Bananensirup

Old Sour

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In diesem Monat habe ich mich intensiv mit Cheong auseinandergesetzt. Das ist eine südkoreanische Haltbarkeitstechnik, verwandt mit der Oleo-Saccharum-Methode. Dabei wird ein Ingredient zum Eigengewicht mit Zucker vermengt und ein paar Tage stehen gelassen.

Ich habe mich an die Bananen gewagt, besser gesagt: an die Bananenschalen. Der Zucker entzieht den Schalen durch Osmose die gesamte Feuchtigkeit und die ätherischen Öle. Ich lasse das Ganze etwa zwei bis drei Tage durchziehen, bis sich der Zucker komplett verflüssigt hat. Das Resultat ist ein hochviskoser Sirup, der nicht nach künstlicher Süsswarenbanane schmeckt, sondern nach echter Frucht mit einer fast schon floralen Würze.

Durch den extrem hohen Zuckergehalt ist der Sirup ohnehin sehr stabil. Da ich aber kein Fan von bösen Überraschungen im Kühlschrank bin, füge ich dem fertigen Sirup ca. 10% seines Gewichts an Reinalkohol hinzu. Das verändert das Aroma kaum, wirkt aber wie ein Schutzschild gegen Verderb. So hat man ein Konzentrat, das lange Zeit einsatzbereit bleibt – was gerade in der Hobbybar ein schöner Vorteil ist.

Selbst jetzt im Dry January ist der Sirup ein Gamechanger. Ich habe meiner ständigen Begleitung einen Whiskey Sour mit Lyre’s American Malt, versetzt mit dem Bananensirup, geshaked. Kam sehr gut an und gibt dem alkoholfreien Drink eine beeindruckende Tiefe.
 
Klingt mega spannend mit dem Cheong aus Bananenschalen 👌 Das mit den ätherischen Ölen hätte ich so nicht erwartet, muss ich echt mal ausprobieren. "Untypsichere" Sirups wurden meist fertig gekauft, bin ich ehrlich :-x


aber hierzu sehr spannend : Welchen alkoholfreien Malt nutzt du aktuell am liebsten? Du schreibst von Lyre’s American Malt, Lyres macht eine super Arbeit und tolles Marketing. Aber ich finde auch den von Sober Spirits W richtig stark..


Würde mich interessieren, ob du da geschmacklich große Unterschiede wahrnimmst 😊
 
Freut mich, dass es Dich anspornt, mal den eigenen Sirup zu versuchen. Mit der Cheong-Methode kannst Du übrigens alles erdenkliche "versirupieren", von Limetten über Pfirsiche hin zu Champignons (ja, tatsächlich!), Ananas, Passionsfrucht, etc.

Es gibt zwei sehr effektive Wege, das Pestizidrisiko bei Bananenschalen (neben der obligatorischen Bio-Qualität) fast gen Null zu senken: Grosszügiges Beschneiden: Die meisten Schadstoffe sammeln sich an den Enden der Banane (Strunk und Spitze). Wenn man diese grosszügig abschneidet und nur das Mittelstück der Schale verwendet, reduziert man die Belastung bereits massiv. Das Natronbad: Das ist ein echter Gamechanger. Ein paar Teelöffel Natron auf einen Liter Wasser und die Schalen darin für ca. 12–15 Minuten ziehen lassen. Natron hebt den pH-Wert an, was chemisch dabei hilft, viele gängige Pestizide aufzuspalten und abzuwaschen. Danach klar abspülen – und man hat eine saubere Basis für den Cheong. Ist sogar wissenschaftlich belegt :-)

Ich kenne nur den Lyre's, sorry! Aber ich probier auch mal den andern. Bisher waren meine Erfahrungen eher von mässigem Erfolg gekrönt. Alkfreier Mezcal war fürchterlich und der "Rum" hat mir auch nicht geschmeckt. Den Lyre's mische ich gern mit Rye oder Bourbon im Sour, kommt immer gut an.
Aber danke für den Tipp bezüglich Sober Spirits, den werde ich mal versuchen!
:)

Cheers!
 
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