Kennt sich jemand mit gewerblichen Kaffemaschinen aus?

Freedom33333

Neues Mitglied
Hey Leute,

wir wollen uns für unser Fachschaftscafe eine Kaffemaschine anschaffen. Soll ein Kaffevollautomat sein, Preisbereich bis ca. 1500€. Wir rechnen grob geschätzt mit 30-60 Kaffe / Espresso am Tag. Dafür sollte die Maschine geeiget sein und auch Garantie haben, d.h. es muss eine gewerblich nutzbare Kaffemaschine sein, bei der dann nicht der Verkäufer kommt und sagt die Garantie wäre verfallen weil wir sie gewerblich genutzt hätten. Wird allerdings auf Spendenbasis sein was die Kaffekosten anbelangt. Ziemlich laut sind die DInger ja soweit ich das in nem Video mitbekommen habe alle?

Also Anforderungsprofil:
- 30- 60 Kaffe / Espresso am Tag
- leicht zu reinigen / bedienen
- bis ca. 1500€ wäre schön
- angemessene Garantiedauer.

Wie ist das mit Wartung usw? Sollten wir lieber bei einem Dienstleister kaufen der die dann auch wartet und repariert vor Ort wenns Probleme gibt? Wieviel teurer wird der SpaĂź dadurch?

Bisher sind wir gestoĂźen auf:

Jura XF50

- ca. 900€
- bis zu 30 Tassen am Tag (auch geeignet fĂĽr mehr?)
- Espresso und Kaffee automatisch
- Cappuchino Latte machiato - manuell
- Bohnenbehälter 200g Kapazität
- Wasserbehälter 3,2 Liter
- Reinigung - manuell
- BrĂĽhgruppe nicht herausnehmbar

Jura XS9
- 1650€
- bis zu 60 Tassen am Tag
- Kaffe, Espresso Latte Machiato, Cappuchino automatisch
- Bohnen Kapazität 260g
- Wasserbehälter 5,7 Liter (das ist mal ne Ansage)
- Reinigung Kaffekreislauf / Entkalkung automatisch
- BrĂĽhgruppe nicht herausnehmbar
- Restebehälter für 40 Tassen

Saeco Royal One Touch
- 750€
- bis zu 30/50 Tassen am Tag (Laut saturnverkäuferin 50, im internet steht aber 30, da bin ich etwas kritisch ob die für uns geeignet ist, der Preis spricht halt dafür deshalb sind sicherlich einige der anderen für die, aber ich zweifle etwas ob sie für den gewerblichen Bereich geeignet ist?!)
- Kaffe, Espresso Latte Machiato Cappuchio automatisch
- Bohnen Kapazität ?
- Wasserbehälter 2,2 Liter (zu wenig wahrscheinlich für unsere Zwecke? Wie nervig ist das, wenn mann öfters Wasser nachfüllen muss?
- BrĂĽhgruppe herausnehmbar (soll wohl hygienisch nen groĂźer Vorteil sein bzw. Jurakaffemaschinen seien teuer in der Wartung habe ich irgendwo gelesen?)
- Restebehälter für 20 Tassen

Also wenn ihr Erfahrungen mit Kaffevollautomaten habt, ne gute Empfehlung auf Lager oder noch irgendwelchen Input zu den aufgeworfenen Fragen immer gerne :)

 

Microboy

aktives Mitglied
Die ausgesuchten Modelle von Jura und Saeco sind eher für den Heimbereicht konzipiert. Bei 60 Bezügen wird man mehrfach täglich Wasser und Bohnen nachfüllen und den Restebehälter entlehren müssen. Das nervt und nach spätestens zwei Jahren ist die Maschine am Ende.

Bei 60 Bezügen würde ich zu einer kleinen Siebträgermaschine mit Festwasseranschluss nebst Mühle raten. Die Bedienung ist nicht sonderlich kompliziert und die Ergebnisse sicher deutlich besser ... Zur Not kann man auch etwas gebrauchtes kaufen. Die Dinger halten bei guter Pflege ewig.

Und muss die Bezahlung auf Spendenbasis laufen. Feste aber angemessene Preise sollten doch eigentlich auch machbar sein.

Zur weiteren Recherche schau doch mal im Kaffee-Netz.de.
 

Freedom33333

Neues Mitglied
Eine Siebträgermaschine scheidet aus den folgenden Gründen wohl aus: (Ich habe einfach mal ein paar Zitate gesammelt:

"Bei größeren Mengen ist ein Siebträger nervig,da "arbeitsintensiver".

"Das Kaffeekochen mit Siebträgern erscheint Laien dagegen schnell wie eine eigene Wissenschaft: Entscheidend für die Qualität des Gebräus sind unter anderem Mahlgrad, die Menge an Mahlgut, Anpressdruck, Wassertemperatur, Durchlaufzeit und Ausgabemenge. "

"Aber: nicht zu vergessen ist, dass ich hier kein fertiges Produkt erhalte, sondern wirklich (über Monate) üben muss. Das fängt mit der Mahlgradeinstellung an, über Kaffeemenge, Tampern, usw.. Ich kann verstehen, dass nicht jeder Kaffeetrinker diesen Aufwand betreiben will. "

"Siebträger ist nicht großfamilientauglich, finde ich.
Bis Du da morgens 5 Tassen rauskriegst sind die ersten schon wieder mit dem FrĂĽhstĂĽck fertig"

Dass ein Siebträger bessere Espresso macht glaube ich gerne. Aber bei uns wird der Schwerpunkt eindeutig auf Kaffee liegen. Und deutlich entscheidender als ein perfekter Kaffee wird eine schnelle und einfache Bedienung sein. Ich kann einer freiwilligen Bedienung, die sich da einmal pro Woche ne Stunde hinstellt und Kaffe ausschenkt nicht zumuten 30 mal mit ner Siebträgermaschine nen Kaffee zuzubereiten geschweige denn sich damit intensiv im Voraus zu beschäftigen.

Das mit den Kosten ist folgendermaßen: Wenn wir ein festes Entgelt verlangen sind wir im gewerblichen Bereich – mit allen verkomplizierenden Folgen. Allerdings werden wir nur 2-3 Stunden am Tag offen haben, die Bedienung wird jeweils in Stundenschichten arbeiten und das freiwillig und ohne Bezahlung. Wir werden uns da noch schlau machen wie genau wir das regeln aber ich gehe davon aus dass wir pro Kaffee eine Spende von 50 Cent den Leuten mit gewissem Nachdruck nahelegen werden.

Beste Dank fĂĽr den Link ins Forum, ich habe da nochmal nachgefragt.
 

Microboy

aktives Mitglied
Wenn für euch ein Vollautomat praktikabler ist dann passt das schon und ist sicher die bessere Lösung. Zu den Zitaten würde ich aber trotzdem noch kurz etwas schreiben ...

Zeitfaktor
Die Zeit die die Maschine für den Bezug eines Espressos braucht ist bei einer Siebträgermaschine und einem Vollautomat theoretisch gleich (25 Sekunden). Der Vollautomat kann gleichzeitig zwei Espressos ziehen - eine Siebträgermaschine je nach Anzahl der Gruppen 2, 4 oder mehr.

Der Vollautomat mahlt die Bohnen vor jedem Brühvorgang was zusätzliche Zeit kostet. Mit einer externen Mühle kann man parallel oder auf Vorrat mahlen.

Bei einer Siebträgermaschine mit zwei Kreisen (Café + Dampf) kannst du während der Espresso durch läuft Milch aufschäumen. Das geht bei den Vollautomaten in der Preisklasse nicht.

Lernfaktor
Ein Knöpfchen am Vollautomaten zu drücken ist natürlich einfacher als einen Siebträger in die Maschine zu spannen und dann ein Knöpfchen zu drücken. Das war es aber auch schon. Man muss weder das Cafémehl mit der Feinwaage abwiegen noch muss man aus dem Andrücken (tampern) eine Kunst machen. Mann muss kein Wasser manuell nachfüllen und statt einen Abfallbehälter aus dem Vollautomaten zu ziehen klopft man den Siebträger kurz aus. That’s it. Wer Monate übt hat ein generelles Problem.

Einstellungen
Wenn man nicht ständig die Espressosorten wechselt muss man auch nichts einstellen. Wir haben im Büro eine La Cimbali Junior mit einer Mazzer-Mühle. An der Mühle wird vielleicht ein mal im Monat der Mahlgrad minimal nachjustiert. Die Menge die die Dosierautomatik der Mühle ausgibt ändern wir quasi nie. An der Siebträgermaschine selbst muss gar nichts verstellt werden wenn sie einmal justiert ist.

Der Jura-Vollautomat von Freunden hat deutlich mehr Knöpfe und Drehrädchen an denen man etwas einstellen kann. Und den Espresso daraus würde ich nicht als solchen bezeichnen ...

;D
 

emmaba

Neues Mitglied
Vielleicht mal beim nächsten Urlaub in Italien in einer Autobahnraststätte einen Kaffee bestellen - da sieht man was für ein Durchsatz mit Siebträgermaschinen möglich ist.

Du schreibst der Schwerpunkt liegt auf Kaffee - fehlt da ein 'nicht'? Ansonsten macht es für mich keinen Sinn einen Schwerpunkt zu setzen und danach nur schlechte Brühe zu servieren. Das wäre wie, wenn ich sage, mein Schwerpunkt ist Rum, darum nehme ich Bacardi...

Aber klar, je nach Region sind die Leute nicht so die Feinschmecker und da irritiert der Espresso mehr als dass er gut ankommt. Persönlich verzichte ich lieber auf "Kaffee", wenn eine Gaststätte keinen Siebträger hat...

Bei gewerblicher Nutzung empfiehlt sich sicherlich ein Vertrag mit einem Vertreter, aber du wirst sicherlich im Kaffee-Netz gute Infos und vor ellem sehr kompetente Infos bekommen.

PS: In etwa 2h kann man eine Siebträgermaschine schon ausreichend gut bedienen und danach lernt man schnell dazu und die Ergebnisse werden immer besser.

PPS: Das Budget ist für eine gewerbliche Nutzung schon extrem tief... da wäre eine höhere Investition längerfristig wohl auch günstiger...
 

hannibal-007

Neues Mitglied
Vorweg:

Ich wĂĽrde mich an ein Kaffeefonrum wie kaffee netz wenden.

Zum Thema selber:
Ich wĂĽrde mir schwer ĂĽberlegen, nen Vollautomaten zu kaufen!
Die Dinger sehen vil von auĂźen gut aus, aber nicht von innen.
Das ist eine Schimmelsammelstation. Reinigen ist meist nur beschränkt möglich bzw. muss beim Hersteller gemacht werden.
Automatische ReinigungsmaĂźnahmen sind reine Kundenverarschung.

Die Siebträger ist das glatte Gegenteil.
Arbeitsintensiv, allerdings hat man auch alles in der Hand. Wobei man auch mit diesen schnell produzieren kann. Es ist nur nichts fĂĽr Leute, die das nicht jeden Tag tun.

Ich vermute beides ist nicht das, was ihr wollt.
50 Kaffee am Tag ist jetzt auch nicht die Welt. In nem Cafe sind das eher 500-1000 Kaffee am Tag.

Allerdings: Was wollt ihr: Filterkaffee oder Espresso? Da mĂĽsst ihr euch erstmal entscheiden.
Darin unterscheiden sich die Röstungen. Filterkaffee (egal ob das jetzt French Press ist oder über einen Filter aufgebrüht wird)
ist eine deutlich schwächere Röstung und benötigt eine gröberen Mahlgrad, da das heiße Wasser ohne Druck durch den Kaffee läuft.
Filterkaffee ist das, was man in Deutschland normalerweise unter Kaffee versteht. Espresso ist etwas völlig anderes. Dieser wird unter Druck zubereitet, bietet ein völlig anderes Geschmackserlebnis. Wobei dies absolut ohne Wertung zu verstehen ist.
Zu beachten ist dabei: Man kann auch mit Espressobohnen/einer Espressomaschine ein dem Filterkaffee vergleichbares Getränk zaubern. Es muss nicht aus der Espressobohne das Getränk Espresso werden. Es kann auch ein Cafe Creme (oder auch Americano genannt) werden. Dazu wird dem Kaffee zusätzlich heißes Wasser hinzugefügt. Quasi der Collins der Kaffees ;). Der Cappuchino darf natürlich auch nicht vergessen werden.

Je nach dem was ihr trinken wollt, entscheidet sich, was ihr haben wollt.

Es wird sich bei eich vermutlich keiner zuständig fühlen die Maschine zu reinigen, geschweige denn zu warten.
Das ist normaler BĂĽroalltag.
Neben dem Kaffeefett ist die Milch das kritische an Kaffeemaschinen. Dazu nur: "JEDE Maschine muß mindestens täglich gründlich gereinigt werden."

Wie soll das denn bei euch ablaufen? Macht den Kaffee sich jeder selber? Wie groß ist die Zielgruppe? Sind das immer die selben? Wird viel Kaffee auf einmal getrunken? Wie wichtig ist eig, dass der Kaffee gut schmeckt? Viele wollen einfach nur nix bezahlen, nix tun und schnell ein warmes, wachmachendes Getränk.

Bei Filterkaffee gibt es kein Kontakt zur Milch, daher sind diese Maschinen immer einfach zu handhaben. Wer Milchkaffee will, kann sich die Milch selber in den Kaffeebecher geben. Bei Espressomaschinen ist das so nicht mehr möglich, weil die Milch für den Cappuccino geschäumt werden muss. Ist Cappuccino gewünscht? Es gibt Halbautomaten, bei denen die Milch gesondert behandelt wird.
Diese sind einfacher zu warten.

Saeco Royal Cappuccino
https://www.google.de/search?q=Saeco+Royal+Cappuccino&oq=Saeco+Royal+Cappuccino&aqs=chrome..69i57j0l5.341j0j4&sourceid=chrome&es_sm=119&ie=UTF-8#q=Saeco+Royal+Cappuccino&tbm=shop

Aber auch die muss gereinigt werden!!!

Ich hab die Diskussion auch schon mal gefĂĽhrt:
http://www.kaffee-netz.de/threads/maschine-fuer-den-arbeitsplatz-idiiotensichere-maschine.70893/

Da du so auf Garantie aus bist:
Wäre es nicht vil klüger ein Miet oder Leasingvertrag mit einem Kaffeemaschinenanbieter zu schließen?
Entweder ihr macht es eigenverantwortlich oder nicht. Jedoch an Kaffeemaschinen ist immer mal was, da würd ich mich auf eine Garantie nur bedingt verlassen oder ihr gebt die Aufgabe in andere Hände.




 

Microboy

aktives Mitglied
Ich finde die Reinigung einer Siebträgermaschine jetzt nicht so dramatisch. Abends ein paar mal ohne Kaffeefettlöser rückspülen, die Kaffeereste aus der Brühgruppe bürsten und die Dampflanze von Milchresten befreien. Alle zwei Wochen mit Kaffeefettlöser rückspülen und auch die Siebträger, Siebe und die Abtropfschale reinigen - das müsste dann eine Person machen die sich auch wirklich darum kümmert.

Wenn man sich erstmal an guten Café gewöhnt hat nimmt man auch etwas Arbeit dafür in Kauf.

:D
 

hannibal-007

Neues Mitglied
Absolut, ich seh das auch so. Jedoch zu Hause ist das was anderes. Wenn viele andere Leute da dran gehen, siehts schnell schlimm aus und niemand will das dann sauber machen.
 
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