der linken Seite der Bartresen mit schön in Szene gesetzter Rückbüffet. In der Mitte des Raumes einige größere Tische mit Hochstühlen, an denen auch verschiedene kleinere Gruppen untergebracht werden, wenn alle anderen Sitzgelegenheiten belegt sind. Deko hier sind Absinthbrunnen, auf denen eine Kerze gesteckt ist. Weiter recht gibt es einige Sofas, mit kleinen Tischen, dahinter Vitrinen mit einer großen Anzahl von alten Shakern und Bartools.
Wir wurden freundlich begrüßt zu einem Platz gebracht und bekommen ein Glas Wasser, sowie die Karte. Bei Aufnahme der Bestellung wurden wir gefragt, ob wir Hilfe brauchen.
Die Drinks selbst sind eine Augenweide, liebevoll zubereitet und auch die spartanische Deko passt wunderbar. Optisches Highlight war die Zubereitung eines Cocktails mit Stickstoff.
In Summe eine klare Empfehlung. Es muss einem aber bewusst sein, dass Alkohol in Australien generell sehr teuer ist. Die Cocktails hier beginnen bei knapp unter 20 Dollar und dann aufwärts. Da hilft nur der Wechselkurs, damit es für uns einigermaßen erträglich bleibt.

Grasshoper:

Zentral in Sydney am Ende einer kleinen Gasse, in die wir so nie einen Fuß gesetzt hätten. Am Ende geht es ins Untergeschoss und schon steht man mitten in der Bar. Im Vergleich zum Eau de Vie herrscht hier ein komplett anderes Konzept. Die Bar besteht aus einer wild zusammengewürfelten Ansammlung von Tischen und Stühlen aller Art. Die Wände sind mit Bildern und Zeitungsartikeln geschmückt. Am anderen Ende steht der Bartresen mit entsprechendem Rückbüffet. Qualitativ aber schwächer besetzt. Was wir nicht wussten, ist das hier auch nicht bedient wird, sondern man an den Tresen muss und dort bestellen und auch gleich bezahlen. Die Cocktails selbst haben eher Longdrink-Charakter. Die Zubereitung der komplett weiblichen Barkeeper erfolgt auch nicht mit Metalljiggern, sondern mit kleinen Plastikbechern. Geschmacklich aber ebenfalls gut und preislich deutlich unter dem zuerst besuchten Eau de Vie. Hier waren die meisten Cocktails bei ca. 15 Dollar. Aufgrund des auf seine Art coolen Ambientes also auch durchaus eine Möglichkeit in Sydney einen netten Abend zu verbringen, es muss einem aber klar sein, dass hier Qualität und Perfektion hier nicht auf allerhöchstem Niveau sind.


Melbourne:

Eau de Vie:


Durch Zufall im Internet gesehen, dass es neben Sydney noch ein weiteres Eau de Vie in Melbourne gibt. Im Internet war schon zu lesen, dass man hier den Eingang quasi nicht findet, sofern man nicht weiß, wo er ist. Wir sind sicher dreimal daran vorbei gelaufen. Er befindet sich auch in einer Gasse in der maximal eine Laterne an der Häuserfront einen Hinweis gibt. Über der sehr dunklen braunen Tür steht zwar in schwarz „Speakeasy“ zu lesen, das ist aber nur mit einer externen Lichtquelle zu sehen. Im inneren identisches Interieur zu Sydney. Nette Begrüßung, toller Service etc. Die Bar war obwohl auch unter der Woche vollgefüllt, was auch zu einigen kleinen Wartezeiten am Eingang geführt hat. Ebenfalls bedingt durch mehr Leute war der Geräuschpegel hier doch deutlich höher. Die Cocktails waren akkurat wie gewohnt, auch wenn der meiner Freundin ihr nicht geschmeckt hat. Das lag aber nicht daran, dass es schlecht gemacht war, sondern den Geschmack komplett verfehlt hat. Die Karte und damit auch die Preise, waren mehr oder weniger identisch zu Sydney.

Seamstress and Sweatshop:

Tipp aus einer alten Mixology Ausgabe von Phillip Duff. Der komplette Laden erstreckt sich auf mehrere Etagen. Im Keller wohl eine Art Kneipe, die bei uns allerdings geschlossen hatte. Es folgt ein Restaurant und im Obergeschoß schließlich die Cocktailbar. Ambiente und Ausstattung sind top, sehr gemütlich, angenehmes Licht, dezente Musik. Die Cocktailkarte enthält auch hier interessante Kompositionen. Unsere Beiden waren superb, ebenfalls mit Liebe und auch frischen Zutaten hergestellt. Service sehr zuvorkommend, wobei auch wenig los war. Definitiv eine Empfehlung für Melbourne. Preisniveau etwas unterhalb des Eau de Vie, aber immer noch um die 20 Dollar pro Cocktail.


Ursprünglich waren auch für Singapur noch zwei Barbesuche geplant. Ziel Nummer 1 war die 28 HK Street, Alternative 2 war das Jigger & Pony. Allerdings hatten beide Bars an diesem Tag ihren Ruhetag und wir standen vor verschlossener Tür.
 

oscomp

Moderator
Vielen Dank für diesen interessanten Bericht!
Ich hoffe, ich komme auch irgendwann noch einmal in diese beiden schönen Städte...
 

Drambuster

aktives Mitglied
Vor gar nicht allzu langer Zeit, als man noch reisen und in Bars gehen konnte:

In Singapur befinden sich einige der besten Bars der Welt, so behauptet es jedenfalls die berühmte Liste.
Auf den Streifzügen durch Kampung Glam ist uns ein Haus, bzw. ein Wolkenkratzer aufgefallen, direkt gegenüber der MRT-Station Bugis:
Parkview Square.

http://geniessbar.blog/wp-content/uploads/2020/03/Parkview-Square.jpg


Ein taiwanesischer Tycoon hat sich hier seinen Traum von einem Gebäude im Art-deco-Stil verwirklicht.
Architektonisch recht exaltiert, die Singapurer nennen es auch Gotham Building, es würde wirklich eher zu Batman nach Gotham City, als nach Singapur passen. Aber durchaus beeindruckend.
Die dreistöckige Lobby im Erdgeschoss, dezente 15 Meter hoch, beherbergt die Atlas Bar.

http://geniessbar.blog/wp-content/uploads/2020/03/Atlas-Bar1.jpg

Sieht aus wie eine üppige Hotelbar, es gibt aber kein Hotel im Gebäude, nur Büros, Botschaften etc. Und das ZDF-Studio Singapur, nobel, nobel.
Vor der aktuellen Nutzung als Bar war hier ein Restaurant, und der Gintower mit 1200 Flaschen da im Hintergrund war früher ein Weinkühler, von weiblichen Servicekräften im Feenkostüm bedient, die an Drahtseilen schwebend die Weine herausholten…
Das war aber anscheinend sogar für die Crazy Rich Asians leicht drüber, und so gibt es inzwischen hier eine Bar ohne Feen.


Nun, dieser überkandidelte Prunk wollte doch bei einer gepflegten Cocktailkreation genossen werden.

Aus der themenbasierten Karte (nach Dekaden sortiert: The Jazz Age, Tutmania, The Zeppelin etc.) haben wir gewählt:
einen Great Amun (spanish Gin, Vermouth dry. Chartreuse verde, Fino sherry, celery bitters)
und einen Atlas Martini, je 25 Sgd (etwa 16 Euro).
Beide ausgezeichnet.

http://geniessbar.blog/wp-content/uploads/2020/03/Atlas-Bar-2.jpg

Martinis werden übrigens auch mit teilweise antiken Gins aus der gigantischen Sammlung gemixt, mit einem Gin aus dem Jahr 1910 kostet er dann 250 Singapur Dollar…

An einem anderen Abend war eigentlich war ein Besuch im Native geplant, hatte aber einfach zu am Neujahrstag. Ohne Hinweis im Internet, auch kein Zettel an der Tür. Nun gut, ein paar Schritte weiter zu Operation Dagger, war aber auch geschlossen. Hier hing wenigstens eine Nachricht an der Tür. Leicht frustriert durch das Ann Siang Hill Viertel geschlendert, da erreichte mein Ohr Musik und Gläserklirren von einer Dachterrasse.
Dies kam aus dem Hotel „The Other Room“, auf dessen Dach sich eine Bar befindet, die sich passenderweise „The Other Roof“ nennt.

Keine Hotelbar, beide arbeiten unabhängig voneinander, die Barchefin Macarena Rotger bezeichnet das Verhältnis aber als „befreundet“.

http://geniessbar.blog/wp-content/uploads/2020/03/The-Other-Roof-Backboard.jpg

Coole Location, hübsche Dachterrasse, aufmerksamer Service.

Zu trinken gab es einen Cocktail namens 1928, mit Gin, Campari, Cointreau und Vermouth dry (also ein anderer Name für einen Lucien Gaudin), und einen Old fashioned way (Ardbeg, Chocolate bitters, Zucker, Angostura, Rum diplomatico port cask finish), für je 25 Sgd.
Die Deko am Glas war erfrischend spartanisch, dafür wurde der Cocktail zum selber eingießen in einem Flachmann serviert.

http://geniessbar.blog/wp-content/uploads/2020/03/The-Other-Roof-2.jpg


Hervorragende Drinks, tolle Entdeckung.

Atlas Bar
600 North Bridge Rd, Parkview Square
Singapur

The Other Roof
28 Ann Siang Road
Singapur
 

Manni84

Mitglied
Danke für diesen schönen Beitrag und die tollen, imposanten Eindrücke! Wie ich solche Posts in diesem Forum vermisse...
 
Oben