Studenten-Party mit 1500 Leuten - wie Zwischenfälle verhindern?

Freedom33333

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Hey Leute,

ich bin mir vollauf bewusst dass dieses Thema eigentlich nicht wirklich zu diesem Forum der Freunde des feinen Geschmacks passt, aber ich dachte mir dass hier vielleicht doch auch einige schon öfters mal mit größeren Party-Veranstaltungen zu tun gehabt haben und vielleicht kann mir der ein oder andere ja mit ein paar Ideen weiterhelfen, gerne auch per PM.
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Ich bin derzeit in der Fachschaft und wir haben die Aufgabe, eine Studentenparty zu organisieren. Diese soll, wie in den Jahren zuvor, in unserer Fakultät stattfinden. Leider hat die letzte Fachschaft die Juraparty einfach mal voll in den Sand gesetzt, der Verantwortliche war selber besoffen und es kam zu zahlreichen Zwischenfällen.
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Jetzt stehen wir vor einer mehr als undankbaren Aufgabe: Alle Studenten erwarten / erhoffen sich von uns, dass die Party wieder in der Fakultät stattfinden wird und dies ist auch unser festes Ziel, gleichzeitig stehen Gespräche mit Verantwortlichen an, die von uns sehr viel verlangen.

- Die Sicherheitsanforderungen m√ľssen optimal erf√ľllt und garantiert werden
- Beklagt wurden unz√§hlige alkohol- und drogenbedingte Notarzteins√§tze (hm, das kann sich nicht nur auf unsere Party beziehen, damit d√ľrften vielmehr alle Studentenparties verschiedener Fakult√§ten in den letzten Jahren gemeint sein)
- Betrunkene Personen auf der Straße an der unsere Fakultät (ist eine recht bekannte Straße im Stadtzentrum)
- Wir m√ľssen √ľberzeugend darlegen, wie wir das in Zukunft ausschlie√üen wollen.

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Ziemliche Mammutaufgabe.
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Ein paar spontane Ideen meinerseits:
1) Angemessene Alkoholpreise (was ist angemessen? sicherlich nicht die 1‚ā¨ Shots mit denen Studentenparties oft werben) Bringt das was? Oder trinken die Leute dann vorher extra noch mehr, d.h. kommen schon noch besoffener zu uns?
2) Einlass NUR mit g√ľltigem Studentenausweis? Sicherlich ist das scheisse wenn jemand Freunde hat die ne Ausbildung machen. Bringt das voraussichtlich was? Sinkt das Stresspotential durch eine solche Ma√ünahme? Tatsache ist, auf den letzten 2 Parties habe ich 2mal aggresive Leute erlebt - waren jeweils keine Studenten
3) T√ľrsteher anweisen strenger zu sein - bisher habe ich es eigentlich fast nie erlebt das jemand nicht reingekommen ist.
4) Rigerose T√ľrsteherpolitik, keine unter 18j√§hrigen reinzulassen. Gilt dann auch f√ľr Aufbauhelfer usw.
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Was haltet ihr von diesen Ideen? Habt ihr Erfahrungen? Ich bin weiterhin dankbar f√ľr jegliche Anregungen & Vorschl√§ge!
Hängt ne Menge ab von den kommenden Gesprächen. Über 1000 Studenten die uns entweder dankbar sind oder auf uns sauer sind...
 

Puro

Neues Mitglied
Risiken ausschließen wird nicht möglich sein - es sei denn ihr schenkt nur Säfte aus. ;)

Die größte Schwierigkeit sehe ich bei den genannten Punkten bei den Betrunkenen auf der Straße - auf der Party könnt ihr ja noch einigermaßen die Kontrolle behalten und eingreifen aber wie wollt ihr kontrollieren was die Leute auf dem Heimweg tun? Da fällt mir nichts ein.

Thema Einlass nur f√ľr Studenten: Ich w√ľrde deine schlechten Erfahrungen mit Nicht-Studenten nicht repr√§sentativ einsch√§tzen und w√ľrde meinen, dass es eher zuf√§llig Ausw√§rtige waren, die √Ąrger gemacht haben. Auch unter Studenten gibts Idioten und Krawallmacher. Durch die Beschr√§nkung auf die Studenten w√ľrde sich wohl allerdings die Zahl der G√§ste verringern - auf der einen Seite wird dadurch nat√ľrlich auch das Risiko von Zwischenf√§llen verringert, allerdings wenn es zu wenig Leute werden, dann floppt die Party

Einlasskontrolle / Security: Machen das Studenten oder ein professioneller Security Service? Wer schon betrunken auftaucht, muss rigoros abgewiesen werden. Studenten sind da schnell √ľberfordert, vor allem, wenn der Gast dann agressiv reagiert, ein professioneller Security Service w√§re da sicher hilfreich (kostet aber nat√ľrlich wieder Geld).

Das gr√∂√üte Problem sehe ich aber nicht bei der Einlasskontrolle, sondern darin, die Leute w√§hrend der Party unter Kontrolle zu halten bzw. den Alkoholkonsum im Auge zu behalten. Habt ihr nur Sicherheitspersonal an den Einl√§ssen oder auch auf der Party? Es sollte die M√∂glichkeit geben, G√§ste von der Party zu entfernen, wenn man sieht, dass die Grenzen √ľberschritten sind. Auch hier ist nat√ľrlich Professionalit√§t wichtig, wenn dieser Job von unerfahrenen Studenten √ľbernommen wird, die wom√∂glich auch selbst etwas getrunken haben, kann es schnell h√§sslich enden.

Die beste Möglichkeit, den Zustand der Gäste unter Kontrolle zu halten, haben aber sicher die Barkeeper. Allerdings werden das sicher Studenten machen nehme ich an, oder?
Diese Verantwortung wird man einem Studenten wohl nicht auferlegen k√∂nnen. Hilfreich w√§re ein striktes Alkoholverbot f√ľr alle Mitarbeiter an der Bar, aus meiner Erfahrung ist das aber in der Praxis wohl sehr schwer auch durchzusetzen. ;)
Selbst wenn es vorher so abgesprochen wird, wenn dann die Kumpels an die Bar kommen und den Barkeeper anstacheln, ein paar Runden mit zu trinken, werden die meisten schwach - und in dem Zustand auch noch die Kontrolle √ľber den Zustand der G√§ste zu behalten und vor Allem den Zustand richtig einzusch√§tzen wird so gut wie unm√∂glich.

Preise: wenn ihr die Preise so hoch ansetzt, dass aufgrund der Preise wenig getrunken wird, wird die Stimmung warscheinlich mies. Es ist ja eine Studentenparty, da kann man nicht mit Preisen wie in einer Luxusbar ankommen. Zu billig sollte es nat√ľrlich auch nicht sein, sodass die G√Ąste animiert werden,direkt tablettweise Shots zu kippen. Schn√§pse w√ľrde ich daher nicht zu billig anbieten, Bier und Cocktails schon zu Studentenfreundlichen Preisen, ich w√ľrde bei Cocktails eher darauf achten, dass sie nicht zu stark gemixt werden. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass vor allem wenn das Barpersonal auch schon ein paar Drinks intus hat, die Drinks gerne mal sehr gut gemeint gemixt werden - man sollte sich nicht mit 3 Cocktails die Lichter ausknipsen k√∂nnen.

Lg Puro
 

Microboy

aktives Mitglied
Die T√ľrsteher bzw. Ordner sollten unbedingt von einem Securrity Service gestellt werden. Studenten sind daf√ľr ungeeignet - sie k√∂nnten die Security maximal unterst√ľtzen bzw. zuarbeiten.

An der Bar w√§ren professionelle Kr√§fte nat√ľrlich auch besser. Wenn Studenten dann vielleicht aus einem anderen Bereich der Uni damit Sie nicht zu viele der Partyg√§ste kennen. Und wenn die Barkr√§fte entsprechend bezahlt werden l√§sst sich ein Alkoholverbot hinter der Bar nat√ľrlich auch besser rechtfertigen und durchsetzen.

Am Einlass k√∂nnte man √ľberlegen ob jeder Student maximal einen Nicht-Studenten mitbringen darf. Das w√ľrde Gruppen aus Nicht-Studenten ausschlie√üen. Unterschiedliche Preise (Einlass, Getr√§nke) f√ľr Studenten der Fakult√§t und anderen Studenten bzw. Nicht-Studenten w√§ren ebenfalls eine M√∂glichkeit das Publikum zu kontrollieren.
 

AlsterMichelOlli

Neues Mitglied
In aller K√ľrze meine Erfahrungen von diversen Uni-Parties dieser Gr√∂√üenordnung, die ich organisieren durfte:

- Professionelles Sicherheitspersonal. 6 Personen sollten es bei der Gr√∂√üe sein (f√ľr T√ľr und - ganz wichtig - Innenraum). Das kostet nicht die Welt, schm√§lert halt ein wenig den Gewinn.

- Getr√§nkepreise: Wir haben immer mit der "Astra-Hour" geworben, d.h. von 21:30 bis 22:30 Uhr gab es Astra f√ľr 1,- Euro. Hat den Vorteil, dass die Party fr√ľh voll ist...

- ...denn: sp√§testens um vier Uhr muss die Musik aus sein. Ganz aus. Und die T√ľrsteher r√§umen die letzten G√§ste raus.

- Ansonsten Bier f√ľr 1,50-2,00 Euro, nicht zu teuer, sonst kommt ja niemand.

- Flaschenausgabe nur gegen Pfand, dann fliegen die Dinger nicht √ľberall rum.

- Auf Shots und √§hnliches Ged√∂ns w√ľrde ich verzichten. Rum-Cola, Gin & Tonic o.√§. kann man nat√ľrlich anbieten.

- Einlass nur mit Studentenausweis, nicht-Studenten zahlen 3,- Euro (refinanziert den Sicherheitsservice).

- auch wichtig: Die Party nicht vorher bei Radio Energy oder ähnliches melden. ;)

√úber welche Stadt reden wir?
 

Freedom33333

Neues Mitglied
Also, eine professionelle Security-Firma war schon immer dabei, das ist auch der gr√∂√üte Ausgabenposten. Allein schon aufgrund der komplizierten Location sind dies wohl immer √ľber 10 Securities gewesen.


Nachdem ich nochmal mit dem organisator der letzten fachschaft gesprochen habe (und dank eurer Tipps) sehe ich mittlerweile folgende hautprobleme & lösungen:

1) An der Bar waren immer nur Studenten besch√§ftigt. Die sind dann nat√ľrlich schon froh wenn sie das mit dem Wechselgeld richtig hinbekommen und einigerma√üen schnell arbeiten, und achten sicherlich kaum darauf, wie besoffen die G√§ste schon sind. Diese komplett durch professionelle zu ersetzen w√ľrde allerdings wohl etwas zu hohe Ausgaben nach sich ziehen. Meine Idee hier ginge dahin, mindestens eine passende Person zu engagieren die da den √ľberblick hat und die Studenten vorher noch coacht, worauf sie achten k√∂nnen / m√ľssen.

2) Das Hauptproblem: Auf der letzten Party wurde wohl verh√§ltnism√§√üig nur sehr wenig Bier verkauft, aber sehr sehr gro√üe Mengen an harten Sachen, vor allem Shots. War denke ich mal einfach eine richtig schlechte Preispolitik. Klar, wenn es Shots f√ľr 1‚ā¨ gibt und das Bier kostet zu viel, dann trinken halt alle massenweise Shots. Diese halte ich f√ľr ziemlich unberechenbar und diese sorgen sicherlich f√ľr den Gro√üteil derjenigen die sich √ľbersch√§tzen.
Insofern m√ľsste man den Preis f√ľr Shots halt anhaben (2‚ā¨? 1.50‚ā¨?) und das Bier zu guten preisen anbieten.

3) Das mal jemand an der T√ľr abgewiesen wird ist wohl sehr selten der Fall gewesen. Und die G√§ste sind bestimmt nicht alle n√ľchtern gekommen. Hier m√ľsste man die Security einfach anweisen, etwas strikter zu selektieren. wobei da nat√ľrlich Fehlinterpretationen immer mal vorkommen und dann recht viel √Ąrger verursachen k√∂nnen. Aber ich denke das sollte ein Security ja eigentlic einigerma√üen gut hinbekommen.

Security drinnen ist auch vorhanden gewesen, diese standen allerdings eher an festen Punkten. hier wäre es vielleicht schlauer wenn diese auch mal ein bisschen herumlaufen und die Lage kontrollieren.

Die letzte Party muss wohl echt aus dem Ruder gelaufen sein. Es stand wohl ein Notarztwagen dann vor der T√ľr und recht viele Notrufe gingen bei der Polizei ein. Das geht nat√ľrlich garnicht. Besteht denn irgendwie die M√∂glichkeit, drinnen einen Sani-Raum zu machen? Wobei es halt garnicht geht, wenn dann da Leute auf den Boden kotzen. Den gestank kriegt man ja kaum wieder weg.

Außerdem befanden sich dann wohl recht viele besoffene auf der Straße und wollten nen Taxi haben, aber die Taxis haben die Leute nicht gefahren weil die denen zu betrunken waren. Ich frag mich echt was bei denen auf der Party alles falsch gelaufen sein muss.
 

Microboy

aktives Mitglied
Verkauft einfach keine Shots! Bier, Wein, Prosecco und vielleicht noch ein oder zwei Longdrinks reichen doch ...
 

AlsterMichelOlli

Neues Mitglied
+1

Und ganz wichtig: Eine Veranstalterhaftpflichtversicherung. Die Dinger sind nicht teuer, aber m.E. zwingend notwendig. Ein Makler hilft sicher gern weiter.
 

Freedom33333

Neues Mitglied
So, wir haben das unmögliche geschafft und tatsächlich das Ok von der Univerwaltung bekommen.
Allerdings stehen jetzt noch einige Auflagen zur Debatte die wir f√ľr inaktzektabel halten:

Es steht wohl im Raum, Spirituosen komplett zu verbieten. :eek: keine Shots, keine Longdrinks. Nur Bier und Wein.
Nun handelt es sich nicht um eine kleine Studentenparty in einer Bar, sondern um eine der größten Studenteparties in einer großen Stadt.

Nat√ľrlich ab 18. Unter 18 kommt da definitiv keiner rein. Wir halten das f√ľr eine ziemliche Bevormundung. Zumal ich pers√∂nlich da nicht so den Kausalzusammenhang sehe. Dann trinken die Leute halt alle noch mehr Bier und Wein. Au√üerdem hat ein longdrink in entsprechender Verd√ľnnung auch nicht mehr Volumenprozente als ein Wein mit 10%. Shots verbieten - ja, von mir aus, dazu sind wir gerne bereit.

Aber eine Studentenparty mit 1000 Leuten, auf der man an die Bar kommt, einen Longdrink bestellen m√∂chte und dann gibts nur Bier und Wein - also bei den Kommolitonen die ich dazu bisher befragt habe war die Reaktion jedes mal blankes Entsetzen und v√∂lliges Unverst√§ndnis (was dann uns als Fachschaft entgegenschlagen w√ľrde). Was soll der Sinn davon sein? Ich bef√ľrchte ehrlichgesagt, dass die Leute sich dann alle ihre Flasche Wodka mitbringen und die in der schlage vorher noch mit ihren Freunden saufen. Genau das was wir vermeiden wollen.

Letzlich haben wir die Aufgabe, die Sicherheitsanforderungen auf der Party sicherzustellen, aber ebenso eine Verantwortung daf√ľr, dass die Leute eine coole Party haben. Und die Leute denen bier und Wein nicht schmeckt - die werden richtig richtig frustriert sein. Und das wird die Atmosph√§re definitiv nicht entspannen.

Wie seht ihr das? w√ľrdet ihr euch sowas gefallen lassen als Gast auf einer Studentenparty, auf der es in den Jahren zuvor Longdrinks f√ľr 3.50‚ā¨ gab? Oder w√§re da der Frust sehr gro√ü? Das bef√ľrchte ich ehrlichgesagt. Die Preise h√∂her machen werden wir eh, wiegesagt. (+ stilles Wasser kostenlos, nicht nur wenn man fragt, sondern auch so dass es alle leute wissen.) Wie sch√§tzt ihr das ein? Wie w√ľrdet ihr argumentieren?
 
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