Gesellschaftlicher Wandel

Old Sour

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In den letzten Jahren wird in unserer Gesellschaft viel ĂŒber die zunehmende Verbreitung von psychischen Problemen gesprochen: Stress, AngstzustĂ€nde, Depressionen. Gerade bei der Gen-Z.

Gleichzeitig lĂ€sst sich eine Art „Hexenjagd“ auf Alkohol beobachten. Die gesellschaftliche Stimmung dreht sich immer mehr in Richtung Abstinenz. Ein extremes Beispiel dafĂŒr ist das alkoholfreie Festival „Freyheit“ in MĂŒnchen, ĂŒber das momentan berichtet hat. Plötzlich scheint alles, was mit Alkohol zu tun hat, in ein negatives Licht gerĂŒckt zu werden – selbst natĂŒrliche GĂ€rungsprozesse in FrĂŒchten. Kein Witz! Man erhĂ€lt ernsthaft Tipps, wie man selbst geringste ProzentsĂ€tze Alkohol in Fruchtsaft, Tee und sogar Roggenbrot ausfindig macht...

Diese beiden Entwicklungen laufen parallel, und ich frage mich, ob sie möglicherweise miteinander verbunden sind. Ist es denkbar, dass die gesellschaftliche Ächtung von Alkohol, der in vielen Kulturen traditionell als Ventil fĂŒr Stress und als soziales Schmiermittel dient, zur Zunahme von psychischen Problemen beitrĂ€gt? Entzieht man den Menschen mit dieser neuen Abstinenzkultur ein wichtiges Ritual der Entspannung, ohne eine echte Alternative anzubieten?

Historisch betrachtet war Alkohol oft Teil sozialer Rituale – sei es ein Glas Wein am Abend, ein Bier im Biergarten, ein festlicher Glasl zu Feierlichkeiten oder der Schlummertrunk vor dem Zubettgehen. Diese kleinen Alltagsrituale boten nicht nur Genuss, sondern auch soziale Bindung und einen Moment der Ruhe. Heute scheint vieles davon in Frage gestellt zu werden.

Fragt man sich, wie wir in einer abstinenzorientierten Kultur noch solche Momente der Entspannung erleben können, ohne uns gleich zu ĂŒberlasten oder zu vereinsamen?

Ich bin fĂŒr mehr Freiheit, und weniger Verbote.
 
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